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ESA: Erneuter Absturz einer Vega-Rakete

Oliver BĂŒnte

Der 17. Start einer Vega-TrÀgerrakete.

(Bild: Arianespace (Screenshot))

Der 17. Start einer Vega-TrÀgerrakete endete wenige Minuten nach dem Start in einem Verlust der Rakete und der Satelliten.

Der 17. Start einer Vega-Rakete ist missglĂŒckt. Wie die europĂ€ische Raumfahrtagentur ESA mitteilte, sei die Mission VV17 gescheitert, weil acht Minuten nach dem Start die ZĂŒndung des Motors der AVUM-Stufe einen Fehler erzeugte und der Flugkörper in der Folge von der geplanten Flugbahn abwich und zusammen mit zwei Satelliten in der ErdatmosphĂ€re verglĂŒhte. Zurzeit werden die Telemetriedaten des Fluges ausgewertet, um die Ursache des Fehlers zu ermitteln. Möglicherweise könnte dieser nunmehr zweite Absturz einer Vega-Rakete Auswirkungen auf das Programm der Nachfolgerakte Vega-C haben.

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Mit der Vega-TrÀgerrakete sollten der Erdbeobachtungssatellit SEOSAT-Ingenio aus Spanien sowie der französische Forschungssatellit Taranins zur Beobachtung elektromagnetischer PhÀnomene in der AtmosphÀre in eine Erdumlaufbahn gebracht werden. Taranis war nach Angaben von Arianespace der erste Satellit dieser Art.

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Die vierte Stufe der TrĂ€gerrakete, die AVUM-Stufe, enthĂ€lt die Nutzlast und wird im Gegensatz zu den drei anderen Raketenstufen nicht mit Festbrennstoff sondern mit FlĂŒssigbrennstoff betrieben. Nach der ZĂŒndung des aus der Ukraine stammenden Triebwerks der AVUM-Stufe sank allerdings die Geschwindigkeit der Rakete, sodass sie nicht die erforderliche Geschwindigkeit erreichte, um die Satelliten in der richtigen Höhe in eine stabile Erdumlaufbahn zu bringen. In der Folge der Kursabweichung verglĂŒhte die vierte Vega-Stufe zusammen mit ihrer Nutzlast.

Genaue Angaben zum Absturz der Rakete lieferten die ESA und die fĂŒr den Betrieb und Vermarktung verantwortliche Arianespace in der knappen Mitteilung zum Absturz nicht. Mehr Informationen zum Fehlschlag sollen aber am frĂŒhen Dienstagnachmittag aus Paris geliefert werden, versprachen ESA [3] und Arianespace. Die Ursache fĂŒr den Fehler der vierten Raketenstufe ist noch unklar. Dies werden erst eine Auswertung der Telemetriedaten und weitere Untersuchungen ergeben.

Der Absturz der Vega-Rakete ist bereits der zweite Fehlschlag. Schon im Juli 2019 endete der 15. Flug mit einer Vega-Rakete mit einen Verlust [4]. Damals trat ein Fehler in der zweiten Raketenstufe auf. Gas drang in die in Italien gefertigte Raketenstufe ein und ließ sie auseinanderbrechen. Der neuerliche RĂŒckschlag lĂ€sst die ZuverlĂ€ssigkeit der Vega-TrĂ€gerrakete fĂŒr die sichere Beförderung von Satelliten in die Erdumlaufbahn weiter sinken.

Zwar steht mit der Vega-C (Vega Consolidated) eine leistungsstĂ€rkere Variante bereits in den Startlöchern, doch basiert nach Angaben des Herstellers Avio [5] deren vierte AVUM+-Stufe auf einer modifizierten Variante der AVUM-Stufe der Vega. Bei der Vega-C sind auch die beiden ersten Raketenstufen ĂŒberarbeitet worden. Die P120C und die Zefiro 40 ersetzen die VorgĂ€ngerversionen. Die dritte Raketenstufe, Zefiro 9, bleibt jedoch erhalten.

Erst die Nachfolgevariante Vega-E (Vega Evolution) soll eine deutlichere Überarbeitung erfahren. Die dritte und vierte Stufe sollen dann durch eine Methan-betriebene Stufe ersetzt werden. Die Vega-C sollte ursprĂŒnglich 2021 ihren Jungfernflug absolvieren, ob jetzt Modifikationen notwendig sind und der Terminplan damit noch haltbar ist, bleibt abzuwarten.

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(olb [7])


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[3] https://www.esa.int/Newsroom/Vega_flight_VV17_SEOSAT-Ingenio_TARANIS_mission_failure
[4] https://www.heise.de/news/Ein-Jahr-nach-Absturz-Europas-Vega-Rakete-wieder-im-Einsatz-4885529.html
[5] https://www.avio.com/vega-c
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