Frisst nun auch Dosenfutter

Porsches großes SUV Cayenne ist ausgesprochen beliebt. Jetzt wird der gut motorisierte Viertürer überarbeitet und erhält neue Motoren. Die neue Plug-In-Hybrid-Version dürfte vor allem den Vorschriften zum Flottenverbrauch geschuldet sein

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Der Porsche Cayenne fährt in seine zweite Lebenshälfte.
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  • rhi
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Stuttgart, 24. Juli 2014 – Der Porsche Cayenne ist ausgesprochen beliebt, mehr als 300.000 Exemplare der 2010 vorgestellten zweiten Generation wurden bereits verkauft. Jetzt wird das große SUV überarbeitet, auch an den Antrieben. Die neue Plug-In-Hybrid-Version dürfte vor allem den Vorschriften zum Flottenverbrauch geschuldet sein, denn noch ist der für dosengefütterte Hybride quasi geschenkte NEFZ-Verbrauchsvorteil ein einfacher Hebel.

Der Cayenne S E-Hybrid folgt mit der Plug-in-Technik des Panamera S E-Hybrid auf den steckerlosen Hybrid. Seine Lithium-Ionen-Batterie mit 10,9 kWh Kapazität ermöglicht eine Reichweite von bis zu 36 Kilometer. Die Leistung des E-Motors beträgt 70 kW oder 95 PS, rein elektrisch kann man bis zu 125 km/h schnell fahren. Der Dreiliter-Kompressor-V6 mit 333 PS bringt die Systemleistung im Verbund mit der E-Maschine auf 416 PS und das Gesamtdrehmoment auf 590 Nm. Das soll das Steckdosen-SUV in 5,9 Sekunden auf 100 km/h beschleunigen und 243 km/h schnell werden lassen.

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Der Porsche Cayenne fährt in seine zweite Lebenshälfte.

Als Normverbrauch kann Porsche dank der absurden Bevorzugung von Plug-In-Hybridantrieben im NEFZ ganze 3,4 Litern angeben, das würde einem Kohlenstoffdioxid-Ausstoß von lächerlichen 79 g/km entsprechen. Aber es hilft Porsche, dessen Flottenemission heute bei vergleichsweise extremen 190 g/km legt. Bis 2020 muss jeder Hersteller bei 95 g/km ankommen, will man keine schmerzhaften Strafzahlungen riskieren.

Die kleinste Motorisierung ist der nun 262 PS starke V6-Diesel, die größte der auf 520 PS erstarkte Turbo aus einem aufgeladenen V8-Ottomotor. Komplett neu ist ein von Porsche entwickelter 3,6-Liter-Biturbo-V6 im Cayenne S. Er löst den bisherigen Achtzylinder ab, ist aber mit 420 PS um 20 PS kräftiger und erstarkt auf 550 Nm.

Umgestaltungen an Front, vorderen Kotflügeln und Haube machen den Cayenne dem kleineren Porsche Macan ähnlicher, der erst jüngst ins Programm kam und eine ausgesprochen positive Aufnahme bei den Kunden fand. Bei den Basis- und S-Modellen sind Bi-Xenonscheinwerfer Serie, beim Turbo LED-Lampen. Die Rückleuchten sind jetzt schmaler und erinnern an den Panamera. Eine automatisch betätigte Heckklappe ist nun immer Serie, hinzu kommen ein neues Multifunktionslenkrad und eine komfortablere hintere Sitzanlage mit optionaler Sitzbelüftung. Weiter steigen soll der Fahrkomfort durch eine geänderte Fahrwerksabstimmung.

Ab 11. Oktober 2014 steht der überarbeitete Cayenne zunächst in fünf Varianten beim Händler. Die Preise starten bei 66.260 Euro für den Diesel, dessen S-Version mit 82.087 Euro in der Liste steht. Exakt soviel wird auch der S E-Hybrid kosten, womit er den alten Cayenne Hybrid um 1000 Euro unterbietet. Für den Cayenne S verlangt Porsche 80.183 Euro, der Turbo kostet 128.378 Euro. Im Vergleich erscheint die Preisdifferenz zum bisherigen Modell recht groß, beispielsweise über 3000 Euro beim Diesel. Allerdings sind nun Bi-Xenon-Licht, die automatische Heckklappe und das Multifunktionslenkrad serienmäßig dabei. Ausstattungsbereinigt ist der Cayenne Diesel damit sogar 600 Euro billiger als bislang, beim Cayenne S liegt der Aufschlag bei 700 Euro. (imp)