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Erdbeben in Japan: Mehr als 10.000 Tote gezÀhlt

Andreas Wilkens

Der Fernsehsender NHK berichtete von 10.035 Opfern und berief sich auf die nationale Polizeibehörde. Rund 17.500 Menschen gelten noch als vermisst. Unterdessen ist die Situation im havarierten Atomkraftwerk Fukushima nach wie vor nicht unter Kontrolle.

In Japan ist die Zahl der Toten zwei Wochen nach dem schweren Erdbeben und dem Tsunami auf mehr als 10.000 gestiegen. Der Fernsehsender NHK berichtete [1] von 10.035 Opfern und berief sich auf die nationale Polizeibehörde. Andere Medien nannten etwas höhere oder niedrigere Zahlen. Rund 17.500 Menschen gelten noch als vermisst.

Die Situation im havarierten Atomkraftwerk Fukushima Eins ist nach wie vor nicht unter Kontrolle. Es wird vermutet, dass BrennstÀbe im Reaktor 3 beschÀdigt sind und RadioaktivitÀt freigeben. Die Arbeiten an den Reaktoren 1 und 2 wurden gestoppt. Dort wurde Wasser mit hoher RadioaktivitÀt gefunden.

Drei im AKW Fukushima verstrahlte Techniker standen bei ihrem Einsatz in Wasser, das nach Angaben der Betreibergesellschaft Tepco eine zehntausendfach erhöhte RadioaktivitÀt aufwies. Die Reaktorsicherheitsbehörde (NISA) forderte Tepco daraufhin zu einem wirksameren Strahlenschutz auf. Nach den Messwerten könnten KernbrennstÀbe im Reaktor 3 des Atomkraftwerks beschÀdigt worden sein.

Die japanische Regierung ist besorgt, dass die KĂŒhlung des AKW Fukushima mit Meerwasser von außen zu einer Salzverkrustung der KernbrennstĂ€be und damit zu neuen Risiken fĂŒhren könnte. Die Regierung plant derzeit keine Ausweitung der Evakuierungszone um das AKW Fukushima. Regierungssprecher Yukio Edano sagte aber, den Bewohnern des Gebiets in einer Entfernung von 20 bis 30 Kilometern um das Kraftwerk Fukushima-Eins werde empfohlen, sich freiwillig in weiter entfernte Regionen zu begeben.

Siehe zum Erdbeben in Japan und der Entwicklung danach auch:

Zu den technischen HintergrĂŒnden der in Fukushima eingesetzten Reaktoren und zu den VorgĂ€ngen nach dem Beben siehe:

(anw [22])


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Links in diesem Artikel:
[1] http://www3.nhk.or.jp/daily/english/25_17.html
[2] http://www.heise.de/tr/artikel/Dossier-Der-GAU-in-Japan-und-die-Debatte-um-die-Kernenergie-1211910.html
[3] http://www.heise.de/tr/artikel/Der-Alptraum-von-Fukushima-1207205.html?artikelseite=2
[4] http://www.heise.de/tp/blogs/2
[5] https://www.heise.de/news/Erdbeben-in-Japan-Fortschritte-und-Rueckschlaege-im-Kampf-gegen-die-Nuklearkatastrophe-1-Update-1213065.html
[6] https://www.heise.de/news/Erdbeben-in-Japan-Gestiegene-Opferzahlen-nur-langsame-Fortschritte-im-AKW-Fukushima-3-Update-1211246.html
[7] https://www.heise.de/news/Erdbeben-in-Japan-Stromleitung-fuer-Kuehlpumpen-liegt-Blackouts-gehen-weiter-1211046.html
[8] http://www.heise.de/newsticker/meldung/Erdbeben-in-Japan-Arbeiten-gegen-die-Nuklearkatastrophe-2-Update-1210317.html
[9] https://www.heise.de/news/Erdbebenkatastrophe-in-Japan-Nachbeben-und-ein-AKW-ausser-Kontrolle-8-Update-1208720.html
[10] https://www.heise.de/news/Nach-dem-Erdbeben-in-Japan-Unzaehlige-Tote-tausende-Vermisste-Notfaelle-in-AKWs-9-Update-1206928.html
[11] http://www.heise.de/newsticker/meldung/Erdbeben-und-Tsunami-in-Japan-11-Update-1205969.html
[12] https://www.heise.de/news/Mehrere-Unterseekabel-in-Folge-des-Erdbebens-defekt-1208663.html
[13] https://www.heise.de/news/Japan-Engpaesse-bei-Speicherchips-und-anderen-Bauelementen-befuerchtet-1208517.html
[14] https://www.heise.de/news/Sieben-deutsche-AKW-sollen-voruebergehend-abgeschaltet-werden-1208411.html
[15] http://www.heise.de/tr/artikel/Politischer-Fallout-1209822.html
[16] http://www.heise.de/tr/artikel/Die-unsichtbare-Gefahr-1210587.html
[17] http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34342/1.html
[18] http://www.heise.de/tr/artikel/Der-Alptraum-von-Fukushima-1207205.html
[19] http://www.heise.de/tr/artikel/80-Sekunden-bis-zur-Erschuetterung-1206999.html
[20] http://www.heise.de/tr/blog/artikel/Dreifaches-Leid-1207012.html
[21] http://www.heise.de/tr/artikel/Mobilisierung-im-Netz-1208782.html
[22] mailto:anw@heise.de