Drachen fliegen fĂŒr sauberen Strom
Der aktuelle Prototyp EK30 von EnerKite
(Bild: EnerKite GmbH)
Das Start-up EnerKite zeigt auf der Hannover Messe einen ganz neuen Ansatz zur Windstromgewinnung: Zur Stromerzeugung soll die Energie statt von rotierenden BlĂ€ttern von einem groĂen Drachen gesammelt werden.
In hohen Luftschichten weht fast immer Wind. Das Problem ist aber in einer Höhe von 200 oder 300 Metern die Kraft des Windes einzufangen. Das Start-up EnerKite [1] besinnt sich dafĂŒr auf eine Technik, die jeder seit seiner Kindheit kennt: Drachen. Die Berliner Firma lĂ€sst dafĂŒr einen Lenkdrachen computergesteuert aufsteigen und im starken Höhenwind kreisen. Die Energie gewinnt die Drachenfluganlage, indem die Leinen langsam vom Drachen auf volle LĂ€nge gezogen werden. Hat das FluggerĂ€t seine Maximalhöhe erreicht, wird es mit geringem Energieaufwand wieder auf Ausgangshöhe gezogen und der nĂ€chste Zyklus zur Stromerzeugung gestartet.
Der Vorteil des Systems liegt darin, dass kein Mast gebaut werden muss, der bis in die energiereichen Höhenwinde ragt. ErschlieĂung, Fundament und Mast erzeugen bei traditionellen Windkraftanlagen einen GroĂteil der Baukosten. AuĂerdem reichen die Masten der gröĂten WindrĂ€der an Land bisher nur auf eine Höhe von ungefĂ€hr 150 Metern, sodass die Anlagen oft nicht genug Wind einfangen, um ihre volle Leitung zu erbringen.
Spiralförmiger Aufstieg
Starten und landen kann der flĂŒgelförmige Lenkdrachen mit einem Arm auf dem Dach der Basisstation. Dieser schleudert das FluggerĂ€t im Kreis und lĂ€sst es los, sobald sich die Flugbahn stabilisiert hat. AnschlieĂend schraubt sich der Drachen auf einer spiralförmigen Bahn bis auf Betriebshöhe und beginnt dort in verschlungenen Bahnen den Wind einzufangen. Start und Landung sollen mit dieser Technik auch dann möglich sein, wenn am Boden völlige Flaute herrscht.
AbstĂŒrze kann sich Alexander Bohrmann von EnerKite am Stand des Unternehmens auf der Hannover Messe nicht vorstellen. Sollte plötzlich kein Wind mehr wehen, kann der Drachen noch landen, versichert er. Ob die zahlreichen BĂŒrgerinitiativen gegen Windkraftanlagen mit einem Lenkdrachen in der NĂ€he ihrer HĂ€user glĂŒcklicher wĂ€ren, bleibt abzuwarten. Leiser soll das System auf jeden Fall sein und im schlimmsten Fall lĂ€sst es sich leichter zurĂŒckbauen.
Drachenwindkraftanlage von EnerKite (0 Bilder) [2]
Wer an den Erfolg der Windkraftdrachen glaubt, kann der Firma auf der Crowdinvestmentplattform Fundernation [4] noch in den nÀchsten zwei Wochen einen Kredit ab 100 Euro gewÀhren. Wer sich vorher aus erster Hand informieren lassen will, kann das auf der Hannover Messe in Halle 2, Stand A32 [5]. (pmk [6])
URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-2606220
Links in diesem Artikel:
[1] http://www.enerkite.de/
[2] https://www.heise.de/bilderstrecke/1468428.html?back=2606220;back=2606220
[3] https://www.heise.de/bilderstrecke/1468428.html?back=2606220;back=2606220
[4] https://www.fundernation.eu/fundernation/projects/enerkite
[5] http://www.hannovermesse.de/aussteller/enerkite/U878307
[6] mailto:pmk@heise.de
Copyright © 2015 Heise Medien