Facebook schrÀnkt Wahlwerbung zur Europawahl ein
Das Europaparlament in StraĂburg
(Bild: EU-Parlament)
Die Betreiber des Online-Netzwerks Facebook verwenden "neue Tools", damit es bei der Propaganda zu den Europawahlen mit rechten Dingen zugeht.
Facebook will auch zur Europawahl politische Werbung unterbinden, die aus dem Ausland finanziert wird. Damit solle in den jeweiligen EU-Staaten eine auslÀndische Einflussnahme auf die Abstimmung verhindert werden, teilte der Betreiber des Online-Netzwerks am Freitag mit. Der Vorgang hatte sich vor Kurzem angedeutet, als Facebook bekannt gab, ein Lagezentrum einzurichten, um besser gegen Fake News vorgehen zu können [1].
Herkunftsnachweis
Mit "neuen Tools", die Facebook nach eigenen Angaben nun einfĂŒhrt [2], solle "die IntegritĂ€t von Wahlen geschĂŒtzt" werden. So könne beispielsweise fĂŒr einen Kandidaten aus DĂ€nemark keine Wahlwerbung aus Italien, Russland oder den USA geschaltet werden. Die Kandidaten beziehungsweise ihre Werbetreibenden mĂŒssen ihre IdentitĂ€t und ihre Herkunft nachweisen.
AuĂerdem werde bei allen Formen der politischen Werbung die Transparenz erhöht, kĂŒndigte Facebook-Manager Richard Allen an. Es mĂŒsse klargestellt werden, wer fĂŒr eine Anzeige bezahlt habe. Die Anzeigen sollen in einer öffentlich zugĂ€nglichen Datenbank bis zu sieben Jahre lang gespeichert werden.
Insgesamt soll eine Kombination aus automatischen Systemen und Nutzer-RĂŒckmeldungen zum Zuge kommen.
"Intelligente, kreative und gut finanzierte Gegner"
Zuletzt hatte Facebook die Wahlwerbung in Indonesien derart reguliert. Davor hatte das Unternehmen im vergangenen Herbst zur Parlamentswahl in Kanada Ă€hnliche EinschrĂ€nkungen festgelegt. Die Regeln gelten fĂŒr jegliche Werbung, die sich auf Politiker oder politische Parteien bezieht, sowie auf Versuche, Menschen zur Wahl aufzufordern oder sie davon abzuhalten.
Allen rĂ€umte ein, dass die Ănderungen beim Umgang mit Wahlwerbung den Missbrauch nicht vollstĂ€ndig verhindern wĂŒrden. "Wir haben es mit intelligenten, kreativen und gut finanzierten Gegnern zu tun, die ihre Taktik Ă€ndern, wenn wir Missbrauch erkennen." Facebook sei aber davon ĂŒberzeugt, dass die neuen Instrumente dazu beitragen werden, zukĂŒnftige Einmischungen in Wahlen auf der Plattform zu verhindern.
Facebook war in die Kritik geraten, nachdem von Russland aus betriebene Propaganda-Kampagnen im Zuge des US-PrÀsidentschaftswahlkampfs 2016 bekannt wurden. (anw [3])
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[1] https://www.heise.de/news/Vor-Europawahl-Facebook-will-staerker-gegen-Fake-News-vorgehen-4339609.html
[2] https://newsroom.fb.com/news/2019/03/ads-transparency-in-the-eu/
[3] mailto:anw@heise.de
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