EU-Parlament fordert besseren Schutz von Kindern im Internet
Die Abgeordneten setzen in einer EntschlieĂung auf Medienkompetenz und stĂ€rkere Kooperationen beim Melden und Löschen von Kinderpornographie. Die EU-Kommission und die US-Regierung haben eine eigene ErklĂ€rung unterzeichnet.
Das EU-Parlament mahnt mit einer am Dienstag verabschiedeten [1] EntschlieĂung gröĂere Anstrengungen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im Internet an. Die Abgeordneten appellieren an Internetprovider und Institutionen, das Melden illegaler Inhalte wie Darstellungen des sexuellen Kindesmissbrauchs ĂŒber Hotlines oder andere Kontaktpunkte innerhalb Europas einfacher zu gestalten und stĂ€rker mit Strafverfolgungsbehörden zusammenzuarbeiten. Sie betonen auch, dass die Kooperation mit Drittstaaten verbessert werden mĂŒsse, um dort vorgehaltene "schĂ€dliche Inhalte" rascher löschen zu können.
Die Volksvertreter hatten bereits voriges Jahr eine Richtlinie zum schĂ€rferen Vorgehen gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern verabschiedet [2]. Die EU-Mitgliedsstaaten werden darin aufgefordert, alles Notwendige dafĂŒr zu tun, dass kinderpornographische Webseiten bei ihnen rasch entfernt werden. Sie sollen ferner darauf hinwirken, um Missbrauchsbilder auch in DrittlĂ€ndern löschen zu lassen. Solche Webseiten dĂŒrfen geblockt werden, wenn das in einem "transparenten Verfahren" festgeschrieben wird und die Grundrechte ausreichend gesichert werden. Mit der neuen Initiative will das Parlament nun Dampf machen beim Entfernen von Kinderpornographie.
Die Resolution unterstĂŒtzt zudem Technologien wie Kontrollwerkzeuge fĂŒr Eltern oder Altersverifikationssysteme. Das Parlament drĂ€ngt zudem auf eine Förderung der digitalen Medienkompetenz beim Nachwuchs genauso wie bei den Eltern und Lehrern. Insgesamt gehe es darum, die Rechte MinderjĂ€hriger als "digitale BĂŒrger" zu schĂŒtzen, erklĂ€rte die zustĂ€ndige Berichterstatterin, die italienische Sozialistin Silvia Costa. Dabei gelte es EinschrĂ€nkungen abzuwĂ€gen mit den Grundrechten etwa auf Zugang und Bildung.
Zugleich haben die fĂŒr die Digitale Agenda zustĂ€ndige EU-Kommissarin Neelie Kroes und Janet Napolitano, Leiterin des Department of Homeland Security (DHS) der USA, in London eine gemeinsame ErklĂ€rung [3] verabschiedet, um das Internet fĂŒr Kinder sicherer zu machen. Beide Seiten versichern darin, zum internationalen Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch im Netz weiter beizutragen. Die Zusammenarbeit soll dabei auf der "Virtual Global Taskforce [4]" aufbauen, der PolizeikrĂ€fte und Kinderschutzorganisationen etwa aus Australien, GroĂbritannien, Italien, Kanada, Neuseeland, den USA und den Vereinigten Arabischen Emiraten angehören. Daneben sind Europol und Interpol an Bord.
Interpol wird dafĂŒr gelobt, eine "wertvolle internationale Datenbank" mit Missbrauchsdarstellungen von Kindern aufgebaut zu haben. Diese erleichtere die Kooperation zwischen Ermittlern. LĂ€nder wie Australien setzen das Interpol-Verzeichnis aber auch dafĂŒr ein [5], um die darin gelisteten Seiten durch Zugangsprovider blockieren zu lassen.
Die USA wird laut der ErklĂ€rung ferner von Februar an am "Safer Internet Day [6]" teilnehmen. Die EU-Kommission hat diesen Tag ins Leben gerufen, um gemeinsam mit zahlreichen Einrichtungen, VerbĂ€nden und nationalen Regierungen auf die speziellen SchutzbedĂŒrfnisse von Kindern im Cyberraum sowie allgemein auf MaĂnahmen und Angebote zum sicheren Verhalten im Internet aufmerksam zu machen [7]. (vbr [8])
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[1] http://www.europarl.europa.eu/news/en/pressroom/content/20121116IPR55707%20/html/Internet-Parliament-calls-for-better-protection-for-children
[2] https://www.heise.de/news/EU-Parlament-fuer-bessere-Bekaempfung-von-Kinderpornographie-1367686.html
[3] http://ec.europa.eu/digital-agenda/en/news/department-homeland-security-and-european-commission-joint-declaration
[4] http://www.virtualglobaltaskforce.com/
[5] https://www.heise.de/news/Australische-Provider-muessen-Kinderpornographie-blockieren-1747378.html
[6] http://www.saferinternetday.org/
[7] https://www.heise.de/news/Generationen-sicher-verbinden-Safer-Internet-Day-2012-1429293.html
[8] mailto:vbr@heise.de
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