zurück zum Artikel

Fahrbericht: Skoda Octavia Combi nach dem Facelift

rhi
630 x 420 22781_1224155530858.jpg

Mit dem Facelift wurden die Gesichtszüge des Tschechen markanter, und unterm Blech stecken aktuelle Schmankerl aus dem VW-Konzernregal. Wir waren im Kombi mit dem neu erhältlichem 1.4-Liter-TSI mit 122 PS und 7-Gang-DSG unterwegs

Pilsen (Tschechische Republik), 16. Oktober 2008 – Der Octavia ist das wichtigste Modell der Marke Skoda, seit 1996 wurden weltweit über zwei Millionen Exemplare verkauft. Nach gut vier Jahren Laufzeit haben die Tschechen das aktuelle Modell optisch überarbeitet, und auch unterm Blech finden sich Schmankerl aus dem VW-Konzernregal. Wir hatten bereits Gelegenheit, den facegelifteten Octavia mit dem neu erhältlichen 1.4 Liter großen TSI-Benziner mit 122 PS und Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe auf die Probe zu stellen.

Die Designer standen vor der schwierigen Aufgabe, ihrem Bestseller ein sichtbares Facelift zu spendieren, ohne die Grundform radikal zu verändern. Auffälligste Modifikation ist die Frontpartie, deren veränderte Scheinwerfer in Verbindung mit einem grobmaschigeren Kühlergrill die Brücke zum Superb schlagen. Den neuen Premiumanspruch untermauert die Chromspange in den Leuchten, auf der stolz "Octavia" prangt. Das neue Gesicht wirkt in unseren Augen jedoch trotz seiner Modernität etwas beliebig und lässt die bisherige Sachlichkeit vermissen. Weniger radikal sind die Änderungen am Heck, einzig die Reflektoren im hinteren Stoßfänger weisen auf den Neuen hin.

Fahrbericht: Skoda Octavia Combi nach dem Facelift (0 Bilder) [1]

[2]

Wie sieht es mit den inneren Werten des Octavia aus? Dem Fahrer streckt sich ein Vierspeichen-Lenkrad entgegen, das mit einer Chromspange verziert ist. Angenehm fällt auf, dass die Außenspiegel endlich vergrößert wurden. Bereits in der Basisversion sind sie elektrisch verstell- und beheizbar. Die Materialien im Innenraum wirken wesentlich hochwertiger als früher und weisen eine angenehme Haptik auf. Völlig umgestaltet und mit Plastikapplikationen in Chrom-Optik versehen wurden die Drehregler der Klimatisierung. Allerdings vermisst man ein deutliches Einrasten, zumal die Ziffern für die Temperaturen recht klein ausfallen.

In Sachen Information stehen insgesamt vier Radio- beziehungsweise Navigationssysteme zur Auswahl, drei davon nehmen Eingaben per Touchscreen entgegen. Anschlüsse für MP3-Player und USB-Speicher sind optional erhältlich. Unverändert gut sind das Platzangebot und die sehr großen Kofferräume mit Volumina von 560 (Limousine) respektive 580 Liter (Combi). Mit 1620 Litern nach Umklappen der Rücksitze erreicht der Combi fast das Niveau des VW Passat Variant, wobei sich der Skoda durch einen doppelten Kofferraumboden positiv hervortut.

Auch technisch hat sich beim überarbeiteten Octavia einiges getan: Bei den Benzinern rückt das bereits aus diversen VW-Modellen bekannte Doppelkupplungsgetriebe DSG mit sieben Gängen [3] ins Programm. Erhältlich ist es für den 1.8 TSI mit 160 PS Leistung und den ganz neuen 1.4 TSI mit 122 PS unter der Haube. Wir sind die Kombination aus kleinem TSI und Sieben-Gang-DSG in der Skoda-Heimat Tschechien gefahren. Unsere Wahl fiel auf die Kombi-Variante, für die sich bislang rund 80 Prozent aller Octavia-Kunden entschieden haben. Im Stand ist das Aggregat praktisch nicht zu hören, anfangs denkt man, der Motor sei abgestorben. Die Laufruhe des 1.4 TSI setzt sich bis in hohe Geschwindigkeiten fort, wozu das DSG seinen Teil beiträgt.

Ein entspannteres Fahren ist kaum möglich, weil das Doppelkupplungsgetriebe schnell und kaum wahrnehmbar die Gänge wechselt. Schon bei Tempo 60 befindet man sich in der siebten Stufe, der Drehzahlmesser zeigt bei 140 km/h komfortable 3000 Umdrehungen an. Die manuelle Schaltmöglichkeit durch Antippen des massiv wirkenden Hebels wird hingegen kaum benötigt, zumal dann die Übergänge spürbarer sind. Das DSG passt sich im Automatikmodus der Situation an und geht an Steigungen oder bei Überholmanövern ein bis zwei Stufen zurück.

