Erdbeben in Japan: Mehr als 10.000 Tote gezÀhlt
Der Fernsehsender NHK berichtete von 10.035 Opfern und berief sich auf die nationale Polizeibehörde. Rund 17.500 Menschen gelten noch als vermisst. Unterdessen ist die Situation im havarierten Atomkraftwerk Fukushima nach wie vor nicht unter Kontrolle.
In Japan ist die Zahl der Toten zwei Wochen nach dem schweren Erdbeben und dem Tsunami auf mehr als 10.000 gestiegen. Der Fernsehsender NHK berichtete [1] von 10.035 Opfern und berief sich auf die nationale Polizeibehörde. Andere Medien nannten etwas höhere oder niedrigere Zahlen. Rund 17.500 Menschen gelten noch als vermisst.
Die Situation im havarierten Atomkraftwerk Fukushima Eins ist nach wie vor nicht unter Kontrolle. Es wird vermutet, dass BrennstÀbe im Reaktor 3 beschÀdigt sind und RadioaktivitÀt freigeben. Die Arbeiten an den Reaktoren 1 und 2 wurden gestoppt. Dort wurde Wasser mit hoher RadioaktivitÀt gefunden.
Drei im AKW Fukushima verstrahlte Techniker standen bei ihrem Einsatz in Wasser, das nach Angaben der Betreibergesellschaft Tepco eine zehntausendfach erhöhte RadioaktivitÀt aufwies. Die Reaktorsicherheitsbehörde (NISA) forderte Tepco daraufhin zu einem wirksameren Strahlenschutz auf. Nach den Messwerten könnten KernbrennstÀbe im Reaktor 3 des Atomkraftwerks beschÀdigt worden sein.
Die japanische Regierung ist besorgt, dass die KĂŒhlung des AKW Fukushima mit Meerwasser von auĂen zu einer Salzverkrustung der KernbrennstĂ€be und damit zu neuen Risiken fĂŒhren könnte. Die Regierung plant derzeit keine Ausweitung der Evakuierungszone um das AKW Fukushima. Regierungssprecher Yukio Edano sagte aber, den Bewohnern des Gebiets in einer Entfernung von 20 bis 30 Kilometern um das Kraftwerk Fukushima-Eins werde empfohlen, sich freiwillig in weiter entfernte Regionen zu begeben.
Siehe zum Erdbeben in Japan und der Entwicklung danach auch:
- Chronologie der Ereignisse im AKW Fukushima I [3] von Technology Review
- e-news energie & klima [4], laufende Berichterstattung in Telepolis
- Erdbeben in Japan: Fortschritte und RĂŒckschlĂ€ge im Kampf gegen die Nuklearkatastrophe [5]
- Erdbeben in Japan: Gestiegene Opferzahlen, nur langsame Fortschritte im AKW Fukushima [3. Update] [6]
- Erdbeben in Japan: Stromleitung fĂŒr KĂŒhlpumpen liegt, Blackouts gehen weiter [7] auf heise online
- Erdbeben in Japan: Arbeiten gegen die Nuklearkatastrophe [2. Update] [8] auf heise online
- Erdbebenkatastrophe in Japan: Nachbeben und ein AKW auĂer Kontrolle [8. Update] [9] auf heise online
- Nach dem Erdbeben in Japan: UnzÀhlige Tote, tausende Vermisste, NotfÀlle in AKW [9. Update] [10] auf heise online
- Erdbeben und Tsunami in Japan [11. Update] [11] auf heise online
- Mehrere Unterseekabel in Folge des Erdbebens defekt [12] auf heise online
- Japan: EngpĂ€sse bei Speicherchips und anderen Bauelementen befĂŒrchtet [13] auf heise online
- Sieben deutsche AKW sollen vorĂŒbergehend abgeschaltet werden [14] auf heise online
- Politischer Fallout [15] in Technology Review
Zu den technischen HintergrĂŒnden der in Fukushima eingesetzten Reaktoren und zu den VorgĂ€ngen nach dem Beben siehe:
- Die unsichtbare Gefahr [16], Technology Review ordnet die Strahlenbelastungen im AKW Fukushima Daiichi und seiner Umgebung ein
- Japan und seine AKW [17], Hintergrund zu den japanischen Atomanlagen und zum Ablauf der Ereignisse nach dem Erdbeben in Telepolis
- Der Alptraum von Fukushima [18], Technology Review zu den Ereignissen in den japanischen Atomkraftwerken und zum technischen Hintergrund.
