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Goldene Mitte

Joaquim Oliveira
Goldene Mitte

Den leistungsstärkeren Cooper-Versionen mit 1,5-Liter Dreizylinder und 136 PS folgen nun die Einsteigermodelle des Mini. Wir haben den Mini One mit der 102 PS kräftigen Version des 1,2 Liter großen Dreizylindermotors ausprobiert

München, 11. Juni 2014 – Den leistungsstärkeren Cooper-Versionen folgen nun die Einsteigermodelle des Mini. Wir haben den Mini One mit dem kräftigen, 1,2 Liter kleinen Dreizylindermotor ausprobiert.

Größer und erwachsener geht der neue Mini in seinen ersten Sommer. Die Basisvariante des Mini One bekommt einen Dreizylinder mit 1,2 Litern Hubraum. Das reicht für 75 kW / 102 PS und ein maximales Drehmoment von 180 Nm. Bisher holte der Mini One verhaltene 98 PS aus einem 1,6 Liter großen Vierzylinder. Noch weniger Leistung bietet der One First [1] mit dem gleichen, auf 55 kW / 75 PS gedrosselten Motor (ab 15.900 Euro). Wie groß der Mini-Fahrspaß damit noch sein kann, sei dahingestellt, ob es denn wirklich der 136 PS starke Mini Cooper mit dem 1,5-Liter Dreizylinder sein muss, allerdings auch. Liegt der neue Motor also in der erwarteten, goldenen Mitte?

Goldene Mitte (0 Bilder) [2]

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Der kernige Klang des Direkteinspritzers mit Turboaufladung unter Last passt zur sportlichen Positionierung des 3,82 Meter langen Mini One. Das maximale Drehmoment von 180 Nm steht von 1400 bis 4000/min an, genug für City oder Landstraße, herrlich elastisch. Nur, wer eine ausgeprägt flotte Fahrweise bevorzugt oder seinen Mini regelmäßig auf längeren Autobahnstrecken bewegen will, könnte sich da noch für den Cooper entscheiden.

Mit 9,9 Sekunden bleibt der Einstiegs-Mini knapp unter der magischen Zehner-Marke für den Standardsprint, 195 km/h Höchstgeschwindigkeit sind auch genug für den Alltag. Der britische BMW-Ableger stellt 4,6 Liter Superkraftstoff auf 100 Kilometer in Aussicht. Doch der drehfreudige Dreiender macht so viel Laune, dass der Fahrspaß die genügsamen Vorgaben einfach beiseite schiebt. Etwas knochig zu schalten: das manuelle Sechsgang-Getriebe von Getrag, das sich gut mit dem 1,2-Liter-Motor zu verstehen scheint. Der Zulieferer hat den Schaltboxen eine 15 Prozent höhere Drehmomentkapazität in Relation zum Gewicht mitgegeben und dabei noch 30 Bauteile einsparen können. Wer will: Selbst für den kleinen Mini One gibt es optional eine brauchbare Sechsgang-Automatik.

Auch ohne manuelle Anwahl einzelner Fahrmodi (optionale Programme Green, Mid, Sport) kann das Fahrwerk des 1,2 Tonnen schweren Fronttrieblers überzeugen. Es ist ist stramm, aber nicht zu straff abgestimmt, die präzise Lenkung: Klasse. Nicht zum guten Gesamteindruck des mindestens 17.450 Euro teuren Basismodells Mini One passen die fahrdynamisch dünnen Serienreifen in 175/65 R 15, die dem Kurvenvergnügen gewisse Grenzen setzen.

Der Innenraum wirkt angenehmer als beim Vorgänger, trotz aller Cockpit-Zerklüftung. Inakzeptabel ist bei diesem gehobenen Niveau der Materialanmutung das serienmäßige Zweispeichenlenkrad aus Kunststoff. Der Mini will sich auch als One noch deutlich von den Billigmodellen seiner Klasse abheben und da passt dieses Plastikding ebenso wenig wie die Einstiegsradio mit orangefarbenen Zeilendisplay oder die schwach konturierten Sitze. Man kann dieser Zumutung in der Anmutung nur mit Ausstattungs-Upgrades abhelfen, was durchaus kalkuliert scheint. Die Zahl der Sonderausstattungen ist beinahe ebenso groß wie die der bunten Ausstattungspakete mit zahlreichen Individualisierungsmöglichkeiten. Wer etwas Komfort bei seinem Cityflitzer möchte, kommt hier nicht herum.

Modell Mini One
Motorart Viertakt-Ottomotor
Zylinder drei
Ventile pro Zylinder vier/Zylinder
Hubraum in ccm 1198
Leistung in PS 102
Leistung in kW 75
Drehmoment in Nm 180
bei U/min 1400 bis 4000
Antrieb Vorderrad
Gänge Sechs
Getriebe manuelles Schaltgetriebe
Räder, Reifen vorn 175/65 R 15
Räder, Reifen hinten 175/65 R 15
Länge in mm 3820
Breite in mm 1725
Höhe in mm 1415
Radstand in mm 2500
EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 4,6

(fpi [4])


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