Maßänderung
Der 3er GT wirkt wie ein Fremdkörper im BMW-Programm, bietet er doch auf allen Plätzen deutlich mehr Bewegungsfreiheit als die anderen Dreier. Ein Jahr nach dem Facelift von Limousine und Touring folgt nun die Überarbeitung für den GT. Überraschungen gibt es dabei kaum
München, 1. Juni 2016 – Über Jahrzehnte begründete BMW das stets etwas knappe Platzangebot mit dem passgenauen Maßanzug, den man ja auch nicht größer als nötig kaufen würde. Gerade im Dreier war die zweite Reihe lange nichts für lange Erwachsene. Im aktuellen Modell ist die Lage etwas besser als in früheren Jahren, doch großzügig geschnitten ist er bis heute nicht. Es sei denn, der Käufer hat einen Dreier GT geordert. Der wirkt in dieser Hinsicht wie ein Fremdkörper im BMW-Programm, bietet er doch auf allen Plätzen deutlich mehr Bewegungsfreiheit als die anderen Dreier. Ein Jahr nach dem Facelift von Limousine und Touring folgt nun die Überarbeitung für den GT. Optisch wie technisch gibt es dabei kaum Überraschungen.
Keine Brenner mehr
Äußerlich tut sich nicht viel: Auch der GT hat nun die ¾-Leuchtringe um die serienmäßigen LED-Scheinwerfer. Gegen eine Zuzahlung verteilen sie ihr Licht so, dass der Gegenverkehr auch bei eingeschaltetem Fernlicht nicht geblendet werden soll. Wie bei vielen anderen Herstellern wird es auch hier keine Xenon-Scheinwerfer mehr geben. Hinten setzt BMW ebenfalls wieder auf LEDs. Dazu gibt es eine leicht veränderte Heckschürze und größere Endrohre.
Maßänderung (15 Bilder)

(Bild: alle BMW)
Laden ohne Kabel
Innen gleichen die Veränderungen denen, die BMW seit Mai 2015 auch in Limousine und Touring vollzogen hat. Mit höherwertigen Materialien wollte BMW der anhaltenden Kritik am Interieur des aktuellen Dreiers begegnen, was nur zum Teil gelungen ist. Die Blende rund um Favoritentasten und Klimabedienung ist nun schwarz glänzend. Dazu hat der Käufer eine etwas größere Auswahl bei Polsterungen und Interieurleisten. Tatsächlich neu ist die Menüführung im teuren Navigationssystem Professional. Dort erscheinen Kacheln im Hauptmenü. Erstmals gibt es auch die Möglichkeit, entsprechende Handys induktiv zu laden – gegen Aufpreis, versteht sich. Apple Car Play wird erst im zweiten Halbjahr 2016 verfügbar sein.
Nur geringfügig spannender sind die Neuigkeiten bei den Motoren. Der 325d wird auf die aktuelle Motorengeneration B47 umgestellt und leistet 224 statt 218 PS. Natürlich wird im Rahmen der Überarbeitung auch bei den Benzinern die jeweils aktuelle Version eingebaut. Statt des 328i gibt es nun einen 330i. Das ist nach wie vor ein aufgeladener Zweiliter-Vierzylinder, der 252 PS liefert. Etwas kräftiger als bisher wird auch der Top-Benziner. Statt eines 335i bietet BMW ab sofort einen 340i an, der mit 326 nun 20 PS mehr leistet. Der Hybridantrieb wird bis auf weiteres der Limousine vorbehalten bleiben.
Der große Dreier war bisher ein gutes Stück teurer als die anderen Modelle, allerdings auch etwas besser ausgestattet. Das mag ein kleines Stück dazu beigetragen haben, dass der GT in Deutschland nur sehr selten zu sehen ist. Die eigentliche Ursache dürfte unserer Einschätzung nach aber eine andere sein. Die typischen Dreier-Käufer bevorzugen wohl eine gewisse Leichtigkeit, auch im Design. Ähnlich wie beim 5er GT kann der 3er GT genau die aber nicht bieten. Das dicke Ende mag viel Platz bringen, grazil wirkt es aber beim besten Willen nicht.
Weltweit hat BMW in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben rund 130.000 Dreier GT verkauft. Die kleine Überarbeitung wird an den Verhältnissen nichts ändern: Dieses Modell wird ein Nischenmodell bleiben, zumal er intern eine attraktive Konkurrenz hat. Wer unbedingt einen Dreier mit Fließheck haben will, kauft hierzulande eher ein 4er Gran Coupé. Das hat zwar viel weniger Platz, kommt dem Ideal einer gewissen Leichtigkeit aber näher. (mfz)