- 80 Sekunden bis zur ErschĂŒtterung [19] in Technology Review
- Dreifaches Leid [20], Martin Kölling, Sinologe in Tokio, beschreibt in seinem, Blog auf Technology Review, "wie ein Land mit der schlimmsten Katastrophenserie der Menschheitsgeschichte umgeht".
- Mobilisierung im Netz: [21] Auch in der Katastrophenhilfe ist das Internet zu einem mÀchtigen Instrument geworden, auf Technology Review
(anw [22])
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Links in diesem Artikel:
[1] http://www3.nhk.or.jp/daily/english/25_17.html
[2] http://www.heise.de/tr/artikel/Dossier-Der-GAU-in-Japan-und-die-Debatte-um-die-Kernenergie-1211910.html
[3] http://www.heise.de/tr/artikel/Der-Alptraum-von-Fukushima-1207205.html?artikelseite=2
[4] http://www.heise.de/tp/blogs/2
[5] https://www.heise.de/news/Erdbeben-in-Japan-Fortschritte-und-Rueckschlaege-im-Kampf-gegen-die-Nuklearkatastrophe-1-Update-1213065.html
[6] https://www.heise.de/news/Erdbeben-in-Japan-Gestiegene-Opferzahlen-nur-langsame-Fortschritte-im-AKW-Fukushima-3-Update-1211246.html
[7] https://www.heise.de/news/Erdbeben-in-Japan-Stromleitung-fuer-Kuehlpumpen-liegt-Blackouts-gehen-weiter-1211046.html
[8] http://www.heise.de/newsticker/meldung/Erdbeben-in-Japan-Arbeiten-gegen-die-Nuklearkatastrophe-2-Update-1210317.html
[9] https://www.heise.de/news/Erdbebenkatastrophe-in-Japan-Nachbeben-und-ein-AKW-ausser-Kontrolle-8-Update-1208720.html
[10] https://www.heise.de/news/Nach-dem-Erdbeben-in-Japan-Unzaehlige-Tote-tausende-Vermisste-Notfaelle-in-AKWs-9-Update-1206928.html
[11] http://www.heise.de/newsticker/meldung/Erdbeben-und-Tsunami-in-Japan-11-Update-1205969.html
[12] https://www.heise.de/news/Mehrere-Unterseekabel-in-Folge-des-Erdbebens-defekt-1208663.html
[13] https://www.heise.de/news/Japan-Engpaesse-bei-Speicherchips-und-anderen-Bauelementen-befuerchtet-1208517.html
[14] https://www.heise.de/news/Sieben-deutsche-AKW-sollen-voruebergehend-abgeschaltet-werden-1208411.html
[15] http://www.heise.de/tr/artikel/Politischer-Fallout-1209822.html
[16] http://www.heise.de/tr/artikel/Die-unsichtbare-Gefahr-1210587.html
[17] http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34342/1.html
[18] http://www.heise.de/tr/artikel/Der-Alptraum-von-Fukushima-1207205.html
[19] http://www.heise.de/tr/artikel/80-Sekunden-bis-zur-Erschuetterung-1206999.html
[20] http://www.heise.de/tr/blog/artikel/Dreifaches-Leid-1207012.html
[21] http://www.heise.de/tr/artikel/Mobilisierung-im-Netz-1208782.html
[22] mailto:anw@heise.de
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