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Elektronische Gesundheitskarte: Vertrag mit Arvato Systems verlÀngert

Detlef Borchers
Elektronische Gesundheitskarte: Vertrag mit Arvato Systems verlÀngert

Kurz vor Beginn der Online-Anbindung von Praxen und KrankenhÀusern zum Stammdaten-Abgleich der Versichertendaten hat die Gematik den Vertrag mit Arvato verlÀngert. Die Bertelsmann-Tochter behÀlt ihre zentrale Rolle bei der elektronischen Gesundheitskarte.

Die Projektgesellschaft Gematik hat den Vertrag ĂŒber die EinfĂŒhrung und Wartung der zentralen telematischen Infrastruktur mit der Bertelsmann-Tochter Arvato Systems um weitere 3 Jahre verlĂ€ngert. Dies gab Arvato nun bekannt [1]. Damit wird nicht nur der Testbetrieb der Online-Anbindung mit dem Stammdaten-Abgleich der Versichertendaten, sondern der gesamte Rollout der Online-Anbindung von Praxen und KrankenhĂ€user ĂŒber die Rechenzentren von Arvato abgewickelt. "Der beginnende bundesweite Rollout ist ein weiterer Schritt der Digitalisierung, die auch das Gesundheitswesen weiter positiv verĂ€ndern wird", heißt es bei Arvato.

Arvato Systems, Tochtergesellschaft des durchaus profitablen Bertelsmann-Konzerns [2], wird mit der VertragsverlĂ€ngerung eine zentrale Rolle im Aufbau der Vernetzung aller medizinischen IT-Systeme ĂŒbernehmen und das Schaltglied zwischen den elektronischen Gesundheitskarten (eGK) der Versicherten und den IT-Strukturen der gesetzlichen Krankenkassen sein (die privaten sind anno 2010 [3] ausgestiegen und zieren sich derzeit). Bei den gesetzlichen Kassen haben sich dafĂŒr die MĂŒhen verdoppelt, allen Versicherten eine eGK der neuesten 2.Generation (erkennbar am G2 oben links) zukommen zu lassen. Allein diese Karten mit den vom Bundesamt fĂŒr Sicherheitstechnik geforderten besseren Krypto-Algorithmen dĂŒrfen ab dem 4. Quartal 2017 in Praxen und KrankenhĂ€usern eingelesen werden.

Der Vertragsabschluss zwischen der Projektgesellschaft Gematik und Arvato Systems fÀllt in die Zeit der letzten Amtshandlungen des Gesundheitsministers Hermann Gröhe (CDU) vor der anstehenden Bundestagswahl. Gröhe, der Defizite im Vollzug der Digitalisierung des Gesundheitswesens [4] durchaus einrÀumt, könnte nach der Logik der Postenverteilung sein Amt an einen FDP-Minister verlieren, wenn es zu einer schwarz-gelben oder einer Jamaika-Koalition kommt. Zuletzt besetzte die FDP das Ministerium mit Philipp Rösler und Daniel Bahr.

UnabhĂ€ngig von allen VertragsabschlĂŒssen und politischen Überlegungen kommt die Nutzung der elektronischen Gesundheitskarte innerhalb der telematischen Infrastruktur kaum voran. Nach aktueller Auskunft [5] gibt es keine zugelassenen VPN-Konnektoren fĂŒr Praxen wie fĂŒr KrankenhĂ€user. Ohne diese Konnektoren ist keine Online-Verbindung und die angestrebte Online-PrĂŒfung der Versicherten-Stammdaten möglich. Die Industrie verteidigt sich mit dem Hinweis, dass die Projektgesellschaft Gematik noch im Juni die Spezifikationen Ă€nderte [6] und die PrĂŒfung durch das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik seine Zeit braucht. Deshalb bietet die Gematik fĂŒr die Anbieter von Praxis- und Krankenhaus-Verwaltungssystemen einen Konnektor-Simulator [7] an. (mho [8])


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https://www.heise.de/-3819619

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.arvato.com/de/ueber-arvato/presse/2017/rollout-der-elektronischen-gesundheitskarte---gematik-verlaenger.html
[2] https://www.heise.de/news/Bertelsmann-steigert-Gewinn-dank-Digitalgeschaeft-3818982.html
[3] https://www.heise.de/news/Private-Krankenversicherungen-stoppen-Mitarbeit-an-elektronischer-Gesundheitskarte-Update-995805.html
[4] https://www.morgenpost.de/politik/article211698025/Der-Unsichtbare.html
[5] https://www.gematik.de/cms/de/zulassung/uebersicht_der_erteilten_zulassungen/zulassungsbersicht_1.jsp
[6] http://www.zm-online.de/home/praxis/Warum-koennen-Sie-die-Komponenten-nicht-liefern_413326.html
[7] https://www.gematik.de/cms/de/betrieb_2/konnektorsimulator_puppetry/bestellung_konnektorsimulator/bestellung_konnektorsimulator.jsp
[8] mailto:mho@heise.de