Experte: Google Earth gefÀhrdet WM-Sicherheit
Die Koordinatenangaben im Programm Google Earth stellen nach Ansicht des Sicherheitsexperten Klaus Dieter Matschke ein Sicherheitsrisiko fĂŒr die FuĂball-WM in Deutschland dar.
Die Koordinatenangaben im Programm Google Earth stellen nach Ansicht des Sicherheitsexperten Klaus Dieter Matschke ein Sicherheitsrisiko fĂŒr die FuĂball-WM in Deutschland dar. Die Koordinaten auf den Satellitenbildern und Luftaufnahmen in Google Earth liefern fĂŒr einzelne GebĂ€ude eine Ortsauflösung von unter 20 Metern, da sie nicht nur LĂ€ngen- und Breitengrad sowie Bogenminuten angeben, sondern auch Bogensekunden. Eine Bogensekunde im Bereich der Hamburger AOL Arena entspricht 18,60 Meter.
Bisher öffentlich zugĂ€ngliche Koordinatennangaben lieferten nur eine Auflösung von ĂŒber einem Kilometer. Mit der Genauigkeit von Google Earth wĂŒrden terroristischen Gruppen exakte Zielkoordinaten fĂŒr etwaige Raketenangriffe geliefert, warnt Matschke.
Kurzstreckenraketen, vor allem russische Scud-Raketen, sind auf dem internationalen Waffenschwarzmarkt seit Jahren zugÀnglich. Ihre Reichweite betrÀgt bis zu 300 Kilometer, die Zielgenauigkeit bis zu 50 Meter. Sie können auch von Frachtschiffen gestartet werden, wie ein Test der US-Raketenabwehr-Behörde belegt hat. Vor allem der Iran wird verdÀchtigt, derartige Raketen verdeckt auf Frachtschiffen installiert zu haben.
Google Deutschland bestÀtigte auf Nachfrage, dass die Koordinaten exakt seien. Anders als im Online-Dienst Google Maps sind sicherheitsrelevante Bereiche in Google Earth nicht maskiert oder verÀndert.
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(Niels Boeing) / (wst [2])
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