Einst war es umgekehrt: Apple verteidigt DiversitÀtsprogramm gegen AktionÀre
(Bild: Sebastian Trepesch)
Apple wehrt sich gegen einen AktionÀrsantrag, der das Ende des DiversitÀtsprogramms fordert. Einige Jahre zuvor war die Situation noch andersrum.
Apple stellt sich gegen eine AktionĂ€rsforderung, seine DiversitĂ€tsprogramme aufzugeben. Der iPhone-Konzern rief die Anteilseigner auf, bei der Ende Februar anstehenden Hauptversammlung gegen den entsprechenden Antrag zu stimmen. Verschiedene US-Unternehmen hatten in den vergangenen Monaten ihre Programme fĂŒr Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion (Diversity, Equity and Inclusion, DEI) unter ihren BeschĂ€ftigten abgeschafft oder zurĂŒckgefahren.
Der Antrag kommt laut den Unterlagen zur anstehenden Hauptversammlung [1] vom National Center Of Public Policy Research (NCPPR), einer US-Denkfabrik, welche sich selbst als konservativ einordnet. Sie begrĂŒndet ihren Antrag damit, dass die DiversitĂ€ts-Vorgaben zur Diskriminierung von BeschĂ€ftigten und Klagen fĂŒhren können. Das NCPPR verweist dabei auf zwei Urteile des Obersten Gerichts der USA. Apple konterte, der Vorschlag sei ein unzulĂ€ssiger Eingriff ins TagesgeschĂ€ft des Unternehmens. Was die rechtlichen Risiken angehe, habe der Konzern eingespielte Verfahren, um diese zu minimieren.
Umgekehrte Situation fĂŒhrte zu Diversity-Vorstand
TatsĂ€chlich gingen die verstĂ€rkten BemĂŒhungen um DiversitĂ€t im Apple-Konzern mal aus einer nahezu umgekehrten Situation hervor: 2017 wollte Apple einen AktionĂ€rsantrag blockieren [2], der mehr DiversitĂ€t auf höchster FĂŒhrungsebene durchsetzen sollte, indem das Gehalt von Apple-Chef Tim Cook an eine entsprechende Zielerreichung geknĂŒpft werden sollte. Der Antrag kam von einer Investment-Firma.
Im selben Jahr schaffte Apple dann einen Vorstandsposten fĂŒr den Bereich Diversity und stellte nach eigenen Angaben verstĂ€rkt aus "unterreprĂ€sentierten Gruppen" ein [3]. Apples erste Diversity-Chefin, Denise Young Smith, nahm nach nur wenigen Monaten wegen einer kontroversen ĂuĂerung ihren Hut [4]. Insgesamt vier verschiedene Personen hatten das Amt im Zeitraum seit der EinfĂŒhrung inne, was fĂŒr Apple-VerhĂ€ltnisse sehr viel ist.
Die DEI-Initiativen stehen im Allgemeinen schon seit Jahren unter heftiger Kritik aus der Republikanischen Partei des kĂŒnftigen PrĂ€sidenten Donald Trump. Ein ausgesprochener Gegner davon ist auch der Tech-MilliardĂ€r und aktuelle Trump-Vertraute Elon Musk. Erst am Freitag wurde bekannt, dass der Facebook-Konzern Meta seine DiversitĂ€ts-Programme kappt.
Aus den Unterlagen zur Apple-Hauptversammlung geht auch hervor, dass die VergĂŒtung von Apple-Chef Tim Cook im vergangenen Jahr um 18 Prozent auf 74,6 Millionen Dollar anstieg. Der GroĂteil davon entfĂ€llt auf Aktien, Cooks Grundgehalt liegt bei drei Millionen Dollar.
Im zweiten Absatz wurde der Antragssteller des Antrags gegen das DiversitÀtsprogramm ergÀnzt.
(nen [6])
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[2] https://www.heise.de/news/Streit-ueber-Diversitaet-Apple-will-Aktionaersantrag-blockieren-3874702.html
[3] https://www.heise.de/news/Diversitaet-Apple-stellt-verstaerkt-aus-unterrepraesentierten-Gruppen-ein-3887112.html
[4] https://www.heise.de/news/Apples-Diversitaets-Chefin-geht-nach-wenigen-Monaten-3892162.html
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