Facebook legt Datenabgleich mit WhatsApp auf Eis
(Bild: dpa, Patrick Pleul/Archiv)
Die Weitergabe der Daten europĂ€ischer Whatsapp-Nutzer an den Mutterkonzern wird vorerst ausgesetzt, um den Bedenken der DatenschĂŒtzer Rechnung zu tragen. Facebook sucht den Dialog.
Nach der Kritik von europĂ€ischen DatenschĂŒtzern hat Facebook die Weitergabe von Daten europĂ€ischer WhatsApp-Nutzer an den Mutterkonzern [1] ausgesetzt. Der vorlĂ€ufige Stopp solle Behördenvertretern die Möglichkeit geben, ihre Sorgen vorzubringen, und Facebook die Zeit, diese abzuwĂ€gen, erklĂ€rte das weltgröĂte Online-Netzwerk am Mittwoch.
Wer ist zustÀndig?
In Deutschland hatte der Hamburger DatenschĂŒtzer Johannes Caspar die Datenweitergabe untersagt [2], wogegen Facebook aber Widerspruch eingelegt [3] hat. Caspar fordert, die Nutzer mĂŒssten selbst ĂŒber die Weitergabe ihrer Daten entscheiden können. Aus Sicht von Facebook ist nicht Caspar zustĂ€ndig, sondern die irische Datenschutzbehörde am Sitz des europĂ€ischen Hauptquartiers. Aber auch die DatenschĂŒtzer in Irland prĂŒfen die Datenweitergabe.
Auch die britische Datenschutzbeauftragte Elizabeth Denham ist wie ihre Kollegen von der europĂ€ischen Artikel-29-Datenschutzgruppe [4] der Ansicht, dass die Nutzer des Messengers mehr oder weniger beilĂ€ufig ĂŒber die geĂ€nderten GeschĂ€fts- und Datenschutzbedingungen zum Austausch personenbezogener Informationen mit Facebook aufgeklĂ€rt worden seien. Nicht nur die Datenweitergabe an sich sei zweifelhaft, sondern auch die Bestandskraft der erforderlichen Einwilligung der Anwender.
Eine Milliarde Nutzer
WhatsApp [5] mit rund einer Milliarde Nutzern hatte Ende August angekĂŒndigt, kĂŒnftig die Telefonnummer des Nutzers an Facebook weiterzugegeben. AuĂerdem sollen mit der Konzernmutter Informationen darĂŒber geteilt werden, wie hĂ€ufig der Kurzmitteilungsdienst genutzt wird. Dadurch sollten die Werbung und die Freunde-VorschlĂ€ge in Facebook-Diensten verbessert werden, hieĂ es.
WhatsApp-Mitglieder konnten zumindest der Verwendung ihrer Daten fĂŒr die Personalisierung von Facebook-Werbung und Freunde-VorschlĂ€ge widersprechen. Die Telefonnummer werde allerdings in jedem Fall mit Facebook geteilt, wenn man die App weiternutzen wolle, hieĂ es bisher.
Lesen Sie mehr zur Datenkrake Facebook in c't 24/16 [6] (ab 12. November am Kiosk).
(mit Material der dpa) / (vbr [7])
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[2] https://www.heise.de/news/Datenschutzbeauftragter-verbietet-Facebook-WhatsApp-Datenabgleich-3332833.html
[3] https://www.heise.de/news/Facebook-wehrt-sich-gegen-Datentransfer-Verbot-aus-Hamburg-3355080.html
[4] https://www.heise.de/news/EU-Datenschuetzer-kuendigen-Untersuchungen-zu-WhatsApp-und-Yahoo-an-3384075.html
[5] https://www.heise.de/ratgeber/Haeufige-Fragen-zu-Windows-10-und-die-Antworten-darauf-3171757.html
[6] http://www.heise.de/ct/ausgabe/2016-23--3357103.html
[7] mailto:vbr@heise.de
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