EU-Kommission will Facebook, Google & Co. in einzelnen LĂ€ndern besteuern
(Bild: PublicDomainPictures)
Facebook, Google und viele andere groĂe Internetkonzerne verdienen mit europĂ€ischen Nutzern viel Geld, zahlen ihre Steuern aber dort, wo sie ihren Hauptsitz haben. Das will die EU-Kommission nun Ă€ndern.
Die EU-Kommission will die groĂen Internet-Konzerne wie Facebook und Google in Steuerfragen [1] kĂŒnftig stĂ€rker in den einzelnen EU-LĂ€ndern zur Kasse bitten. Die Unternehmen sollten ihre Steuern dort zahlen, wo ihre Nutzer sind, und nicht, wo sie ihren Hauptsitz haben, heiĂt es in einem Arbeitspapier, dessen Entwurf der dpa vorliegt. Darin ist derzeit ein Steuersatz zwischen eins und fĂŒnf Prozent vorgesehen.
Unternehmen aus dem Online-GeschĂ€ft werden aus der Politik immer wieder dafĂŒr kritisiert, dass sie UmsĂ€tze an Standorten mit fĂŒr sie gĂŒnstigeren SteuersĂ€tzen bĂŒndeln. Facebook hat sein internationales Hauptquartier beispielsweise in Irland.
Der Beitrag der Nutzer zum Wert eines digitalen Unternehmens werde derzeit nicht ausreichend berĂŒcksichtigt, heiĂt es in dem EU-Papier. Dabei hingen die Einnahmen stark von den AktivitĂ€ten der Nutzer ab. Die neuen Regeln sollen auf solche Firmen zutreffen, die weltweit mehr als 750 Millionen Euro im Jahr einnehmen und deren digitale Dienste in der EU mindestens 10 Millionen Euro einbringen.
Regeln auch fĂŒr Airbnb, Uber & Co.
Namentlich werden unter anderem Facebook [2], Google und Instagram, genannt, die etwa personalisierte WerbeflĂ€chen verkaufen. Aber auch digitale MarktplĂ€tze wie Airbnb oder Uber sollen von den neuen Regeln betroffen sein. Die Steuer soll dort erhoben werden, wo die Nutzer der Angebote sitzen oder wo fĂŒr eine Dienstleistung bezahlt wird â und nicht am Sitz der Unternehmen. Anbieter wie Netflix sollen nicht betroffen sein. Langfristig schwebt der EU-Kommission ein globaler Ansatz fĂŒr die Besteuerung digitaler Unternehmen vor. (mho [3])
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[2] https://www.heise.de/news/Steuernachzahlungen-Facebook-angeblich-im-Visier-britischer-Finanzbehoerden-3091179.html
[3] mailto:mho@heise.de
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