Geländeübung: Allradeln im VW Passat Alltrack
Audi, Volvo und Subaru machen es vor, die Kombilimousine mit robusten Plastikanbauteilen, mehr Bodenfreiheit und Allradantrieb. Ab Ende März hat auch VW ein solches Angebot im Programm, den Passat Alltrack
- Matthias Nauman
Ellmau/Tirol (Österreich), 22. Februar 2012 – Audi, Volvo und Subaru machen es vor, die Kombilimousine mit robusten Plastikanbauteilen, mehr Bodenfreiheit und Allradantrieb. Ab Ende März hat auch VW ein solches Angebot im Programm, den Passat Alltrack. Wie seine Brüder im Geiste ist er ein Kompromiss aus Limousine und SUV, vielleicht nicht ganz so offroad-fähig wie letztere, aber dafür straßentauglicher, weil der Schwerpunkt günstiger liegt und sich weniger Querschnittsfläche in den Wind stellt. Und mal ehrlich: Ob Förster oder Wandergeselle – für unbefestigte Feldwege tut es ein Allradkombi auch.
"Gesteigerte Nehmerqualitäten"
Anders als CrossPolo und CrossGolf, die lediglich einen SUV-Kleidchen tragen, soll der Passat Alltrack aber auch echte Offroad-Eigenschaften bieten. Optisch kommt der "Kombi mit gesteigerten Nehmerqualitäten" – wie VW ihn bezeichnet – robust und sportlich zugleich daher. Zugunsten einer erhöhten Bodenfreiheit wurde die Karosserie drei Zentimeter höher gelegt. Dazu erhält der Alltrack eigenständige Stoßfänger, kunststoffverkleidete Radhäuser und Schwellerverbreiterungen sowie einen Edelstahl-Unterfahrschutz an Front und Heck. Zudem gibt es besondere Leichtmetallräder in 17 und 18 Zoll. Das Interieur gleicht dem herkömmlichen Passat Variant – gutes Platzangebot und hochwertige Verarbeitung inklusive. Der Kofferraum fällt bei allen Allradmodellen 15 Liter kleiner aus als sonst (603 bis 1731 Liter). Als Besonderheit gibt es Edelstahl-Pedale, einen "Alltrack"-Schriftzug und einen Offroad-Knopf in der Mittelkonsole.
Geländeübung: Allradeln im VW Passat Alltrack (32 Bilder)

Ergänzt ab März 2012 das VW-Modellprogramm: der Passat Alltrack
Erster Pkw mit Offroad-Programm
Hinter diesem Schalter verbirgt sich ein spezielles Fahrprogramm, das bislang den SUVs Tiguan und Touareg vorbehalten war. Der Alltrack ist der erste und einzige "klassische" Volkswagen-Pkw mit diesem Merkmal. Das Offroad-Programm arbeitet auf Knopfdruck bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h. Ab einem Gefälle von mehr als zehn Grad übernimmt dann die Bergabfahrhilfe komplett selbstständig das Abbremsen des Autos, der Fahrer kann über Gas- und Bremspedal aber Einfluss auf die Geschwindigkeit nehmen. Gleichzeitig wird das ABS in einen Geländemodus versetzt, das Gaspedal feiner regulierbar, und in Kombination mit dem Doppelkupplungsgetriebe DSG werden die Schaltpunkte angehoben. Das Fahrwerk des Alltrack fällt zwar straffer aus, bietet aber auch auf längeren Fahrten guten Reisekomfort.
Empfehlenswerter Allradantrieb
Vorteilhaft für jeden, der mit dem Alltrack auch abseits befestigter Wege unterwegs sein möchte, ist der Allradantrieb 4Motion, der für alle Varianten bis auf den 160-PS-Benziner angeboten wird. Die beiden Topmotorisierungen sind ausschließlich als Allradversion erhältlich. Bei Bedarf leitet 4Motion die Antriebskräfte verstärkt auf die Hinterachse, im Extremfall sollen sogar 100 Prozent des Antriebsmoments hinten ankommen. Der Kraftschluss wird dabei durch eine Haldex-Kupplung hergestellt, welche die Hinterachse zuschaltet, was also eigentlich maximal eine 50:50-Verteilung erlaubt. Die 100-Prozent-Angabe bezieht sich auf einen Zustand, bei dem nur noch die Hinterachse Traktion hat, wenn sich der Wagen also gewissermaßen auf die Hinterbeine stellt. Dem Autofahrer kann´s egal sein, solange es funktioniert. Unsere Testfahrten in den schneebedeckten Alpen absolvierte der Passat Alltrack 4Motion bei Glätte, an Steigungen und auf unwegsamem Gelände jedenfalls problemlos.
Mehrgewicht ist spürbar
Für den Antrieb stehen vier aus dem Passat bekannte Motoren zur Wahl – zwei Diesel und zwei Benziner. Topaggregat ist der 2.0 TSI, der dank 210 PS und 280 Nm Drehmoment guten Durchzug verspricht. Schlecht ist man mit dem aufgeladenen Zweiliter-Vierzylinder sicher nicht unterwegs, zumal das Sechsgang-DSG sehr sanft und zügig arbeitet. Im Golf GTI sorgt dasselbe Triebwerk allerdings für noch mehr Fahrspaß, doch die rund 300 Kilogramm Mehrgewicht des Alltrack machen eben bemerkbar. Eher unsere Erwartungen erfüllt der bewährte 2.0 TDI mit 140 PS. Er kommt gut aus dem Drehzahlkeller, bietet meist genügend Kraftreserven und dürfte für die meisten Käufer ausreichend sein.