Bedenken, dass man mit dem 122-PS-TSI untermotorisiert sein könnte, verfliegen rasch. Ohne Turboloch beschleunigt der Octavia, die hervorragende Laufkultur und das über einen breiten Bereich anliegende Drehmoment vermitteln beinahe das Gefühl, in einem Elektroauto zu sitzen. Einziger Wermutstropfen ist die straffe Federung. Speziell auf den ungeflickten Straßen der tschechischen Provinz merkt man, dass größere Unebenheiten ins Fahrzeuginnere weitergegeben werden. Dafür gibt es an der Straßenlage nichts zu kritisieren.

Wie sieht es beim Octavia in Sachen Selbstzünder aus? Hier ist vorerst Ernüchterndes zu melden: Die modernen Common-Rail-Diesel werden erst im Mai 2009 erhältlich sein, das Basis-Aggregat holt seine 105 PS dann aus 1,6 statt der bisherigen 1,9 Liter Hubraum. Indes schlagen sich die derzeitigen Pumpe-Düse-Diesel dank guter Geräuschdämmung noch recht wacker, auf einer kurzen Ausfahrt konnte der 140 PS-TDI durchaus überzeugen, speziell in Verbindung mit dem optionalen Sechsgang-DSG.

Noch hält sich Skoda bedeckt, was die Preise des neuen Octavia betrifft. Der Vorstandsvorsitzende Reinhard Jung ließ jedoch bereits durchblicken, dass wegen der Entwicklungskosten ein moderater Aufpreis zu erwarten ist. Außerdem wird zukünftig bereits die Basisversion "Classic" mit serienmäßigem CD-Radio angeboten. Für den Octavia 1.4 TSI mit Siebengang-DSG rechnen wir mit einem Preis, der unter den 23.395 Euro für den vergleichbaren VW Golf mit fünf Türen liegen dürfte. Der offizielle Marktstart für den Facelift-Octavia ist der 3. Januar 2009, allerdings kann das Fahrzeug schon ab den Weihnachtsfeiertagen bei den Händlern begutachtet werden. Im Frühjahr 2009 ergänzen leistungsstarke RS-Versionen die Modellpalette.

Modell Skoda Octavia Combi 1.4 TSI 7-Gang-DSG
Motorart Benzindirekteinspritzer mit Turboaufladung
Zylinder 4
Ventile pro Zylinder 4
Hubraum in ccm 1.390
Leistung in PS 122
Leistung in kW 90
bei U/min 5.000
Drehmoment in Nm 200
bei U/min 1.500 - 4.000
Antrieb Frontantrieb
Gänge 7
Getriebe Doppelkupplungsgetriebe
Spurweite vorn in mm 1.541
Spurweite hinten in mm 1.514
Radaufhängung vorn McPherson-Vorderachse
Radaufhängung hinten Vierlenkerachse
Bremsen vorn Innenbelüftete Scheibenbremsen, 288 mm
Bremsen hinten Scheibenbremsen, 260 mm
Wendekreis in m 10,2
Räder, Reifen vorn 195/65 R15
Räder, Reifen hinten 195/65 R15
Lenkung Zahnstangenlenkung mit elektromechanischer Servounterstützung
Länge in mm 4.569
Breite in mm 1.769
Höhe in mm 1.468
Radstand in mm 2.578
Leergewicht in kg nach EU inklusive 68 kg Fahrer und 7 kg Gepäck 1.300
Zuladung in kg 660
Kofferraumvolumen in Liter 580
Maximales Kofferraumvolumen in Liter 1.620
Anhängelast, gebremst in kg 1.200
Höchstgeschwindigkeit in km/h 201
Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 9,8
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 6,3
CO2-Emission in g/km 147
Schadstoffklasse Euro 5
Autonews Datenblatt-ID 22787
ASR Serie
ABS Serie
ESP Serie
Währung Euro
Grundpreis Preis noch nicht bekanntgegeben
Airbag Fahrer Serie
Airbag Beifahrer Serie
Seitenairbags vorn Serie
Kopfairbags vorn Option
elektr. Fensterheber vorn Serie
elektr. Fensterheber hinten Serie
elektr. verstellbare Außenspiegel Serie (anklapp- und beheizbar)
Klimaautomatik Serie
Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie
Automatikgetriebe Option
Navigationssystem Option
CD-Player Serie
MP3 Option (Schnittstelle)
Schiebedach Option
Metallic-Lackierung Option
Leichtmetallfelgen Serie
Sitzhöheneinstellung Serie
Tempomat Serie
Lederausstattung Option
Xenon-Scheinwerfer Option
Kurvenlicht Option
Nebelscheinwerfer Serie
Anhängevorrichtung Option
Modell Skoda Octavia Combi 1.4 TSI Elegance 7-Gang-DSG

(rh [4])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-493360

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/bilderstrecke/4720267.html?back=493360;back=493360
[2] https://www.heise.de/bilderstrecke/4720267.html?back=493360;back=493360
[3] https://www.heise.de/news/Trocken-nachgelegt-das-neue-7-Gang-DSG-von-VW-792401.html
[4] mailto:rh@ix.de