Führungskrise und Aktienrutsch beuteln T-Online
Offenbar werden bald weitere Vorstandsmitglieder von T-Online gefeuert. Die Aktien von Telekom und T-Online reagierten mit einem Kursrutsch.
T-Online schliddert offensichtlich immer tiefer in eine Führungskrise: Nachdem gestern der Marketing-Vorstand Ralf Eck seine Kündigung eingereicht hat [1], wird heftig über die Zukunft der anderen Vorstandsmitglieder spekuliert. Financial Times Deutschland und manager magazin online wollen unabhängig voneinander erfahren haben, dass Telekom-Chef Ron Sommer demnächst auch den Rest des Vorstands feuern will.
Eine Telekom-interne Quelle bestätigte gegenüber c't, dass Sommer in der Tat derzeit den Vorstand genau unter die Lupe nimmt und weitere personelle Konsequenzen folgen lassen will. Der Marketing-Fachmann Sommer wolle T-Online künftig besser in die Telekom-Konzernstrategie integrieren, hieß es.
Die Spekulationen sorgten heute für ein neues Allzeittief der T-Online-Aktie: Zeitweilig fiel der Kurs auf 23,5 Euro. Noch schlimmer hat es die T-Aktie des Mutterkonzerns erwischt. Nachdem sie gestern abend die magische 40-Euro-Marke unterschritten hatte, befand sie sich heute Morgen geradezu im freien Fall. Dafür gebe es zwar auch markttechnische Gründe, aber das offenbar bevorstehende "Stühle-Rücken" bei T-Online habe wesentlich zum Sturz der Telekom-Aktie beigetragen, meinen Börsenanalysten.
Auch die Meldung, dass das Bundeskartellamt den Kauf des Systemhauses debis [2] durch die Telekom genehmigt hat, beeinflusste den Kurs nicht positiv. Am heutigen Donnerstag teilte die Bonner Konzernzentrale mit, dass debis in "T-Systems" umbenannt wird. Damit werde das zweitgrößte Systemhaus Europas entstehen. (hob [3])
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[2] https://www.heise.de/news/Telekom-uebernimmt-Mehrheit-am-debis-Systemhaus-23276.html
[3] mailto:hob@ct.de
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