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Giesecke & Devrient hat weiter Interesse an der Bundesdruckerei

Detlef Borchers

Die Bereiche Banknoten (833 Millionen Euro) und Cards & Services (577 Millionen Euro) trugen vor allem zur Umsatzsteigerung bei Giesecke & Devrient bei, letztere vor allem durch einen "krĂ€ftigen Anstieg" der Produktion von SIM-Karten fĂŒr Mobiltelefone.

AnlĂ€sslich seiner Bilanzpressekonferenz [1] hat das MĂŒnchener Unternehmen Giesecke & Devrient betont, weiterhin am Kauf der Bundesruckerei interessiert zu sein, auch wenn der Bund 25,1 Prozent des privatisierten Unternehmens zurĂŒckkaufen will. Dabei begrĂŒĂŸt die Bundesdruckerei ausdrĂŒcklich die wieder ins Spiel gebrachte Beteiligung des Bundes [2], wenn damit das Monopol im Passwesen abgesichert wird.

Im Vergleich zu den guten Zahlen des Vorjahres [3] konnte Giesecke & Devrient den Umsatz noch einmal um 20 Prozent auf 1,55 Milliarden Euro steigern und 2007 einen JahresĂŒberschuss von 96 Millionen Euro erwirtschaften (Vorjahr: 81 Millionen). Wie im Vorjahr trugen die Bereiche Banknoten (833 Millionen) und Cards & Services (577 Millionen) zur Umsatzsteigerung bei, letztere vor allem durch einen "krĂ€ftigen Anstieg" der Produktion von SIM-Karten fĂŒr Mobiltelefone. Dagegen blieb die Sparte "Government Solutions" mit der Produktion von PĂ€ssen und Gesundheitskarten mit einer Umsatzsteigerung von 113 Millionen auf 136 Millionen hinter den Erwartungen zurĂŒck.

Hier erhofft sich das MĂŒnchener Unternehmen entscheidende Synergieeffekte durch den Zukauf der Bundesdruckerei, die am deutschen Reisepass verdient. "Wir haben unser Angebot abgegeben, jetzt liegt alles in den HĂ€nden des VerkĂ€ufers", erklĂ€rte Giesecke & Devrient-Chef Karsten Ottenburg gegenĂŒber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung [4]. Dem Zeitungsbericht zufolge soll ein Rechtsgutachten zirkulieren, nach dem der Rahmenvertrag zwischen dem Bundesinnenministerium und der Bundesdruckerei zur Produktion des elektronischen Reisepasses nichtig sei. Der möglicherweise ungĂŒltige Produktionsvertrag soll vom damaligen Innenminister Otto Schily durchgesetzt worden sein, der spĂ€ter in branchennahe Positionen [5] wechselte. (Detlef Borchers) / (jk [6])


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[2] https://www.heise.de/news/Erneute-Spekulationen-um-den-Verkauf-der-Bundesdruckerei-194365.html
[3] https://www.heise.de/news/Giesecke-Devrient-hat-Appetit-auf-Bundesdruckerei-131536.html
[4] http://www.faz.net/IN/INtemplates/faznet/default.asp?tpl=common/zwischenseite.asp&dx1={9B361275-B192-0428-DFED-4A3F972897F9}6rub={cE5E4A7C-4D51-4EF4-9385-D627A87356A9}
[5] https://www.heise.de/news/Ex-Innenminister-Schily-beraet-kuenftig-Biometrie-Firmen-151060.html
[6] mailto:jk@heise.de