ESA: Raumfahrt soll die Wirtschaft stÀrken
In Neapel haben sich die Mitgliedsstaaten der EuropÀischen Weltraumorganisation auf die anstehenden Vorhaben geeinigt. So wird die Ariane 5 weiterentwickelt, aber auch die Ariane 6 wird kommen.
(Bild:Â ESA-D. Ducros, 2012)
Die Mitgliedstaaten und die Partner der ESA haben sich nach zweitĂ€gigen harten Verhandlungen auf die kĂŒnftige Ausrichtung der Organisation geeinigt [1]. Das gab die EuropĂ€ische Weltraumorganisation am gestrigen Mittwochabend bekannt [2]. Demnach wird die Ariane 5 als Lastesel der ESA weiterentwickelt, aber auch die Ariane 6 wird kommen, bis 2021 oder 2022. Damit hĂ€tten sowohl Deutschland, wo wichtige Teile der Ariane 5 gebaut werden als auch die Franzosen, die eine FĂŒhrungsrolle bei der Entwicklung der Ariane 6 einnehmen wollen, ihr vorrangiges Ziel erreicht, erlĂ€uterte [3] der Spiegel.
Die geplanten Investitionen sollen schwerpunktmĂ€Ăig in Bereiche mit hohem Wachstumspotenzial gehen, die sich auch direkt auf die Wirtschaft auswirken. Das sind beispielsweise Telekommunikation und Meteorologie. DarĂŒber hinaus haben sich die ESA-Staaten auch dafĂŒr entschieden, dass sich die Organisation an dem US-Weltraumtransporter Orion beteiligen soll. Dieses sogenannte Multi-Purpose Crew Vehicle (MPCV) der NASA soll Anfang 2014 einen ersten Testflug durchfĂŒhren [4]. Die Kapsel soll spĂ€ter bis zu vier Personen in Flughöhen befördern, die im Rahmen der bemannten Raumfahrt seit 1973 nicht mehr erreicht wurden.
AuĂerdem einigten sich die Minister darauf, die Vorbereitung einer Roboter-Mission zum Mars weiter voranzutreiben. In internationaler Zusammenarbeit sollen dann Gesteinsproben vom Roten Planeten zurĂŒck zur Erde gebracht werden. Insgesamt seien fĂŒr die kommenden Jahre 10 Milliarden Euro genehmigt worden. Wie die Ausgaben konkret aufgeteilt werden, will die Organisation noch bekanntgeben.
(Bild:Â ESA/CNES/Arianespace/Optique Video du CSG)
Auch hinsichtlich des Beitrags zur Internationalen Raumstation habe es einen Durchbruch gegeben und das verbucht GroĂbritannien fĂŒr sich. Das Land will einmalig 20 Millionen Euro zahlen, um die Beteiligung der EuropĂ€er an dem internationalen Projekt sicherzustellen. Wie der Guardian vergangene Woche erlĂ€uterte [5], hatte dieser Schritt aber sicher noch einen anderen Hintergrund. Unter den Astronauten, die gegenwĂ€rtig auf Missionen mit Orion vorbereitet werden, befindet sich auch Tim Peake. Sollte er ins All fliegen, wĂ€re er der erste Brite, der dies ohne private Finanzierung oder die Annahme der US-amerikanischen StaatsbĂŒrgerschaft geschafft hĂ€tte.
Der EuropĂ€ischen Weltraumorganisation gehören mittlerweile 20 Staaten an, nachdem einen Tag vor Beginn der Konferenz in Neapel die Aufnahme Polens offiziell wurde [6]. Wenige Tage zuvor hatte die ESA in einem Video ihre Arbeit vorgestellt. AuĂerdem wurde darauf verwiesen, dass sie jeden EuropĂ€er jĂ€hrlich gerade einmal den Wert eines Kinotickets koste. In einem zweiten Film warb sie deswegen fĂŒr ihre Arbeit und verwies darauf, dass sich jeder investierte Euro fĂŒr Europa auszahle.
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(mho [8])
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[1] http://multimedia.esa.int/Videos/2012/11/ESA-Ministerial-Council-Press-Conference-replay
[2] http://www.esa.int/esaCP/Pr_37_2012_p_EN.html
[3] http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/esa-staaten-einigen-sich-im-ariane-streit-iss-beteiligung-gesichert-a-868429.html
[4] https://www.heise.de/news/NASA-Erster-Orion-Testflug-Anfang-2014-1376973.html
[5] http://www.guardian.co.uk/science/2012/nov/17/britons-could-explore-deep-space
[6] http://www.esa.int/esaCP/SEMXT291M9H_index_0.html
[7] https://www.heise.de/Datenschutzerklaerung-der-Heise-Medien-GmbH-Co-KG-4860.html
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