zurück zum Artikel

E-Book-Streit: Barnes & Noble entlastet Apple

Martin Holland

Eine Vertreterin des US-BuchhĂ€ndlers Barnes & Noble hat ausgesagt, ihr Konzern hĂ€tte noch vor Apple geplant, die Verlage von einem Wechsel zum Agenturmodell zu ĂŒberzeugen. Das untergrĂ€bt einen der wichtigsten VorwĂŒrfe gegen Apple.

Im Prozess [1] gegen Apple wegen angeblich wettbewerbswidriger Preisabsprachen im E-Book-GeschĂ€ft musste das klagende US-Justizministerium einen weiteren [2] RĂŒckschlag hinnehmen. Laut [3] CNN erklĂ€rte Theresa Horner von Barnes & Noble [4], ihr Buchhandelskonzern habe bereits vor Apple geplant, das GeschĂ€ftsmodell mit den großen Verlagen zu wechseln. Der Vorwurf des Justizministeriums lautet jedoch, erst Apple habe die Verlage dazu gedrĂ€ngt, vom Modell der Großhandelspreise zum Agenturmodell zu wechseln.

Barnes & Noble verkauft E-Books fĂŒr den Nook.

(Bild: Barnes & Noble)

Horner hat ausgesagt, dass Barnes & Noble VertrĂ€ge nach dem Agenturmodell ausgearbeitet hat, die am Ende fast die gleichen Konditionen wie Apple festlegten. So sollten die Verlage die Preise fĂŒr E-Books selbst festlegen und HĂ€ndler dann davon pro verkauftem Buch 30 Prozent erhalten. Außerdem habe es auch eine Klausel der "Most Favored Nation" enthalten, das heißt BĂŒcher dĂŒrften nirgends billiger verkauft werden. Das US-Justizministerium macht jedoch Apple fĂŒr die EinfĂŒhrung dieser Klausel verantwortlich. Nach deren Übernahme passte auch Amazon seine Verkaufspreise an. Zuvor hatte der OnlinehĂ€ndler E-Books teilweise unter dem Einkaufswert verĂ€ußert.

Barnes & Noble sei jedenfalls nicht dazu gezwungen worden, die GeschĂ€ftsmodelle zu wechseln. Das Unternehmen habe dies getan, um zu ĂŒberleben. Zuvor habe Barnes & Noble typischerweise 13 US-Dollar fĂŒr 26 US-Dollar teure BĂŒcher bezahlt. Amazon habe die Titel dann fĂŒr 10 US-Dollar verkauft und wenn man nachgezogen habe, verlor man pro Buch Geld. Der Wechsel zum Agenturmodell hĂ€tte jedoch bedeutet, dass man beim Verkauf eines 10 US-Dollar teuren Buches 3 US-Dollar behalten hĂ€tte, statt so viel zu verlieren.

Siehe dazu auch:

(mho [17])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-1893262

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/E-Book-Streit-Prozess-gegen-Apple-hat-begonnen-1875702.html
[2] https://www.heise.de/news/E-Book-Streit-Google-hilft-Apple-1884453.html
[3] http://tech.fortune.cnn.com/2013/06/19/apple-ebooks-barnes-noble/
[4] http://www.barnesandnoble.com/
[5] https://www.heise.de/news/E-Book-Streit-Steve-Jobs-Postfach-vor-Gericht-1887780.html
[6] https://www.heise.de/news/E-Book-Streit-Google-hilft-Apple-1884453.html
[7] https://www.heise.de/news/E-Book-Streit-Suche-nach-dem-Boesen-1883932.html
[8] https://www.heise.de/news/E-Book-Streit-Prozess-gegen-Apple-hat-begonnen-1875702.html
[9] https://www.heise.de/news/E-Book-Streit-Richterin-tendiert-gegen-Apple-1868886.html
[10] https://www.heise.de/news/E-Book-Streit-Apple-Chef-muss-aussagen-1822769.html
[11] https://www.heise.de/news/Macmillan-legt-US-Kartellverfahren-wegen-E-Books-bei-1801073.html
[12] https://www.heise.de/news/E-Books-US-Justizministerium-einigt-sich-mit-Penguin-1771826.html
[13] https://www.heise.de/news/E-Book-Streit-Aussergerichtliche-Einigung-genehmigt-1702432.html
[14] https://www.heise.de/news/E-Book-Streit-Verlage-zahlen-Millionen-Kunden-Entschaedigungen-1695648.html
[15] https://www.heise.de/news/Preisabsprachen-bei-E-Books-Einblicke-in-Geschaeftsmodelle-von-Apple-und-Verlagen-1575487.html
[16] https://www.heise.de/news/Apple-vs-USA-Streit-um-Preisabsprachen-bei-E-Books-1519352.html
[17] mailto:mho@heise.de