Elektroauto-Pionier Tesla braucht frisches Geld: Model S hinter Plan
Der Elektroauto-Pionier braucht frisches Geld und will bis zu 150 Millionen US-Dollar an der Börse einsammeln. Zugleich rĂ€umt Tesla Verzögerungen beim Bau des neuen "Model S" ein. GroĂaktionĂ€r Daimler will bei der Kapitalerhöhung nicht mitziehen.
Der Elektroauto-Pionier Tesla Motors [1] will durch den Verkauf neuer Aktien bis zu 150 Millionen US-Dollar (116 Millionen Euro) einsammeln. GrĂŒnder und Firmenchef Elon Musk will dazu rund eine Million US-Dollar beisteuern, heiĂt es in einer Unternehmensmitteilung [2].
Zeitgleich teilten die Kalifornier gegenĂŒber der US-Börsenaufsicht SEC mit, dass sich die Auslieferung der neuen Baureihe Model S [3] wesentlich verzögern [4] wird. Bislang seien erst 255 Exemplare des viertĂŒrigen Elektroautos gebaut worden, und Tesla rĂ€umt ein, bis dato nicht ĂŒber Erfahrungen mit einer Massenfertigung von Elektroautos zu verfĂŒgen.
Als weitere GrĂŒnde fĂŒr die Verzögerung werden EngpĂ€sse bei Zulieferern, die Schulung von Mitarbeitern und eine rigide QualitĂ€tskontrolle genannt. Bis zum Jahresende sollen maximal 3225 Fahrzeuge ausgeliefert werden. Das Elektroauto kostet in den USA ab 57.400 US-Dollar, was derzeit rund 44.500 Euro entspricht. UrsprĂŒnglich sollten die ersten US-Kunden ihre Wagen ab Ende Juni dieses Jahres in Empfang nehmen können.
GroĂaktionĂ€r Daimler will bei der jĂŒngsten Kapitalerhöhung von Tesla nicht mitziehen. Die Schwaben besitzen momentan noch 4,7 Prozent an dem Start-up. Der Daimler-Anteil werde durch die Kapitalerhöhung verwĂ€ssert, sagte eine Konzernsprecherin in Stuttgart auf dpa-Anfrage. Sie versicherte aber, dass Daimler mit der Partnerschaft sehr zufrieden sei. Tesla hat an der neuesten Generation des elektrischen Smart ed [5] und der elektrischen A-Klasse mitgearbeitet und Teile geliefert. Momentan entwickelt Tesla einen elektrischen Antrieb fĂŒr die neue B-Klasse.
Daimler war 2009 bei Tesla eingestiegen [6] und damit noch vor dem Börsengang der US-Firma Mitte 2010. Zusammen [7] mit dem Staatsfonds Aabar aus Abu Dhabi hielten die Stuttgarter rund 8 Prozent. Aabar hat sich mittlerweile aber zurĂŒckgezogen. Weitere bekannte Tesla-AktionĂ€re sind mit Toyota die Nummer Eins unter den Autobauern weltweit sowie der Elektronikkonzern Panasonic.
Tesla schreibt anhaltend Verluste, die sich im ersten Halbjahr 2012 auf 195 Millionen US-Dollar gegenĂŒber 108 Millionen im Vorjahreszeitraum ausgeweitet haben. Zugleich gingen die UmsĂ€tze aus dem Verkauf von Fahrzeugen und Entwicklungsdienstleitungen â etwa fĂŒr Daimler und Toyota â von 107 Millionen auf knapp 58 Millionen US-Dollar zurĂŒck. (ssu [8])
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[1] http://www.teslamotors.com
[2] http://www.marketwire.com/press-release/tesla-motors-announces-follow-on-offering-nasdaq-tsla-1705104.htm
[3] https://www.heise.de/news/Tesla-Model-S-Limousine-mit-E-Motor-startet-im-Juni-1584175.html
[4] http://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1318605/000119312512402291/d411968d424b5.htm#supprom411968_6
[5] https://www.heise.de/news/Selbstverwirklichung-So-faehrt-sich-der-Smart-ed-1618486.html
[6] https://www.heise.de/news/Daimler-beteiligt-sich-an-Elektroautohersteller-Tesla-453253.html
[7] https://www.heise.de/news/Daimler-steckt-weitere-Millionen-in-Tesla-Motors-1250896.html
[8] mailto:ssu@ct.de
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