Europol hebt internationales Skimming-Netzwerk aus
Nach Hausdurchsuchungen in Belgien, RumĂ€nien, Spanien, Deutschland, Irland und GroĂbritannien wurden insgesamt 15 Personen festgenommen, denen vorgeworfen wird, SchĂ€den in Millionenhöhe durch das PrĂ€parieren von Bankautomaten verursacht zu haben.
Ermittler aus mehreren europĂ€ischen Staaten haben gemeinsam mit Europol [1] und Eurojust [2] einen internationalen Ring von Bankkarten-BetrĂŒgern zerschlagen. Nach Hausdurchsuchungen in Belgien, RumĂ€nien, Spanien, Deutschland, Irland und GroĂbritannien wurden 15 Personen festgenommen, denen vorgeworfen wird, SchĂ€den in Millionenhöhe durch sogenanntes Skimming verursacht zu haben. Die mutmaĂlichen TĂ€ter sollen Geldautomaten in insgesamt 14 LĂ€ndern mit kleinen Scannern prĂ€pariert und die Magnetkartenstreifen von Bankkarten ausgelesen haben. Mit Mini-Kameras wurde der PIN-Code bei der Eingabe ausgespĂ€ht.
Die Ermittlungen starteten den Angaben zufolge im MĂ€rz in Belgien. Nachdem sich abzeichnete, dass auch andere EU- sowie Nicht-EU-LĂ€nder (Marokko, TĂŒrkei, Kanada, Australien Neuseeland, Dominikanische Republik) betroffen waren, wurde der Fall im Sommer an Europol und Eurojust ĂŒbergeben. Eurojust ist eine seit dem Jahr 2002 existierende Einrichtung der EuropĂ€ischen Union, deren Aufgabe es ist, bei der Verfolgung schwerer grenzĂŒberschreitender und organisierter KriminalitĂ€t das Vorgehen der zustĂ€ndigen Behörden der einzelnen Mitgliedsstaaten zu koordinieren.
Zum genauen Umfang der Beute wollten die Ermittler bislang keine Angaben machen, es soll sich aber um groĂe Summen handeln. So hĂ€tten die mutmaĂlichen TĂ€ter etwa in Mailand an einem einzigen Wochenende 80.000 Euro erbeutet. Und mit Karten, die im australischen Sydney kopiert wurden, sollen in verschiedenen LĂ€ndern mehrere hunderttausend Euro abgehoben worden sein. Unbekannt ist bislang auch, in welchem MaĂ Deutschland von den BetrĂŒgereien betroffen war. Nach Angaben des hessischen Innenministers Volker Bouffier hat sich der Gesamtschaden durch Skimming-Attacken hierzulande von 21 auf 50 Millionen Euro in diesem Jahr mehr als verdoppelt.
Auf der aktuellen Innenministerkonferenz in Potsdam wollen die Ressortchefs von Bund und LĂ€ndern die Banken deshalb zu einer AufrĂŒstung ihrer Geldautomaten drĂ€ngen [3]. Diese sehen aber keinen Handlungsbedarf. "Die Geldautomaten sind sicher", meinte eine Sprecherin des Bundesverbandes der Deutschen Banken. Mit den Methoden der Skimmer und Anti-Skimming-Techniken beschĂ€ftigt sich unter anderem der Artikel "Angriff der Karten-Kloner" auf heise Security. Dort sind zudem weitere Bilder der tĂ€uschend echt wirkenden AufsatzgerĂ€te zu sehen.
Siehe dazu auch den heise-Security-Artikel:
(pmz [5])
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-217794
Links in diesem Artikel:
[1] http://www.europol.europa.eu
[2] http://www.eurojust.europa.eu/
[3] https://www.heise.de/news/Innenminister-fordern-Schutz-vor-manipulierten-Geldautomaten-217743.html
[4] http://www.heise.de/security/Manipulierte-Geldautomaten--/artikel/99991
[5] mailto:pmz@ct.de
Copyright © 2008 Heise Medien