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E-Book-Streit: Google hilft Apple

Martin Holland

In dem Verfahren musste ein Verantwortlicher von Google seine Aussage unter Eid grĂ¶ĂŸtenteils revidieren und bescherte den AnwĂ€lten von Apple dabei einen Teilsieg.

In dem Verfahren [1] gegen Apple wegen angeblich wettbewerbswidriger Preisabsprachen bei E-Books hat ein Verantwortlicher von Google seine frĂŒheren Aussagen revidiert und damit Apples AnwĂ€lten einen Etappensieg beschert. Das berichtet [2] The Verge von dem Prozess in New York. Tom Turvey, bei Google Direktor fĂŒr strategische Partnerschaften, hat demnach zuerst ausgesagt, Vertreter der US-Verlage hĂ€tten ihm Anfang 2010 direkt erklĂ€rt, sie wĂŒrden auf Druck von Apple zu dem Agenturmodell wechseln [3]. Unter Eid habe er diese Aussage jedoch zurĂŒckziehen mĂŒssen.

Auf die bohrenden Nachfragen von Apples Anwalt hin habe Turvey erklĂ€rt, dass er sich unsicher sei, welche Passagen in seiner ErklĂ€rung von ihm selbst und welche von seinem Anwalt stammten. Außerdem habe er sich an keinen Namen der Verlagsvertreter erinnern können und eingestanden, dass der Wechsel der Verlage zu dem Agenturmodell auch fĂŒr Googles GeschĂ€ft wichtig gewesen sei. Seine ursprĂŒngliche Aussage habe er dann noch weiter revidiert: Mit ihm selbst habe kein Verlagsvertreter ĂŒber den angeblich erzwungenen Wechsel gesprochen, sondern "wahrscheinlich" mit jemandem in seinem Team.

Das US-Justizministerium wirft Apple vor [4], konspirativ mit den Verlagen deren gemeinsamen Wechsel zum Agenturmodell veranlasst zu haben. Vor der EinfĂŒhrung [5] des iPad Anfang 2010 hatte MarktfĂŒhrer Amazon den Verlagen Großhandelspreise fĂŒr E-Books gezahlt und die dann teilweise billiger an die Kunden verkauft, um etwa fĂŒr den Kindle zu werben. Nach dem Wechsel zum Agenturmodell legten die Verlage die – nun höheren – Preise fest und der HĂ€ndler bekam einen prozentualen Anteil.

Um diesen Wechsel durchzusetzen, gab es in den VertrĂ€gen zwischen Apple und den Verlagen eine Klausel, die untersagte, dass BĂŒcher bei anderen Anbietern gĂŒnstiger angeboten werden dĂŒrften. Das kritisierte die US-Regierung besonders heftig, weil sie auch andere Anbieter zwang, ihre Preise anzupassen. Doch wie Amazon in dem Prozess bereits eingestanden hat [6], fand diese Klausel dann auch Eingang in die eigenen neuen VertrĂ€ge mit den Verlagen.

Siehe dazu auch:

(mho [17])


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https://www.heise.de/-1884453

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[1] https://www.heise.de/news/E-Book-Streit-Prozess-gegen-Apple-hat-begonnen-1875702.html
[2] http://www.theverge.com/2013/6/6/4404026/google-helps-doj-make-first-big-mistake-in-apple-ebook-trial
[3] https://www.heise.de/news/Preisabsprachen-bei-E-Books-Einblicke-in-Geschaeftsmodelle-von-Apple-und-Verlagen-1575487.html
[4] https://www.heise.de/news/Apple-vs-USA-Streit-um-Preisabsprachen-bei-E-Books-1519352.html
[5] https://www.heise.de/ratgeber/Apple-iPad-Steve-Jobs-praesentiert-eine-neue-Geraetekategorie-1901161.html
[6] https://www.heise.de/news/E-Book-Streit-Suche-nach-dem-Boesen-1883932.html
[7] https://www.heise.de/news/E-Book-Streit-Suche-nach-dem-Boesen-1883932.html
[8] https://www.heise.de/news/E-Book-Streit-Prozess-gegen-Apple-hat-begonnen-1875702.html
[9] https://www.heise.de/news/E-Book-Streit-Richterin-tendiert-gegen-Apple-1868886.html
[10] https://www.heise.de/news/E-Book-Streit-Apple-Chef-muss-aussagen-1822769.html
[11] https://www.heise.de/news/Macmillan-legt-US-Kartellverfahren-wegen-E-Books-bei-1801073.html
[12] https://www.heise.de/news/E-Books-US-Justizministerium-einigt-sich-mit-Penguin-1771826.html
[13] https://www.heise.de/news/E-Book-Streit-Aussergerichtliche-Einigung-genehmigt-1702432.html
[14] https://www.heise.de/news/E-Book-Streit-Verlage-zahlen-Millionen-Kunden-Entschaedigungen-1695648.html
[15] https://www.heise.de/news/Preisabsprachen-bei-E-Books-Einblicke-in-Geschaeftsmodelle-von-Apple-und-Verlagen-1575487.html
[16] https://www.heise.de/news/Apple-vs-USA-Streit-um-Preisabsprachen-bei-E-Books-1519352.html
[17] mailto:mho@heise.de