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Facebook-Datenskandal: Durchsuchung in Londoner Cambridge-Analytica-Zentrale

Cambridge Analytica

(Bild: dpa, Stephen Chung)

Unangenehmer Besuch vor dem Wochenende: DatenschĂŒtzer verschaffen sich mit Gerichtsbeschluss Zugang zu Cambridge Analytica. Das Unternehmen steht unter Verdacht, Millionen US-WĂ€hler fĂŒr Donald Trump beeinflusst zu haben.

Die Londoner Zentrale der Beratungsfirma Cambridge Analytica ist am Freitagabend durchsucht worden. Das berichtete die britische Nachrichtenagentur PA. Zuvor hatte ein Gericht die Maßnahme angeordnet. 18 Mitarbeiter der britischen Datenschutzbehörde ICO (Information Commissioner's Office) [1] hĂ€tten sich am Abend Zugang zu der Firmenzentrale verschafft, berichtete PA.

Cambridge Analytica und die Facebook-Profile

Cambridge Analytica wurde bekannt als die Firma, deren Datenauswertung zum Sieg Donald Trumps bei der US-PrĂ€sidentenwahl 2016 beigetragen haben soll. Das Unternehmen steht unter Verdacht, Millionen US-WĂ€hler im Internet gezielt mit unerlaubter Wahlwerbung fĂŒr Donald Trump beeinflusst zu haben. Geholfen haben sollen dabei unrechtmĂ€ĂŸig gesammelte Facebook-Daten.

Cambridge Analytica war zuletzt heftig unter Druck geraten, nachdem herauskam, dass GeschĂ€ftsfĂŒhrer Alexander Nix vor versteckter Kamera mit Erpressungsversuchen gegen Wahlkandidaten geprahlt [8] hatte. Seine Firma könne "MĂ€dchen zum Haus des Kandidaten schicken".

Ein Reporter des britischen Senders Channel 4 hatte sich fĂŒr den Vertreter eines potenziellen reichen Kunden ausgegeben, der fĂŒr den Erfolg mehrerer Kandidaten bei einer Wahl in Sri Lanka sorgen wolle. Nix wurde daraufhin suspendiert.

Das Unternehmen war am vergangenen Wochenende von Facebook ausgesperrt worden [9]. Cambridge Analytica habe unrechtmĂ€ĂŸig erhaltene Nutzerdaten entgegen frĂŒheren Zusicherungen nicht gelöscht, erklĂ€rte das Online-Netzwerk zur BegrĂŒndung. Informationen von rund 50 Millionen Facebook-Mitgliedern [10] sollen zu Cambridge Analytica gelangt sein. Um sie zu sammeln, wurde eine Umfrage zu Persönlichkeitsmerkmalen aufgesetzt, die bei Facebook als wissenschaftliche Forschung angemeldet wurde. Die Daten gingen dann ohne Wissen der Nutzer an Cambridge Analytica.

Auch Facebook geriet im Zusammenhang mit dem Datenskandal wohl bereits ins Visier der Behörden. Die US-Verbraucherschutzbehörde Federal Trade Commission (FTC) leitete nach Informationen der "Washington Post" [11] eine offizielle Untersuchung gegen Facebook ein.

Der Vorsitzende des britischen Parlamentsausschusses fĂŒr Digitales und Medien, Damian Collins, forderte Facebook-Chef Mark Zuckerberg zudem auf, sich den Fragen der Abgeordneten zu stellen.

(bme [12])


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[1] https://ico.org.uk/about-the-ico/news-and-events/news-and-blogs/2018/03/ico-statement-investigation-into-data-analytics-for-political-purposes/
[2] https://www.heise.de/tipps-tricks/Facebook-Daten-schuetzen-durch-Deaktivieren-der-App-Integration-4000590.html
[3] https://www.heise.de/meinung/Kommentar-deletefacebook-ist-auch-nicht-die-Loesung-4001094.html
[4] https://www.heise.de/news/Datenskandal-Cambridge-Analytica-Facebook-Chef-Mark-Zuckerberg-raeumt-Fehler-ein-4000885.html
[5] https://www.heise.de/news/Datenskandal-um-Cambridge-Analytica-Facebook-sieht-sich-als-Opfer-3999922.html
[6] https://www.heise.de/news/Trump-Wahlhelfer-Cambridge-Analytica-Streit-um-50-Millionen-Facebook-Profile-3997820.html
[7] https://www.heise.de/select/ct/2017/19/1505419472706012
[8] https://www.heise.de/news/Cambridge-Analytica-Chef-prahlt-mit-Wahlbeeinflussung-und-Erpressungsversuchen-3999001.html
[9] https://www.heise.de/news/Cambridge-Analytica-Facebook-schliesst-umstrittenes-Unternehmen-aus-3997615.html
[10] https://www.heise.de/news/Trump-Wahlhelfer-Cambridge-Analytica-Streit-um-50-Millionen-Facebook-Profile-3997820.html
[11] https://www.washingtonpost.com/news/the-switch/wp/2018/03/20/ftc-opens-investigation-into-facebook-after-cambridge-analytica-scrapes-millions-of-users-personal-information/?utm_term=.1968d1a45e68
[12] mailto:bme@heise.de