Ford testet neue Generation von Elektroautos

Während zahlreiche Autobauer auf der NAIAS ihre E-Vehikel ins Rampenlicht stellen, ist auf dem Ford-Stand lediglich das Gerippe eines Elektroautos zu sehen. Doch bei genauerem Hinsehen erscheint dessen Entwicklung weiter gediehen als andernorts

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Detroit (Michigan/USA), 14. Januar 2009 – Während zahlreiche Autobauer auf der North American International Auto Show (NAIAS – 17. bis 25. Januar) in Detroit ihre blankgeputzten Elektro-Vehikel ins Rampenlicht stellen, ist auf dem Ford-Stand lediglich das Gerippe eines Elektroautos zu sehen. Doch bei genauerem Hinsehen erscheinen die Arbeiten der Entwickler weiter gediehen als andernorts.

Schon seit mehr als sechs Monaten sind die Elektroautos von Ford auf den Straßen unterwegs. Sie fallen nicht weiter auf, da sie genauso aussehen wie die in die in den USA angebotene Stufenheckversion des Focus. Im Jahr 2011 sollen das elektrisch betriebene Kompaktfahrzeug, das gemeinsam mit dem Zulieferer Magna entwickelt wird, marktreif sein. Dann soll das Auto eine Reichweite von bis zu 160 Kilometer besitzen. Die Testversion erreicht bereits etwa 130 Kilometer.

Ford testet neue Generation von Elektroautos (15 Bilder)

Ford testet seine E-Mobile bereits auf der Straße - meist allerdings ohne Kennzeichnung.

Als Energiespeicher dienen sieben Module à 14 Lithium-Ionen-Zellen, die zusammen 23 Kilowattstunden (kWh) Energie speichern. Die Batterien befinden sich im Kofferraum und unter den Sitzen. Mit dem US-üblichen 110-Volt-Anschluss können die Batterien binnen zwölf Stunden wieder aufgeladen werden, bei 220 Volt dauert es nur sechs Stunden. Im Motorraum befindet sich ein 100 kW (136 PS) starker Elektromotor, der mit Dreiphasen-Drehstrom und einem Permanentmagneten arbeitet. Ein Steuerungsgerät sowie ein Inverter verbinden den Motor mit dem Bordnetz. Wie Motor und Getriebe sind diese Teile unter der Fronthaube untergebracht.

Neben dem kompakten Elektrofahrzeug will Ford im Jahr 2010 ein Elektro-Nutzfahrzeug auf den Markt bringen. Ford Pläne plant auch Hybrid-Varianten mit Verbrennungsmotor, darunter ein Plug-in-Hybrid für das Jahr 2012. Diese Fahrzeuge sollen aber nur die Ouvertüre sein – für die Ausrüstung von Fords Volumenmodellen Focus und Fusion mit Elektroantrieb. Bei letzterem handelt es sich nicht um den bei uns angebotenen Kleinwagen, sondern um eine US-Mittelklasselimousine mit Stufenheck. Um die Elektropläne schnell Wirklichkeit werden zu lassen, setzt Ford auf Partner wie Magna. In Großbritannien kooperiert Ford mit Tanfield, einem englischen Hersteller von Vans und Lastwagen mit Elektroantrieb. Dabei soll eine Elektroversion des Ford Transit und Transit Connect für Europa herauskommen.

Ansonsten verweist Ford auf neue Hybridfahrzeuge mit Verbrennungsmotor wie den Fusion Hybrid und den Milan Hybrid von der Ford-Marke Mercury sowie die bereits bestellbaren Fahrzeuge Escape Hybrid und Mercury Mariner Hybrid. "Ford geht in die Richtung, in der Amerika und unsere Kunden uns haben wollen, das heißt in eine globale, grüne Hightech-Zukunft", sagte Ford-Chef Bill Ford auf der Messe. Man darf gespannt sein, wie viel von diesen Plänen zu verwirklichen sein wird. Der Spritpreis wird dabei eine wichtige Rolle spielen. In letzter Zeit ist er rapide gesunken – von über vier Dollar Mitte 2008 pro Gallone auf derzeit rund 1,60 US-Dollar je Gallone (etwa 0,32 Euro-Cent pro Liter). (imp)