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Gericom mit GPRS-Notebook

Jörg Wirtgen

Gericom stellt ein Notebook mit eingebauter GPRS-Anbindung zum mobilen Surfen vor.

Gericom bietet mit dem 1st Supersonic GPRS das erste Notebook mit integrierter GPRS-Anbindung an. Im Unterschied zur Internet-Anbindung per GSM oder Festnetz-Wählverbindungen via Modem oder ISDN kann der Anwender mit GPRS den ganzen Tag online bleiben und zahlt nur die tatsächlich übertragenen Daten -- allerdings zu gesalzenen Preisen von beispielsweise 2,5 Cent pro Kilobyte bei EPlus [1] oder 5 Cent pro 10 KByte bei Viag-Interkom [2]. Die Datenraten dürften in der Praxis bei etwa drei KByte/s liegen, rund drei- bis viermal schneller als bei den 9,6 KBit/s langsamen herkömmliche GSM-Verbindungen.

Bisher müssen Anwender ihr GPRS-fähiges Mobiltelefon per Infrarot, Bluetooth oder Kabel an den Rechner koppeln. Nun können sie ihre SIM-Karte direkt ins Gerät stecken. Weil der dauernde Wechsel der SIM-Karte vom Handy ins Notebook und zurück wesentlich umständlicher ist als die bisherige Infrarot- oder Kabellösung und zudem der Vorteil der ständigen Online-Verbindung verloren geht, lohnt sich das Notebook nur für die Anwender, die für die GPRS-Kommunikation eine separate SIM-Karte abstellen können.

Mainboard und Prozessor hat Gericom dem Desktop-Regal entnommen: Darin steckt laut Datenblatt [3] der Intel Pentium III mit 1,2 oder 1,33 GHz [4], wobei es sich um die Desktop-Version des Tualatin-Kerns [5] mit 256 KByte L2-Cache handeln dürfte. Als Chipsatz kommt der VIA Apollo Pro133A in der Tualatin-fähigen Version (694X-T) zum Einsatz, der FSB läuft mit 133 MHz. Den Hauptspeicher rüstet Gericom mit 512 MByte üppig aus; bis zu 1 GByte unterstützt das Notebook insgesamt. Beim Display kann man zwischen 14-Zoll- und 15-Zoll-TFT-Ausführung mit einer Auflösung von 1024x768 Punkten wählen. Festplatten stehen mit 30 und 40 GByte zur Auswahl. Als optisches Laufwerk bietet Gericom neben DVD- und CD-Laufwerk auch ein CD-RW/DVD-Kombilaufwerk an. Die Grafikausgabe übernimmt ein ATI Radeon Mobility M6P mit 32 MByte Grafikspeicher. Die Standard-Schnittstellen (56K-Modem, 10/100 MBit LAN, Audio, zwei PC-Card-Schächte, RS232, parallel und USB) sieht Gericom ebenfalls vor. Nicht ganz so selbstverständlich sind FireWire (IEEE1394), TV-Out und IrDA. Das Gewicht gibt Gericom mit 3 kg an.

Mit 1,2-GHz-Prozessor, 512 MByte Speicher, 14-Zoll-Display, 30 GByte Festplatte, CD-RW/DVD-Kombolaufwerk und Windows XP soll das 1st Supersonic GPRS laut Online-Konfigurator 2433,60 Euro kosten. Der Media-Markt bietet es mit 1,33-GHz-Prozessor und sonst gleicher Ausstattung für 2300,30 Euro [6] und bei gleichzeitigem Abschluss eines Vertrags mit Viag Interkom für 2045 Euro an.

Die Anbindung eines Notebooks an GSM-Netze gehört nicht zu den billigen Späßen: Beispielsweise kostet die PC-Card Nokia CardPhone 2.0 mit Dual-Band-Interface, GSM-Unterstützung und dem schnellen Datendienst HSCSD rund 360 Euro; Eplus bietet sie immerhin gesponsort für 128 Euro [7] an. GPRS-taugliche Versionen haben verschiedene Hersteller angekündigt, aber lieferbar sind die PC-Cards noch nicht. (jow [8])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-51989

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/E-Plus-aendert-Tarife-fuer-schnelles-Internet-per-Handy-51561.html
[2] https://www.heise.de/news/Guenstigere-Tarife-fuer-reisende-Viel-Surfer-51501.html
[3] http://www.gericom.com/cfml/page.cfm?page=produktserie_daten&user=factory_outlet&serie=28
[4] https://www.heise.de/news/Intel-beschleunigt-Pentium-III-auf-1-33-GHz-Update-50028.html
[5] https://www.heise.de/news/Intel-bringt-lange-erwarteten-Tualatin-Prozessor-41823.html
[6] http://www.mediamarkt.de/news/news_gericom.html
[7] http://www2.eplus.de/shop/produktdetail.asp?ProduktID=90005843
[8] mailto:jow@ct.de