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EU-Razzia bei E-Book-Herstellern

In mehreren LĂ€ndern haben EU-Ermittler die GeschĂ€ftsrĂ€ume von Firmen durchsucht, um Beweise fĂŒr verbotene Preisabsprachen zu finden.

Europas WettbewerbshĂŒter verdĂ€chtigen Hersteller von elektronischen BĂŒchern (E-Books) der verbotenen Preisabsprache. In mehreren LĂ€ndern durchsuchten EU-Ermittler die GeschĂ€ftsrĂ€ume von Firmen, um Beweise zu finden. Dies teilte die EU-Kommission am Mittwoch in BrĂŒssel mit [1]. Namen der betroffenen Unternehmen nennt die EU-Kommission grundsĂ€tzlich nicht. Sollte sich der Verdacht erhĂ€rten, drohen den Firmen hohe Geldbußen.

"Die Kommission hat Grund zu der Annahme, dass die Unternehmen die EU-Kartellregeln verletzt haben könnten", heißt es in der Mitteilung. Nach europĂ€ischem Recht sind Preisabsprachen oder die Aufteilung von MĂ€rkten zum Schaden von Verbrauchern und Konkurrenten verboten.

Die Behörde betonte, dass es sich hierbei um den ersten Schritt in einem Wettbewerbsverfahren handle. Die Durchsuchungen bedeuteten aber nicht, dass die Unternehmen tatsĂ€chlich schuldig seien. Eine Frist fĂŒr das weitere Vorgehen gebe es nicht.

Bei den Untersuchungen geht es offenbar hauptsĂ€chlich um die Frage, ob die Verlage Preise in Online-BuchlĂ€den wie denen von Apple (iBooks) oder Amazon (Kindle) wettbewerbswidrig beeinflussen. Im Gegensatz zu gedruckten BĂŒchern, die auch mit Rabatten abgegeben werden, setzen die Verlage ĂŒber das sogenannte Agency-Modell Preise bei den E-Book-HĂ€ndlern fest. Diese erhalten dann eine Provision, beispielsweise 30 Prozent vom Umsatz. (anw [2])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1200550

Links in diesem Artikel:
[1] http://europa.eu/rapid/pressReleasesAction.do?reference=MEMO/11/126&format=HTML&aged=0&language=EN&guiLanguage=en
[2] mailto:anw@heise.de