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Astronomie: Rote Zwergsterne vernichten wohl doch nicht alle AtmosphÀren

Martin Holland
Angeschnittener Stern und mehrere Exoplaneten

KĂŒnstlerische Darstellung der Exoplaneten um TRAPPIST-1: Der fĂŒnfte könnte eventuell doch eine ATmosphĂ€re halten.

(Bild: NASA/JPL-Caltech)

Kein Sterntyp ist im Kosmos so hĂ€ufig wie Rote Zwerge, fĂŒr Exoplaneten sind die Bedingungen dort aber harsch. Trotzdem könnten einige wohl AtmosphĂ€ren halten.

Anders als zuletzt befĂŒrchtet, könnten Gesteinsplaneten um Rote Zwergsterne unter bestimmten Bedingungen doch hĂ€ufiger eine AtmosphĂ€re behalten und damit die passenden Voraussetzungen fĂŒr die Entstehung von Leben. Zu diesem Schluss kommt jedenfalls ein Forschungsteam, das auf Basis astronomischer Daten Simulationen durchgefĂŒhrt hat. Die hĂ€tten aufgezeigt, dass Gesteinsplaneten trotz der immensen Strahlung bei der hĂ€ufigsten Sternklasse im Universum trotzdem in der Lage sein könnten, eine stabile AtmosphĂ€re herauszubilden, fasst die UniversitĂ€t von Washington zusammen. Sobald unsere Teleskope leistungsfĂ€hig genug sind, könnte es sich also lohnen, bei Exoplaneten wie den bislang nicht nĂ€her erforschten Ă€ußeren im besonders spannenden System TRAPPIST-1 nach einer AtmosphĂ€re Ausschau zu halten.

Das Forschungsteam ruft in Erinnerung [1], dass Rote Zwergsterne die mit Abstand hĂ€ufigsten Sterne im Universum sind und wir um solche auch Exoplaneten gefunden haben. Weil die Sterne aber vergleichsweise klein sind, liegt die sogenannte habitable Zone besonders nahe an diesen Himmelskörpern. So bezeichnet wird jene Zone, in der Exoplaneten flĂŒssiges Wasser auf ihrer OberflĂ€che halten könnten – eine Grundvoraussetzung fĂŒr erdĂ€hnliches Leben. Gleichzeitig senden diese Sterne aber so immense Mengen an lebensfeindlicher Strahlung aus, dass man bislang angenommen hat, dass eventuell entstehende AtmosphĂ€ren rasch entfernt werden. Zeit fĂŒr die Entstehung von Leben gĂ€be es dann nicht. Die Frage, ob Gesteinsplaneten unter diesen UmstĂ€nden nicht trotzdem stabile GashĂŒllen ausbilden könnten, gehöre deshalb zu den spannendsten der Exoplanetenforschung, meint Studienleiter Joshua Krissansen-Totton.

In den jetzt durchgefĂŒhrten Simulationen hat das Forschungsteam die Entstehungsgeschichte und Entwicklung von Gesteinsplaneten in dieser Umgebung unter BerĂŒcksichtigung der gesammelten Daten modelliert. Dabei habe sich gezeigt, dass etwas weiter von den Sternen entfernte Exoplaneten durchaus genug Gase halten könnten. Das könnte schon fĂŒr jene Exoplaneten um TRAPPIST-1 [2] gelten, die wir mit dem Weltraumteleskop James Webb nicht diesbezĂŒglich untersuchen können. Schon mit dem bald verfĂŒgbaren Extremely Large Telescope könnte das möglich sein, schreibt das Team. Insgesamt gebe es eine kleine Zahl von Exoplaneten, die angesichts der neuen Forschung doch fĂŒr eine mögliche AtmosphĂ€re infrage kommen. Angesichts des großen Interesses an der Thematik sei es gut, dass man nicht auf die nĂ€chste Generation von Teleskopen warten mĂŒsse. Vorgestellt wird die Arbeit in Nature Communications.

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(mho [4])


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https://www.heise.de/-9993818

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.washington.edu/news/2024/10/23/rocky-planets-orbiting-small-stars-could-have-stable-atmospheres-needed-to-support-life/
[2] https://www.heise.de/news/Erwartung-enttaeuscht-Exoplanet-TRAPPIST-1c-verfuegt-nicht-ueber-dichte-Atmosphaere-9192470.html
[3] https://www.heise.de/newsletter/anmeldung.html?id=ki-update&wt_mc=intern.red.ho.ho_nl_ki.ho.markenbanner.markenbanner
[4] mailto:mho@heise.de