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Digitale Bilderrahmen mit Viren

Daniel Bachfeld

Der Elektronik-HĂ€ndler Best Buy verkaufte ĂŒber die Feiertage 10-Zoll-Bilderrahmen, die auf dem internen USB-Speicher einen Virus enthielten. Der Virus soll Windows-PCs beim Anschluß an den Rahmen infizieren.

MP3-Player [1] und externe Festplatten [2], die ab Werk einen Virus enthalten, sind mittlerweile ein alter Hut. Neu sind SchĂ€dlinge auf den immer beliebter werdenden digitalen Bilderrahmen [3]. US-Medienberichten zufolge verkaufte der Elektronik-HĂ€ndler Best Buy [4] ĂŒber die Feiertage 10-Zoll-Bilderrahmen der Marke Insignia (NS-DPF10A), die auf dem internen USB-Speicher einen Virus enthielten. Bislang gibt es noch keine nĂ€heren Informationen zu dem SchĂ€dling. Insignia hat den Vorfall bestĂ€tigt und gibt an, dass es sich um einen Ă€lteren Virus handeln soll, der versucht, sich weiterzuverbreiten, sobald man den digitalen Bilderrahmen an einen Windows-PC anschließt, um Fotos in den Bilderrahmen zu laden.

Auf die Rahmen soll der Virus wĂ€hrend der Produktion gelangt sein. Das Problem trat bereits Anfang Januar bei Best Buy auf, allerdings hat man erst Ende vergangener Woche einen Hinweis zu dem Problem veröffentlicht. Wie viele Anwender im Besitz eines infizierten Rahmens sind, wollten weder Best Buy noch Insignia angeben. Weniger als zwei Dutzend Kunden sollen bislang die GerĂ€te mit dem Hinweis auf einen Virus an den HĂ€ndler zurĂŒckgegeben haben. Die anderen Kunden sollen mit einem konkreten Handlungsvorschlag demnĂ€chst informiert werden. Virenscanner mit aktuellen Signaturen sollen den SchĂ€dling erkennen können.

Der Antivirenspezialist Sophos [5] mutmaßt, dass eine fehlende QualitĂ€tssicherung einer der GrĂŒnde fĂŒr solche VorfĂ€lle sei. Viele der großen Hersteller wĂŒrden ihre Produkte in China fertigen lassen, wo man es mit der Kontrolle nicht so genau nehme. Sophos empfiehlt, sĂ€mtliche Autorun-Funktionen auf dem PC zu deaktivieren, ohne die sich kein SchĂ€dling beim Anschluss eines GerĂ€tes oder Einlegen eines Mediums automatisch ausfĂŒhren kann.

Dies ist allerdings kein Allheilmittel, da die GerĂ€te im Speicher oftmals installierte Software zum Betrieb mitbringen, die der Anwender manuell starten muss. FĂŒr den Anwender dĂŒrfte nicht so ohne Weiteres ersichtlich sein, welche Software nun zum normalen Lieferumfang gehört und welche nicht.

Siehe dazu auch:

(dab [8])


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https://www.heise.de/-182973

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Apple-lieferte-einige-Video-iPods-mit-Wurm-aus-172994.html
[2] https://www.heise.de/news/USB-Festplatten-mit-Virus-ausgeliefert-178068.html
[3] https://www.heise.de/news/Digitale-Bilderrahmen-immer-beliebter-174427.html
[4] http://www.bestbuy.com/
[5] http://www.sophos.com/
[6] http://redtape.msnbc.com/2008/01/digital-picture.html
[7] http://www.sophos.com/security/blog/2008/01/1012.html
[8] mailto:dab@ct.de