Gema mit Youtube immer noch nicht einig
Die Verwertungsgesellschaft stellte in Berlin die Bilanz fĂŒr das vergangene GeschĂ€ftsjahr vor. Auch 2010 bleiben aus Gema-Sicht die wichtigen Baustellen europĂ€ische Harmonisierung und die Rechteverwertung bei Youtube-Videos.
Der Musikrechte-Verwerter Gema [1] hat 2009 seinen Ertrag gesteigert. An die Inhaber von Musikrechten wurden 713 Millionen Euro ausgeschĂŒttet, das sind 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Im vergangenen Jahr nahm die Gesellschaft 841 Millionen Euro (plus 2,2 Prozent) von TontrĂ€ger-Herstellern, Rundfunksendern und anderen Nutzern ein. Das seien Zahlen [2], die sich angesichts der wirtschaftlichen Situation "durchaus sehen lassen können", sagte der GEMA-Vorstandsvorsitzende Harald Heker am Mittwoch in Berlin.
Die Einnahmen bei der Lizenzierung von TontrÀgern (zum Beispiel CDs und DVDs) schrumpften, aber nicht mehr so drastisch wie in den Vorjahren. Bei Fernsehen und Radio wuchsen die Erlöse durch einmalige Nachzahlungen der Kabelunternehmen. Auch die ErtrÀge aus Live-Musik in Clubs und Kneipen stiegen.
Der Online-Bereich (Downloads, Klingeltöne) verzeichnete mit 45 Prozent einen deutlichen Zuwachs. 10,6 Millionen Euro Einnahmen seien jedoch eine "traurige Zahl", sagte Heker. Die Politik mĂŒsse sich noch stĂ€rker gegen Produktpiraterie und fĂŒr europaweit einheitliche Regeln [3] fĂŒr die Verwaltung von Urheberrechten einsetzen. FĂŒr das Jahr 2010 erwartet die GEMA einen RĂŒckgang der ErtrĂ€ge.
Die Frage, wie Musikvideos bei Youtube [4] vergĂŒtet werden, ist laut Heker noch nicht geklĂ€rt. Die Verhandlungen liefen noch. Der erste Vertrag ĂŒber die Nutzung von Musik beim Online-Videoportal war im MĂ€rz 2009 abgelaufen. Heker hofft, dass sich eine Lösung mit dem Google-Tochterunternehmen in gröĂeren BetrĂ€gen in der Gema-Bilanz spiegeln wird. Details aus den Verhandlungen nannte er nicht.
Die Gema vertritt nach eigenen Angaben in Deutschland die Urheberrechte von mehr als 60.000 Komponisten, Textautoren und Musikverlegern sowie von mehr als einer Million Rechte-Inhabern aus aller Welt. Sie gilt weltweit als eine der gröĂten Autorengesellschaften fĂŒr Werke der Musik. Am 22. April vergibt die Gema in Berlin den Deutschen Musikautorenpreis. Dabei wird der Texter Michael Kunze ("Fly, Robin, Fly") fĂŒr sein Lebenswerk [5] geehrt. (vbr [6])
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[3] https://www.heise.de/news/EU-Gesetz-zur-Lizenzierung-von-Online-Musik-gefordert-912445.html
[4] https://www.heise.de/news/YouTube-contra-Gema-847174.html
[5] http://www.gema.de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/?tx_ttnews[tt_news]=904&tx_ttnews[backPid]=73&cHash=f5fbd0fa56
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