Gericht verbietet angeblich VIA-Pentium-4-ChipsÀtze in Deutschland
Ein DĂŒsseldorfer Gericht soll den Vertrieb von Pentium-4-ChipsĂ€tzen der taiwanischen Firma VIA verboten haben.
Ein DĂŒsseldorfer Gericht soll den Vertrieb von Pentium-4-ChipsĂ€tzen der taiwanischen Firma VIA verboten haben. Damit hĂ€tte der KlĂ€ger Intel im Lizenzstreit mit VIA einen Sieg errungen. Nach einer Meldung der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg hat die australische Intel-Sprecherin Josie Taylor mitgeteilt, dass ein DĂŒsseldorfer Gericht die Einfuhr und den Verkauf von VIA-ChipsĂ€tzen fĂŒr den Pentium 4 in Deutschland untersagt habe.
Weder VIA-Firmensprecher Richard Brown noch die deutsche VIA-Niederlassung [1] in Troisdorf noch Intel-Sprecher Hans-JĂŒrgen Werner konnten bisher konkretere Angaben zu dem Gerichstbeschluss machen. Auch das zustĂ€ndige Gericht ist bislang unbekannt -- es könnte sich sowohl um das Landgericht als auch um das Oberlandesgericht in DĂŒsseldorf handeln. Die dortigen Pressestellen haben jedoch ebenfalls keine weiteren Informationen.
Seit ĂŒber einem Jahr schwelen zwischen VIA und Intel in den USA, Deutschland [2], Taiwan und anderen LĂ€ndern gerichtliche Auseinandersetzungen um angeblich fehlende Lizenzen [3] zur Produktion von ChipsĂ€tzen wie dem P4X266, P4X266E oder P4X400 fĂŒr den Intel-Prozessor Pentium 4. VIA klagte sogar umgekehrt gegen Intel [4] wegen der Verletzung eigener Patente. Vor rund 11 Monaten hoffte [5] VIA-Chef Wenchi Chen (ĂŒbrigens ein ehemaliger Intel-Mitarbeiter) noch, dass man sich mit Intel gĂŒtlich einigen werde. Laut Bloomberg hat Chen nun erklĂ€rt, dass VIA gegen die DĂŒsseldorfer VerfĂŒgung Berufung einlegen werde.
Intel und VIA haben sich schon hĂ€ufig vor Gericht getroffen. Wenchi Chen wirft Intel vor, mit den Lizenzstreitigkeiten eine unfaire Kampagne gegen sein Unternehmen durch Verunsicherung der wichtigen Mainboard-Kunden zu betreiben. Intel verweist unterdessen auf die Firmen ALi, ATI und SiS, die fĂŒr ihre Chipsatz-Lizenzen GebĂŒhren an den Chip-WeltmarktfĂŒhrer bezahlen. FĂŒr AuĂenstehende ist es schwer zu beurteilen, ob Intel den Konkurrenten VIA tatsĂ€chlich unfair behindert oder ob es letztlich nur ums Geld, also die Höhe der LizenzgebĂŒhren, geht.
Wegen der Lizenzstreitigkeiten setzen nur wenige Mainboardfirmen die VIA-ChipsĂ€tze auf ihren Pentium-4-Platinen ein; in Deutschland verkaufen beispielsweise die taiwanischen Hersteller Elitegroup Computer Systems (ECS) [6], Shuttle [7] und Soltek [8] entsprechende Boards. Die wichtigen GroĂfirmen Asus, Gigabyte und MSI nutzen diese ChipsĂ€tze nicht, daher bietet VIA seit rund einem Jahr Mainboards unter eigenem Namen [9] und unter der Marke VIARAMA [10] an. Am heutigen Donnerstag war auch bei der ECS GmbH niemand fĂŒr einen Kommentar zu erreichen. (ciw [11])
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[1] http://www.viac3.de/
[2] https://www.heise.de/news/Streit-Intel-vs-VIA-jetzt-auch-in-Deutschland-49594.html
[3] https://www.heise.de/news/Intel-verklagt-Via-Technologies-54910.html
[4] https://www.heise.de/news/VIA-dreht-den-Spiess-um-Patentkrieg-gegen-Intel-55158.html
[5] https://www.heise.de/news/Intel-zieht-eine-Klage-gegen-VIA-zurueck-51353.html
[6] http://www.elitegroup.de/
[7] http://www.spacewalker.com/german/homepage.htm
[8] http://www.soltek.de/
[9] https://www.heise.de/news/VIA-geht-unter-die-Mainboard-Hersteller-53915.html
[10] http://www.viarama.com/
[11] mailto:ciw@ct.de
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