E-Plus und O2 beantragen höhere Terminierungsentgelte
Die deutschen Mobilfunknetzbetreiber haben ihre AntrĂ€ge auf Genehmigung neuer Durchleitungsentgelte bei der Bundesnetzagentur vorgelegt und fordern zum Teil deutlich höhere GebĂŒhren als bisher.
Die Regulierung des deutschen Mobilfunkmarktes [1] schreitet voran. Die vier Netzbetreiber haben bei der Bundesnetzagentur [2] eine Aufstellung ihrer Kosten eingereicht und darauf aufbauend zum Teil deutlich höhere Terminierungsentgelte beantragt. Die Regulierungsbehörde legt die Entgelte nun bis Mitte November neu fest.
Die beiden kleinen Mobilfunknetzbetreiber E-Plus und O2 haben deutlich höhere GebĂŒhren fĂŒr die Vermittlung von GesprĂ€chen aus anderen Netzen beantragt als die 12,4 Cent, die sie bisher berechnen. O2 will bis Ende 2006 knapp 26 Cent pro Minute verlangen, ab 2007 dann 21 Cent. E-Plus begnĂŒgt sich mit etwa 16 Cent. T-Mobile und Vodafone erhalten bisher 11 Cent pro Minute und bewegen sich mit ihren AntrĂ€gen auch in dieser Region. T-Mobile beantragte etwas ĂŒber 12 Cent, Vodafone bleibt bei genau 11 Cent pro Minute. Das geht aus den AntrĂ€gen der Unternehmen [3] hervor, die die Bundesnetzagentur am heutigen Mittwoch veröffentlicht hat.
Den AntrĂ€gen mussten die Netzbetreiber eine Aufstellung sĂ€mtlicher relevanten Kosten zugrunde legen. Auch damit begrĂŒnden O2 und E-Plus jetzt die höhere Entgeltforderung. Bisher hatten sich die beiden Netzbetreiber eigentlich fĂŒr eine Absenkung der Terminierungsentgelte ausgesprochen [4]. Mit einem Kompromiss wollten die vier Unternehmen die drohende Regulierung der Branche abwenden [5]. O2 wollte im Rahmen der freiwilligen Einigung die Terminierungsentgelte auf unter 11 Cent senken, T-Mobile und Vodafone hatten 9,4 Cent angeboten.
Der geplante Kompromiss scheiterte jedoch an E-Plus. Die DĂŒsseldorfer pochten auf einen deutlicheren Abstand zu den Entgelten, die die D-Netzbetreiber berechnen, und argumentierte mit höheren Netzkosten. E-Plus lieĂ das Abkommen unter scharfer Kritik [6] der Konkurrenten platzen [7] und brachte damit erneut die Bundesnetzagentur auf den Plan, die daraufhin die Vorab-Regulierung [8] der Entgelte anordnete. Branchenkenner rechnen weiterhin mit einer Senkung der Entgelte durch den Regulierer. (vbr [9])
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[1] https://www.heise.de/news/Chef-der-Bundesnetzagentur-kuendigt-Eingriff-in-den-Mobilfunkmarkt-an-128299.html
[2] http://www.bundesnetzagentur.de
[3] http://www.bundesnetzagentur.de/enid/Entgeltregulierung/Antrag/Einleitung__Zugang_zu_oeffentlichen_Telefonnetzen__Mobilfunk__2y7.html
[4] https://www.heise.de/news/E-Plus-fordert-deutliche-Senkung-der-Netzentgelte-124868.html
[5] https://www.heise.de/news/Deutschen-Mobilfunk-Anbietern-droht-weiterhin-Regulierung-122154.html
[6] https://www.heise.de/news/T-Mobile-Chef-kritisiert-E-Plus-124567.html
[7] https://www.heise.de/news/E-Plus-fordert-Marktregulierung-122398.html
[8] https://www.heise.de/news/Regulierungsbescheide-fuer-deutsche-Mobilfunkbetreiber-157014.html
[9] mailto:vbr@heise.de
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