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Ein kleiner weißer Cactus

Martin Franz

Citroën stellt auf der IAA eine neue Studie unter der Bezeichnung Cactus vor – unter diesem Namen sorgte schon ein Concept car auf der 2007er-IAA für Aufsehen. Die aktuelle Studie soll einen konkreten Ausblick auf ein bald folgendes Serienmodell geben

Köln, 5. September 2013 – Citroën stellt auf der diesjährigen IAA eine neue Studie unter der Bezeichnung Cactus vor – unter diesem Namen sorgte schon ein Concept car auf der 2007er-IAA für Aufsehen. Eine Serienfertigung war damals nicht abzusehen. Die aktuelle Studie soll dagegen einen konkreten Ausblick auf ein bald folgendes Serienmodell geben. Dafür haben sich die Franzosen einiges einfallen lassen.

Citroën verspricht ein radikales Design, das jede Form von Aggressivität vermeidet. Ob ihnen damit ein besonders hübsches Auto gelungen ist, sei dem Betrachter überlassen. Fest steht dagegen, dass sich die Entwickler mit den rund ums Auto verteilten Airbumps etwas Ungewöhnliches einfallen ließen. Die Airbumps, eine Art Prallschutz an der Karosserie, sollen eine Personalisierung ermöglichen, was einerseits auf verschiedene Farben und Formen hindeutet, anderseits auf eine leichte Austauschbarkeit. Der eigentliche Clou sind jedoch die enthaltenen Luftkapseln, die einen Aufprall dämpfen sollen. Damit wäre es theoretisch denkbar, den Fußgängerschutz deutlich zu verbessern. Was das letztlich wirklich bringt, muss dann ein Crashtest mit dem Serienmodell zeigen.

Ein kleiner weißer Cactus (0 Bilder) [1]

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Die Studie besitzt ein großes Panoramadach. Öffnen lässt es sich nicht, was wohl auch in der Serienfassung so sein wird. Kritisiert haben wir diese Mode schon des Öfteren. Wie andere Hersteller auch verspricht Citroën großzügigen Lichteinfall bei gleichzeitig wirksamem Hitzeschutz. Vielleicht gelingt es dieses Mal, denn so richtig hat diese Kombination noch kein Testwagen hinbekommen, der die Redaktion erreicht hat.

Mit einer Länge von 4,21 Metern ist der neue Cactus geringfügig kürzer als ein VW Golf, bietet mit 21 cm aber viel mehr Bodenfreiheit. Mit 1,53 m ist er nur 4 cm höher als ein Mercedes GLA [3]. Kurze Überhänge und ein langer Radstand sollten für ordentliche Platzverhältnisse sorgen.

Den Innenraum haben die Designer alles weggelassen, was ihrer Meinung nach überflüssig ist. So findet sich zumindest in der Studie ein sehr klares Cockpit ohne viel Schnickschnack. Die neue Designausrichtung darf durchaus als kompletter Gegenentwurf [4] zu Innenräumen einiger aktueller Citroën-Modelle gewertet werden. Die Bedienung von Musikanlage, Telefon, Navigation und Lüftung ist nur über einen Acht-Zoll-Bildschirm möglich. Natürlich fehlt auch hier eine Internetanbindung mit Zugang zum Portal „Citroën Multicity Connect“ nicht. Ein Sieben-Zoll-Monitor zeigt Daten wie Tempo, Kilometerstand, Reichweite an. Er sitzt hinter dem Lenkrad und nicht in der Mitte – offensichtlich ist für Citroën auch in einem Auto, das sich besonders modern gibt, noch Platz für bewährte Lösungen.

Um das Armaturenbrett möglichst schmal zu halten, wurde der Beifahrerairbag ins Dach eingebaut. Die vorderen Sitze erinnern an ein Sofa, werden sich im Serienmodell aber einzeln verstellen lassen. In der Mitte der Polster ist ein Bild von André Citroën aufgedruckt. Sitze, Lenkrad und Teile des Cockpits sind mit pflanzlich gegerbtem Naturleder bezogen. Einige Teile des Innenraums sind auch mit Baumwolle verkleidet.

Als Antrieb dient in der Studie ein Hybridantrieb. Er kombiniert [5] Druckluft und Hydraulik mit einem Dreizylinder-Benziner. Technisch ist diese Lösung sehr interessant, weil auf teure Batterien verzichtet wird. In Serie geht die Antriebsform aber wohl erst 2016 [6]. Citroën verspricht für diesen Motor einen Verbrauch von weniger als 3 Liter auf 100 Kilometer. (mfz [7])


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[3] https://www.heise.de/news/Lueckenschluss-1934790.html
[4] https://www.heise.de/news/Automatic-for-the-People-1615577.html
[5] https://www.heise.de/news/Transfer-Leistung-1790037.html
[6] https://www.heise.de/news/Peugeot-und-Citroen-bringen-Druckluft-Hybridantrieb-in-Serie-1868009.html
[7] mailto:mfz@heise.de