Europapremiere für Mazdas Wasserstoff-Wankel
Unterwegs mit Wasserstoff: In Norwegen bekommt der Wankelmotor eine zweite Chance. Mazda bringt dort die Europaversion des RX-8 Hydrogen RE im Rahmen eines Praxistests an den Start
Oslo (Norwegen), 15. Mai 2009 – Bereits im vergangenen Herbst hatte Mazda angekündigt [1], den Mazda RX-8 Hydrogen RE in Norwegen einem Praxistest unterziehen zu wollen. Ziel ist nicht nur die Erprobung des Fahrzeugs selbst, sondern auch der Infrastruktur für die Wasserstoffversorgung. Nun wurde die erste Europaversion des Mazda RX-8 Hydrogen RE in Oslo präsentiert.
Wankel-Wasserstoff-Mazda mit neuer Optik
Der in der norwegischen Hauptstadt vorgestellte RX-8 Hydrogen RE wird bereits seit 2006 in Japan erprobt. Nach Europa kommt nun eine linksgelenkte Version im Gewand des Facelift-Modells. Leicht verändert wurde die Frontpartie, neu sind auch LED-Lampen am Heck und ein modifizierter Heckstoßfänger. Der skandinavische Wankel-Mazda bekommt zudem ein manuelles Fünfgang-Getriebe. Ab Sommer 2009 will Mazda im Rahmen eines Leasingprogramms 30 weitere Fahrzeuge zur Verfügung stellen. In Japan beträgt die Leasingrate für einen RX-8 Hydrogen RE 400.000 Yen im Monat, umgerechnet etwa 3000 Euro.
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Die Vorteile des Wankelmotors
Im Kofferraum des RX-8 Hydrogen RE sind die Wasserstofftanks untergebracht. In ihnen werden 110 Liter Wasserstoff mit einem Druck von 350 bar gespeichert. Hinzu kommt ein 61 Liter fassender herkömmlicher Benzintank. Unter der Haube arbeitet der bekannte 13B-Renesis-Wankel, der im Benzinbetrieb 210 PS abgibt, mit Wasserstoff nur 109 PS. Nach Angaben von Mazda eignet sich der Kreiskolbenmotor ideal für den Betrieb mit Wasserstoff. So erfolgen die Vorgänge des Viertakt-Prozesses in räumlich getrennten Brennkammern, Einlass-, Verbrennungs- und Auslass-Zyklus wechseln sich laufend ab. Daher strömt der Wasserstoff bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen in die Einlasskammer und kommt erst im letzten Augenblick vor der eigentlichen Zündung mit den hohen Temperaturen des Verbrennungsraums in Berührung. Zudem ermöglicht der im Vergleich zum Hubkolbenmotor längere Arbeitsvorgang laut Mazda eine bessere Gemischbildung von Luft und Wasserstoff. Durch den zusätzlich möglichen Benzinbetrieb wird die Reichweite verlängert, da die Anzahl von Wasserstoff-Tankstellen noch gering ausfällt. Mit Wasserstoff kommen die RX-8-Piloten 100 Kilometer weit, zusätzliche 549 Kilometer ermöglicht der herkömmliche Sprit.
Europapremiere für Mazdas Wasserstoff-Wankel
Laut Akihiro Kashawagi, Programmleiter des Hydrogen-RE-Projekts, wird der Wasserstoff-Wankel eine wichtige Rolle in der Frühphase einer künftigen Mobilität mit Wasserstoff spielen. Zwar sei die Brennstoffzelle effizienter, doch dafür ist der saubere Wankel preiswerter in der Fertigung und zuverlässiger, weil er auf bewährter Technik aufbaut, so Kashawagi, diese Argumentation würde aber für einen Hubkolbenmotor ebenso gelten.
Bessere Wasserstoffversorgung
Den Rahmen für die Präsentation des Wasserstoff-RX-8 bilden Feierlichkeiten zur Eröffnung von Wasserstoff-Tankstellen des norwegischen HyNor-Projektes. Im Zuge des staatlich geförderten Projekts soll entlang eines 580 Kilometer langen Autobahnabschnitts zwischen Stavanger und Oslo eine Kette von Wasserstoff-Tankstellen eingerichtet werden. Durch die lückenlose Versorgung ist auf dieser Strecke eine emissionsfreie Mobilität mit Wasserstoff-Fahrzeugen möglich. Mazda nimmt seit November 2007 zusammen mit norwegischen Industriepartnern an diesem Projekt teil und begann im Oktober 2008 mit Tests des RX-8 Hydrogen RE auf öffentlichen Straßen in Norwegen. (rh [4])
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