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EU-Parlament strebt Annullierung des Flugpassagierdaten-Abkommen an

Christiane Schulzki-Haddouti

Das EuropÀische Parlament wird eine Annullierung des Flugpassagierdatenabkommens durch den EuropÀischen Gerichtshof beantragen.

Pat Cox, PrĂ€sident des EuropĂ€ischen Parlaments, teilte heute mit, dass das EuropĂ€ische Parlament eine Annullierung des Flugpassagierdatenabkommens [1] durch den EuropĂ€ischen Gerichtshof beantragen wird. Es folgt damit einer Empfehlung seines Rechtsausschusses [2]. Dem von der Kommission ausgehandelten [3] Abkommen mit den USA hatte der EU-Ministerrat im Mai zugestimmt. Das Parlament will auch gegen den Entscheid der EuropĂ€ischen Kommission klagen, wonach die ĂŒbermittelten Flugpassagierdaten durch das Abkommen datenschutzrechtlich ausreichend geschĂŒtzt seien. Vor der Unterzeichnung des Abkommens wurde der Datenabruf weder geregelt noch kontrolliert.

Rechtsausschuss und PrĂ€sident des Parlaments trafen ihre Entscheidung, obwohl die Aussichten auf Erfolg nach EinschĂ€tzung des Rechtsdienstes des EuropĂ€ischen Parlaments nicht sehr gut sind. Der unter der Leitung von Pat Cox stehende Rechtsdienst hatte auf der Sitzung des Rechtsausschusses Mitte Juni seine Bedenken in einem 25-minĂŒtigen Statement vorgetragen.

Pat Cox begrĂŒndete die Entscheidung, den EuropĂ€ischen Gerichtshof trotzdem anzurufen, damit, dass sie "nach einer breit angelegten Beratung getroffen" wurde und den Willen einer großen Mehrheit im EuropĂ€ischen Parlament widerspiegele, die europĂ€ischen BĂŒrgerrechte zu verteidigen. Mitte Juni hatte der Rechtsausschuss des EuropĂ€ischen Parlaments mit 21 zu 10 Stimmen eine Klage empfohlen, nachdem er bereits im April die Vorgehensweise der Kommission kritisiert hatte. So hatte die Kommission eine Anhörung des Parlaments fĂŒr ausreichend gehalten. Das Parlament hielt das Abkommen hingegen fĂŒr zustimmungspflichtig. Außerdem befĂŒrchtete der Ausschuss, dass das Abkommen das im EU-Vertrag verankerte Grundrecht auf PrivatsphĂ€re verletze.

Pat Cox betonte, dass die EuropĂ€ische Union die vollkommene Freiheit der US-Regierung anerkenne, "ihr souverĂ€nes Recht zum Schutz ihres Landes auszuĂŒben". Doch sowohl die EU als auch die USA mĂŒssten diese "Entwicklung einer schleichenden ExtraterritorialitĂ€t" aufmerksam behandeln und im Kontext des europĂ€isch-amerikanischen Dialogs beraten. Die Entscheidung wird den EU-US-Gipfel an diesem Wochende ĂŒberschatten, der unter anderem einen transatlantischen Konsens in Fragen der TerrorbekĂ€mpfung finden will. (Christiane Schulzki-Haddouti) / (anm [4])


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https://www.heise.de/-102947

Links in diesem Artikel:
[1] http://europa.eu.int/comm/internal_market/privacy/adequacy_de.htm#uspnr
[2] https://www.heise.de/news/EU-Parlament-will-gegen-Flugpassagierdaten-Abkommen-mit-den-USA-klagen-101366.html
[3] https://www.heise.de/news/EU-Kommission-gibt-Flugpassagierdaten-fuer-USA-frei-98707.html
[4] mailto:anm@ct.de