Günstiger als die Konkurrenten
Außer den Offroad-Fähigkeiten bietet der Passat Alltrack eine ordentliche Serienausstattung. Immer mit an Bord sind unter anderem ein CD-Radio, Nebelscheinwerfer, Parksensoren für vorne und hinten sowie eine Müdigkeitserkennung. Alle anderen der zahlreichen Assistenzsysteme wie Abstandstempomat, Spurhalte-, Spurwechsel- oder Einparkassistent kosten jedoch Aufpreis. In der günstigsten Allradvariante ist der Passat Alltrack ab 36.225 Euro zu haben, das entspricht einem Aufpreis von 2750 Euro gegenüber einem herkömmlichen Passat Variant 4Motion. Etwas überraschend: Der Alltrack fällt nicht nur günstiger aus als die vergleichbaren Audi A4 allroad und Volvo XC70, sondern kostet auch weniger als der Subaru Outback.
Datenblatt
| Modell | VW Passat Alltrack 2.0 TSI 4Motion |
| Motorart | Reihen-Ottomotor mit Benzindirekteinspritzung und Turboaufladung |
| Zylinder | 4 |
| Ventile pro Zylinder | 4 |
| Hubraum in ccm | 1.984 |
| Leistung in PS | 210 |
| Leistung in kW | 155 |
| bei U/min | 5.300 bis 6.200 |
| Drehmoment in Nm | 280 |
| bei U/min | 1.700 bis 5.200 |
| Antrieb | permanenter Allradantrieb |
| Gänge | 6 |
| Getriebe | Doppelkupplungsgetriebe |
| Spurweite vorn in mm | 1.529 |
| Spurweite hinten in mm | 1.531 |
| Radaufhängung vorn | McPherson-Federbeine, mit unten liegenden Dreieckslenkern |
| Radaufhängung hinten | Vierlenker-Hinterachse |
| Bremsen vorn | innenbelüftete Scheiben, 312 mm |
| Bremsen hinten | Scheiben, 282 mm |
| Wendekreis in m | 11,4 |
| Räder, Reifen vorn | 225/50 R17, 7J x 17 |
| Räder, Reifen hinten | 225/50 R17, 7J x 17 |
| Lenkung | elektromechanische Lenkung mit geschwindigkeitsabhängiger Servounterstützung |
| Böschungswinkel vorn in Grad | 16,0 |
| Böschungswinkel hinten in Grad | 13,6 |
| Rampenwinkel in Grad | 12,8 |
| Bodenfreiheit in mm | 165 |
| Länge in mm | 4.771 |
| Breite in mm | 1.820 |
| Höhe in mm | 1.550 |
| Radstand in mm | 2.710 |
| Leergewicht in kg nach EU inklusive 68 kg Fahrer und 7 kg Gepäck | 1.707 |
| Zuladung in kg | 638 |
| Kofferraumvolumen in Liter | 588 |
| Maximales Kofferraumvolumen in Liter | 1.716 |
| Anhängelast, gebremst in kg | 2.000 |
| Tankinhalt in Liter | 70 |
| Kraftstoffart | Super |
| Höchstgeschwindigkeit in km/h | 212 |
| Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden | 7,8 |
| EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km | 8,6 |
| EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km | 11,5 |
| EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km | 6,8 |
| CO2-Emission in g/km | 199 |
| Schadstoffklasse | Euro 5 |
| Autonews Datenblatt-ID | 31739 |
Preisliste
| Manuelle Klimaanlage | Serie |
| CD-Player | Serie |
| Lederausstattung | ab 2.260 |
| Währung | Euro |
| Automatikgetriebe | Serie (6 Gänge) |
| Kopfairbags vorn | Serie |
| Navigationssystem | 2.055 |
| ABS | Serie |
| ASR | Serie |
| MP3 | Serie |
| Nebelscheinwerfer | Serie |
| Anhängevorrichtung | 880 |
| Airbag Fahrer | Serie |
| elektr. verstellbare Außenspiegel | Serie |
| Kurvenlicht | Serie |
| Xenon-Scheinwerfer | 1.430 |
| Zentralverriegelung mit Fernbed. | Serie |
| Schiebedach | 1.200 |
| Airbag Beifahrer | Serie |
| Leichtmetallfelgen | Serie (17 Zoll) |
| elektr. Fensterheber vorn | Serie |
| Seitenairbags vorn | Serie |
| Grundpreis | 39.750 |
| elektr. Fensterheber hinten | Serie |
| Metallic-Lackierung | 570 |
| ESP | Serie |
| Tempomat | 230 |
| Kopfairbags hinten | Serie |
| Modell | VW Passat Alltrack 2.0 TSI 4Motion |
| Seitenairbags hinten | 375 |
| Sitzhöheneinstellung | Serie |
(imp)