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Foxconn-Manager: iPhone 5 schwer herzustellen

Ben Schwan

Noch immer scheint die Produktion des neuen Smartphones nicht rund zu laufen. Apples asiatischer Auftragsfertiger rechtfertigt sich.

Ein Manager von Hon Hai, der Mutterfirma des asiatischen Apple-Auftragsfertigers Foxconn, hat sich gegenĂŒber dem Wall Street Journal zum offenbar noch immer nicht rund laufenden [1] Produktionsprozess beim iPhone 5 geĂ€ußert [2]. "Das iPhone 5 ist das schwierigste GerĂ€t, das Foxconn jemals gefertigt hat", so der Konzernvertreter, der ungenannt bleiben wollte. "Das Design, um es leicht und dĂŒnn zu machen, ist sehr kompliziert". Es nehme Zeit in Anspruch, zu lernen, wie dieses neue GerĂ€t produziert werden könnte. "Übung macht den Meister. Unsere ProduktivitĂ€t verbessert sich Tag fĂŒr Tag."

Hon Hai habe Schritte unternommen, die ProduktivitĂ€t zu erhöhen und auch Probleme mit Kratzern an den MetallgehĂ€usen [3] adressiert, mit denen vereinzelte GerĂ€te ausgeliefert wurden – betroffen war vor allem das schwarze Modell. Hon Hai hatte auch auf DrĂ€ngen von Apple [4] neue QualitĂ€tssicherungsmaßnahmen ergriffen. Der Hon-Hai-Manager sagte, die neue Beschichtung mache das iPhone 5 anfĂ€llig fĂŒr Kratzer. "Es ist immer schwer, Ă€sthetischen und praktischen AnsprĂŒchen gleichzeitig gerecht zu werden."

Apple-Chef Tim Cook (links im gelben Mantel) bei Foxconn.

(Bild: Apple)

Der Konzernvertreter rĂ€umte gegenĂŒber dem Wall Street Journal außerdem ein, dass die Unruhen im Werk von Zhengzhou [5], in dem das iPhone 5 hauptsĂ€chlich produziert wird, wie von Menschenrechtlern berichtet mit Konflikten zwischen den Fließbandarbeitern und Foxconns QualitĂ€tsprĂŒfern zu tun hatten – zumindest teilweise. Das Werk in Zhengzhou, das 2011 eröffnet wurde, sei noch "ziemlich neu fĂŒr uns". Man lerne erst noch, die dortigen Arbeitnehmer "zu managen". Zhengzhou werde zudem noch mehr Mitarbeiter erhalten. Foxconn produziert das iPhone 5 auch im SĂŒden Chinas in Guan Lan.

Hon Hai und seine Tochter Foxconn stehen derzeit einmal mehr [6] wegen problematischer Arbeitsbedingungen in den Schlagzeilen, nachdem der Konzern einrÀumen musste, dass MinderjÀhrige im Alter von 14 bis 16 Jahren [7] als "Praktikanten" beschÀftigt worden waren. Die Apple-Produktion soll davon aber nicht betroffen [8] gewesen sein, beeilte sich der Auftragsfertiger zu betonen. (bsc [9])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1731894

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/iPhone-5-Verstaerkte-Qualitaetskontrolle-sorgt-fuer-Verzoegerungen-1727851.html
[2] http://blogs.wsj.com/digits/2012/10/17/hon-hais-explanation-for-iphone-5-shortage/
[3] https://www.heise.de/news/Erste-Problemberichte-zum-iPhone-5-1715916.html
[4] https://www.heise.de/news/iPhone-5-Verstaerkte-Qualitaetskontrolle-sorgt-fuer-Verzoegerungen-1727851.html
[5] https://www.heise.de/news/Bericht-Streik-bei-Foxconn-wegen-iPhone-5-Fertigung-1724765.html
[6] https://www.heise.de/news/Foxconn-Aktivisten-sehen-keine-verbesserten-Arbeitsbedingungen-1716851.html
[7] https://www.heise.de/news/Foxconn-gesteht-Beschaeftigung-Minderjaehriger-1730617.html
[8] https://www.heise.de/news/Foxconn-Minderjaehrige-Praktikanten-waren-nicht-fuer-Apple-taetig-1731408.html
[9] mailto:bsc@heise.de