Folding@home bald auch mit Nvidia-GPU-Beschleunigung
Von der Distributed-Computing-Software Folding@home soll bald eine öffentliche Beta-Version erscheinen, die außer von AMD/ATI- auch von Nvidia-Grafikkarten profitiert.
Mit der Folding@home [1]-Software der Universität Stanford können Privatleute ihre PCs und Spielkonsolen in den Dienst der (Protein-)Forschung stellen: Folding@home nutzt freie Rechenleistung, etwa in Arbeitspausen, um kleinere Teilaufgaben großer Forschungsprojekte zu berechnen.
Folding@home-Clients zur Installation auf dem heimischen Rechner gibt es in zahlreichen Varianten für die Betriebssysteme Windows, (x86 [2]-/x86-64-)Linux, Mac OS X sowie für die PlayStation 3 [3]. Seit Ende 2006 [4] gibt es auch eine GPU [5]-Version, die das im Vergleich zu x86-Prozessoren wesentlich höhere Performance-Potenzial von modernen PC-Grafikchips ausnutzt. Der erste Folding@home-GPU-Client und die seit einigen Wochen verfügbare Beta-Version des GPU2-Clients [6] sind dabei allerdings nur für die AMD-Grafikchip-Baureihen Radeon HD 2000 und (jetzt auch) 3000 ausgelegt. Laut einem News-Eintrag [7] der Folding@home-Webseite befindet sich zurzeit ein GPU-Client für Nvidia-Grafikkarten im geschlossenen Beta-Test, der schnellstmöglich auch als Beta-Version zum freien Download erscheinen soll.
Als beliebte und auch für Performance-Wettstreits [8] genutzte Applikation ist Folding@home auch für die Grafikchip-Hersteller ein wichtiges Marketing-Instrument geworden; AMD hat eine spezielle Webseite [9] dafür eingerichtet. Die Distributed-Computing-Projekte – von denen es noch zahlreiche weitere gibt, etwa Einstein@Home – eignen sich gut, um die Pläne der Grafikchip-Firmen zum Einsatz von Grafikchips als Applikationsbeschleuniger (General-Purpose- oder GPGPU) zu verdeutlichen und das Performance-Potenzial unterschiedlicher Prozessoren zu vergleichen.
Auf diesem Feld gab es kürzlich auch Streit zwischen Nvidia und Intel: Nvidia-Chef Jen-Hsung Huang hält die GPU im PC mittlerweile für wichtiger als die CPU, weil immer mehr Grafikleistung nötig sei. Allerdings arbeitet auch Intel an einem Grafikprozessor namens Larrabee [10], der wohl frühestens 2009 erscheinen dürfte und bis zu einem gewissen Grad auch CPU-kompatibel sein soll. (ciw [11])
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[1] http://folding.stanford.edu/
[2] http://www.heise.de/glossar/entry/x86-399507.html
[3] https://www.heise.de/news/Playstation-3-rechnet-mit-im-Kampf-gegen-Alzheimer-158183.html
[4] https://www.heise.de/news/ATI-Grafikchips-falten-Proteine-schneller-167667.html
[5] http://www.heise.de/glossar/entry/Graphics-Processing-Unit-395608.html
[6] http://folding.stanford.edu/English/FAQ-ATI2#ntoc6
[7] http://folding.typepad.com/
[8] http://folding.stanford.edu/English/Stats
[9] http://ati.amd.com/technology/streamcomputing/folding.html
[10] https://www.heise.de/news/IDF-Grafikkarten-mit-Intel-Chips-ruecken-naeher-195286.html
[11] mailto:ciw@ct.de
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