Freescale zieht sich von 1394-over-Coax zurück
Mit 1394-over-Coax soll das in vielen Haushalten vorhandene, auf Koaxialkabeln basierende TV-Verteilsystem für digitale Videoübertragung verwendet werden.
Der Halbleiterhersteller Freescale, ein erfolgreiches [1] Spin-off [2] des US-Konzerns Motorola, scheint das Vertrauen in die eigene UWB-Implementierung zu verlieren. Nach einem Bericht [3] der EETimes denkt Sandeep Chennakeshu, erst im Juni eingestellter Chef der Wireless & Mobile Systems Group, über die UWB-Zukunft bei Freescale nach. Im Frühjahr präsentierte das Unternehmen eine UWB-Karte [4], die maximal 114 MBit/s per Funk überträgt. Kürzlich demonstrierte Freescale auf der CableLabs Summer Conference die HD-Videoübertragung per 1394-over-Coax. Nun hat man seinen UWB-basierten Vorschlag für dessen Physical Layer zurückgezogen und will die Technik wegen beschränkter Entwicklerressourcen nicht weiter verfolgen.
Die 1394 Trade Association (1394TA), seit 2002 Besitzerin des Markenzeichens FireWire [5], strebt mit 1394-over-Coax an, das in vielen Haushalten vorhandene, auf Koaxialkabeln basierende TV-Verteilsystem als Träger für digitale Videoübertragung zu verwenden. Man setzt dort seit längerem [6] darauf, mit FireWire das Digital Video Interface DVI und sein "user-unfriendly copy-never HDCP scheme" ausstechen zu können. 1394-over-Coax soll wie sein FireWire-Pendant auf Kupferkabeln 400 MBit/s übertragen, aber dabei längere Strecken als die bei FireWire üblichen 4,5 Meter überbrücken können. Dabei profitiert 1394-over-Coax davon, dass die eigentlich für Funkübertragung vorgesehene UWB-Technik in Koaxkabeln parallel zu TV-Signalen sogar noch zuverlässiger als drahtlos läuft. Überschneidungen gibt es dabei nicht, denn UWB arbeitet frequenzmäßig oberhalb der TV-Bänder.
Mit Freescales Rückzug wird der Weg für den Konkurrenten Pulse Link frei, der wie Freescale auf Direct-Sequence-Übertragung [7] setzt, aber bei der Datenrate mit 670 MBit/s bereits wesentlich weiter [8] ist. Beide Firmen gehören zum UWB-Forum, das seine Funktechnik als drahtlosen Ersatz für USB [9] propagiert. Anfang Mai hat Pulse Link nach eigener Angabe [10] die Gigabit-Grenze geknackt. Auf der Consumer Electronics Show Anfang 2007 hofft man die Technik öffentlich vorführen zu können. (ea [11])
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-155757
Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Freescale-steigert-Gewinn-und-Umsatz-144008.html
[2] https://www.heise.de/news/Ausgegliederte-Motorola-Halbleitersparte-an-der-Boerse-gestartet-100221.html
[3] http://eetimes.eu/germany/192300089
[4] http://www.heise.de/kiosk/archiv/ct/2006/7/188
[5] http://www.heise.de/newsticker/newsticker/meldung/27782
[6] http://www.1394ta.org/Press/2002Press/august/8.a.htm
[7] https://www.heise.de/ratgeber/Strategien-gegen-Funksalat-und-Interferenzen-1899396.html
[8] https://www.heise.de/news/Neue-Mitspieler-im-Ultrawideband-Streit-122453.html
[9] https://www.heise.de/news/CES-UWB-Forum-gruendet-Initiative-fuer-Cable-Free-USB-162812.html
[10] http://www.pulse-link.com/pr-may01-2006.html
[11] mailto:ea@ct.de
Copyright © 2006 Heise Medien