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EU: Estnische PrÀsidentschaft verspricht Vollendung des digitalen Binnenmarktes

Monika Ermert
EU: Estnische PrÀsidentschaft verspricht Vollendung des digitalen Binnenmarktes

Der neue RatsprĂ€sident JĂŒri Ratas (l.) mit dem PrĂ€sidenten des EuropĂ€ischen Parlaments, Antonio Tajani, am Mittwoch in Straßburg.

(Bild: EU-Parlament/Dominique Hommel)

Wer seine SteuererklĂ€rung einmal in nur fĂŒnf Minuten am Laptop erledigt hat, der wird nie wieder zur Papierform zurĂŒckkehren wollen, verspricht Estlands MinisterprĂ€sident JĂŒri Ratas zum Auftakt der estnischen EU-RatsprĂ€sidentschaft.

Estland will seine erste PrĂ€sidentschaft im EU-Rat ganz im Zeichen der Digitalisierung gestaltet. Alles, was Estland in den kommenden sechs Monaten anpacken will, habe einen Bezug zu IT und Datenwirtschaft, erklĂ€rte der estnische PrĂ€sident JĂŒri Ratas [1] am Mittwoch im Europaparlament zum Auftakt der estnischen PrĂ€sidentschaft. Dazu zĂ€hlen das Urheberrechtspaket, die Richtlinie ĂŒber Audiovisuelle Medien und nicht weniger als die Vollendung des digitalen Binnenmarktes bis 2018.

Estland gilt als Vorreiter bei elektronischen BĂŒrgerdiensten. Nach dem großen Cyberangriff von 2007 wurde Estland Standort fĂŒr das Cooperative Cyber Defence Centre of Excellence der NATO. Gerade wurde die erste "Data Embassy" zur Spiegelung kritischer estnischer Daten gegrĂŒndet. Beim digitalen EU-Gipfel Ende September in Tallinn will Estland Fortschritte fĂŒr den digitalen Binnenmarkt erzielen. "Wir glauben, da können wir gestalten", sagte Ratas selbstbewusst im EuropĂ€ischen Parlament.

Auch der fĂŒr den digitalen Binnenmarkt zustĂ€ndige VizeprĂ€sident der EU-Kommission, Andrus Ansip, selbst VorgĂ€nger von Ratas als MinisterprĂ€sident, wittert mit dem Beginn der estnischen PrĂ€sidentschaft Morgenluft fĂŒr die digitalen Themen. Ein Plan, der dem Binnenmarkt auf die FĂŒĂŸe helfen soll, ist der Roll-Out von 5G. Bis 2020 solle in mindestens einer großen Stadt jedes Mitgliedslandes ein kommerzielles Angebot realisiert werden, so wie das bereits im kommenden Jahr in Tallinn der Fall sei, meint Ansip.

Ratas wies darĂŒber hinaus darauf hin, dass Big Data und freier Datenfluss auch fĂŒr die Sicherheitsbehörden verbessert werden mĂŒsse. "Es darf keine bekannte Unbekannte geben, wenn Menschenleben auf dem Spiel stehen," unterstrich der neue RatsprĂ€sident. Offene MĂ€rkte und Freihandel, Innovation und WettbewerbsfĂ€higkeit, sowie ein sicheres und geschĂŒtztes Europa sind neben der Digitalsierung die Schwerpunkte der PrĂ€sidentschaft, mit eigener Verteidigung – ĂŒbrigens auch Cyberverteidigung. Zum außenpolitischen Credo gehört fĂŒr Ratas auch die Zuversicht, dass in Zukunft vielleicht auch mal ukrainischer PrĂ€sident die EU RatsprĂ€sidentschaft antreten kann. (vbr [2])


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https://www.heise.de/-3764953

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.eu2017.ee/news/press-releases/prime-minister-juri-ratas-speech-presenting-estonian-presidency-programme
[2] mailto:vbr@heise.de