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Fake-News: Facebook will nach Kritik hÀrter gegen erfundene Nachrichten vorgehen

Kristina Beer
Facebook will nach Kritik hÀrter gegen erfundene Nachrichten vorgehen

(Bild: Facebook)

Facebook hat einige neue Funktionen vorgestellt, die unter anderem das Melden von Falschnachrichten vereinfachen sollen. Auf Fakten-Checks spezialisierte Organisationen sollen auffĂ€llige und gemeldete News prĂŒfen und ĂŒber die Beanstandung aufklĂ€ren.

Facebook will nach massiver Kritik an seiner Rolle im US-Wahlkampf schĂ€rfer gegen die Ausbreitung erfundener Nachrichten ankĂ€mpfen [1]. Unter anderem solle es einfacher werden, sogenannte Fake-News zu melden, kĂŒndigte das weltgrĂ¶ĂŸte Online-Netzwerk am Donnerstag an. Außerdem werde man mit externen Fakten-Check-Spezialisten zusammenarbeiten.

FragwĂŒrdige Nachrichten sollen fĂŒr Nutzer einfacher zu melden sein

FragwĂŒrdige Nachrichten sollen fĂŒr Nutzer einfacher zu melden sein.

(Bild: Facebook)

Auch die Algorithmen, die darĂŒber entscheiden, welche Artikel im Newsfeed der Mitglieder auftauchen, sollen angepasst werden. Wenn ein Beitrag von Nutzern nicht geteilt wird, nachdem sie ihn gelesen haben, könne das als Warnsignal in die Gewichtung einfließen, erlĂ€uterte der zustĂ€ndige Facebook-Manager Adam Mosseri in einem Blogeintrag [2].

Auch sollen von Usern beanstandete und von Fakten-Check-Organisationen als Falschmeldungen identifizierte Meldungen mit einem Warnstempel versehen werden. Die Meldungen sollen außerdem mit Links zu BeitrĂ€gen versehen werden, die erklĂ€ren, was an der Meldung falsch ist. Die Fake-News könnten dann auch im News-Feed weiter nach unten rutschen.

Dass sich Facebook fĂŒr diese Arbeit Fakten-Check-Organisationen, also Drittanbieter, und nicht Mitarbeiter im eigenen Haus gesucht hat, dĂŒrfte das Ergebnis der Kontroversen um Facebooks "Trending Topics" sein [3]. Facebook wurde schon hier eine Manipulation der Nachrichtenlage vorgeworfen – Mitarbeiter des Trending-Topics-Teams hĂ€tten Nachrichten ĂŒber Demokraten anders gewichtet als ĂŒber Republikaner und deren Politik. Die redaktionelle Bearbeitung der Trending Topics wurde nach der laut gewordenen Kritik abgeschafft [4].

Fakten-Checks sollen Fake-News enttarnen

Fakten-Checks sollen Fake-News enttarnen.

(Bild: Facebook)

Facebook wolle zudem konsequenter die Einnahmequellen der Autoren gefĂ€lschter Nachrichten austrocknen. Im US-Wahlkampf sollen einige ein gutes GeschĂ€ft damit gemacht haben [5], aufsehenerregende Nachrichten zu erfinden: Sie wurden von Nutzern angesehen und weiterverbreitet – und die dabei angezeigte Werbung ließ bei den Autoren die Kassen klingeln. Mosseri schrieb, man sehe sich die Publisher an, um zu prĂŒfen, ob ein Eingreifen des Online-Netzwerks notwendig sei.

Im Wahlkampf hatten sich vor allem "Fake News" zu Gunsten des kĂŒnftigen PrĂ€sidenten Donald Trump erfolgreich bei Facebook weiterverbreitet. Dazu gehörte zum Beispiel die erfundene Nachricht, dass Papst Franziskus ihm seine UnterstĂŒtzung ausgesprochen habe. Kritiker warfen Facebook vor, dass es damit möglich geworden sei, das Wahlergebnis durch LĂŒgen fĂŒr Trump zu beeinflussen. Facebook-Chef Mark Zuckerberg bestritt, dass "Fake News" die Wahl entschieden hĂ€tten [6]. (mit Material der dpa) / (kbe [7])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-3572842

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Fake-News-auf-Facebook-Falschmeldungen-ueberfluegelten-Nachrichten-3489029.html
[2] http://newsroom.fb.com/news/2016/12/news-feed-fyi-addressing-hoaxes-and-fake-news/
[3] https://www.heise.de/news/Facebook-aendert-Richtlinien-fuer-Trending-Topics-3216438.html
[4] https://www.heise.de/news/Trending-Topics-Facebook-feuert-Nachrichten-Team-3306750.html
[5] https://www.heise.de/news/Fake-Sites-zur-US-Wahl-Mazedonier-verbreiten-angeblich-Trump-Propaganda-3457716.html
[6] https://www.heise.de/news/Zuckerberg-Falsche-News-bei-Facebook-entschieden-nicht-die-Wahl-3464019.html
[7] mailto:kbe@heise.de