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Facebooks Börsengang nun offiziell [Update]

Laut Börsenprospekt liegt das Volumen fĂŒr den Börsengang von Facebook bei niedrig kalkulierten 5 Milliarden US-Dollar. Wie das Papier verrĂ€t, arbeitet das weltweit grĂ¶ĂŸte soziale Netzwerk profitabel.

Am spĂ€ten Mittwochnachmittag (Ortszeit) veröffentlichte Facebook [1] seinen Börsenprospekt. Damit wirbt das weltgrĂ¶ĂŸte soziale Netzwerk nun offiziell bei Investoren fĂŒr seine Aktien. Der von Facebook erwartete Erlös des Börsengangs liegt zunĂ€chst bei 5 Milliarden Dollar und damit nur halb so hoch wie ursprĂŒnglich erwartet. Allerdings ist diese Summe eher als Einstiegsmarke zu verstehen. Es wĂ€re nicht unĂŒblich, wenn Facebook den Ausgabepreis und damit auch das Gesamtergebnis noch erhöhte, falls die Reaktion der Investoren positiv ausfallen und genĂŒgend Nachfrage besteht.

Facebook ist profitabel – das verrĂ€t der Börsenprospekt weiter: Im vergangenen Jahr verdiente das Unternehmen unterm Strich eine Milliarde Dollar, 2010 waren es 606 Millionen Dollar und 2009 immerhin 229 Millionen Dollar. Haupteinnahmequelle ist die Werbung. Dem Prospekt zufolge wĂ€chst das Unternehmen immer noch schnell. Im Jahr 2010 soll der Umsatz 1,97 Milliarden US-Dollar betragen haben, in 2011 bereits 3,71 Milliarden US-Dollar. FĂŒr 2012 erwartet Facebook einen Umsatz von 4,27 Milliarden US-Dollar.

US-Medien schĂ€tzen, dass Facebook beim Börsengang mit 75 bis 100 Milliarden Dollar bewertet [2] wird. Damit wĂ€re der Senkrechtstarter aus dem Stand so viel wert wie die deutschen Großunternehmen Siemens, RWE, ThyssenKrupp und Lufthansa zusammen. Wann genau das Papier in den Handel geht, steht nicht im Prospekt. Börsenexperten erwarten einen Termin im Juni oder Juli.

[Update]

Mit den Unterlagen zum Börsengang hat Facebook zum ersten Mal ausfĂŒhrliche Zahlen zu seinem GeschĂ€ft veröffentlicht, die ein interessantes Bild auf das Unternehmen werfen. Facebook ist inzwischen offensichtlich ein außerordentlich lukratives GeschĂ€ft. Den Milliardengewinn 2011 schaffte das Online-Netzwerk mit nur 3,7 Milliarden Dollar Umsatz. 2011 lag der Anteil der Werbeeinnahmen am Gesamtumsatz bei 85 Prozent. Die virtuellen Welten des Onlinespiele-Dienstes Zynga sind ein wichtiges Element des Facebook-GeschĂ€fts. Im vergangenen Jahr steuerte der Anbieter von Games wie "Farmville" oder "Cityville" zwölf Prozent der Facebook-UmsĂ€tze bei. Zynga war erst im Dezember selbst an die Börse gegangen [3].

Facebook hat mehr aktive Mitglieder als man bisher dachte. In den Börsenunterlagen spricht das Online-Netzwerk von 845 Millionen aktiven Nutzern im Monat Ende 2011 und nicht einfach nur Mitgliedern. Davon suchten im Dezember pro Tag im Schnitt 483 Millionen Facebook auf. Von mobilen GerÀten greifen im Monat 425 Millionen Menschen auf Facebook zu. Sie bekommen aktuell keine Werbung zu sehen.

Mark Zuckerberg wird Facebook auch nach dem Börsengang fest im Griff haben. Er hĂ€lt Aktien der Klasse B, die zehn Stimmen haben, wĂ€hrend Anleger beim Börsengang nur A-Klasse-Aktien mit einer Stimme bekommen werden. Damit wird Zuckerberg auch in Zukunft ein geringer Anteil reichen, um sein Unternehmen zu kontrollieren. Mark Zuckerbergs Vater, der Facebook 2004 und 2005 finanziell unterstĂŒtzt hat, bekam im Dezember 2009 zwei Millionen Aktien der Klasse B.

Das Wachstum von Facebook im Heimatmarkt USA hat sich abgebremst, wenn auch auf hohem Niveau. Von September auf Dezember 2011 stieg die tÀgliche Zahl aktiver Nutzer nur von 124 auf 126 Millionen. Facebook hat 3200 Mitarbeiter. Und das war ein Zuwachs von 50 Prozent nur im Jahr 2011. Facebook hat immer noch nicht entschieden, ob es in China aktiv werden soll. (hob [4])


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Links in diesem Artikel:
[1] http://de-de.facebook.com/
[2] https://www.heise.de/news/Werbemacht-ausgebaut-Facebook-geht-gestaerkt-in-Boersengang-1425547.html
[3] https://www.heise.de/news/Zynga-nimmt-bei-Boersengang-1-Milliarde-Dollar-ein-1396514.html
[4] mailto:hob@ct.de