Dual-View-Display von Bosch debütiert in Mercedes S-Klasse

Ab Sommer stattet Mercedes die S-Klasse mit einem Bosch-Display aus, das für Fahrer und Beifahrer zur gleichen Zeit jeweils ein anderes Bild erzeugt. So kann dieser fernsehen, ohne den Fahrer abzulenken

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  • ssu
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Stuttgart, 10. Dezember 2008 – Ab dem kommenden Sommer stattet Mercedes seine S-Klasse-Modelle mit einem Bildschirm aus, der für Fahrer und Beifahrer zur gleichen Zeit jeweils ein anderes Bild erzeugt. Während dem Fahrer aus Sicherheitsgründen lediglich die bekannten Anzeigen des Bedien- und Anzeigesystems "Comand" – zum Beispiel Radio, Navigation oder Telefonie – zur Verfügung stehen, kann sich der Beifahrer auch eine DVD anschauen oder fernsehen.

Das System beruht auf einem hinterleuchteten Farb-Aktivmatrix-Display (TFT-LCD) mit 8 Zoll (rund 20 Zentimeter) Bilddiagonale und einer speziellen Maske, die vor der Flüssigkristallschicht angebracht ist. Um die beiden verschiedenen Bilder simultan darstellen zu können, sind benachbarte Pixelspalten jeweils entweder dem Fahrerbild oder dem Beifahrerbild zugeordnet. Die Maske wiederum lässt abhängig vom Betrachtungswinkel nur diejenigen Pixelspalten durch, aus denen das eine oder das andere Bild aufgebaut ist. Der Beifahrer kann dabei seine Programmauswahl per Fernbedienung steuern und einen Kopfhörer anschließen, um den Fahrer nicht zu stören. Informationen, ob das Display mit dem kommenden Facelift zur Serienausstattung der S-Klasse gehört oder ob es als aufpreispflichtiges Extra angeboten wird, liegen noch nicht vor.

Dual-View-Display von Bosch debütiert in Mercedes S-Klasse (2 Bilder)

Die Spezialmaske des Dual-View-Displays lässt aus dem Blickwinkel des Fahrers keine Bilder durch, die ihn ablenken könnten. (Bild: Mercedes-Benz)

Das Display stammt von Bosch, das die Technik Anfang des Jahres unter dem Namen "Dual View" vorgestellt hat. Bereits im September 2007 hatte der US-amerikanische Automobilzulieferer Delphi ein ähnliches System gezeigt, doch zumindest in Europa noch keinen Abnehmer für die Großserie gefunden. Ein Vorteil der Technologie besteht darin, dass die Abmessungen der Doppel-Displays denen einfacher Anzeigen entsprechen und in die gleichen Einbauschächte im Armaturenbrett passen. Ein Nachteil des Verfahrens ist, dass die horizontale Auflösung eines Dual-View-Displays nur halb so groß ist wie die einer gleich großen konventionellen Anzeige.

Bei Mercedes-Benz debütiert das neuartige Display unter dem Namen "Splitview". Dies könnte in die Irre führen, da zum Beispiel Hersteller von Navigationssystemen diesen Begriff gleichbedeutend mit "Split-Screen" verwenden – damit ist allerdings die Anzeige von zwei separaten Bildern nebeneinander gemeint, die unabhängig vom Blickwinkel für alle Betrachter sichtbar sind. (ssu)