Die Rückkehr des Datenhandschuhs: Manus VR ausprobiert
Den Manus-VR-Datenhandschuh orientiert sich mit Hilfe eines Vive-Trackers im Raum.
(Bild: heise online / jkj)
Der Datenhandschuh Manus VR soll Virtual Reality noch immersiver machen als Standard-Handcontroller. Wir haben die Handschuhe auf der CeBIT ausprobiert.
Seit 2014 bastelt das niederländische Start-up Manus VR [1] an einer zeitgemäßen Variante des guten, alten Datenhandschuhs [2] für Virtual Reality – und im Juni soll es nun endlich soweit sein, dann werden die ersten Bestellungen ausgeliefert. Wir haben auf der CeBIT [3] (Halle 17) ein Vorserienmodell ausprobiert.
Das Immersions-Gefühl ist besser als mit konventionellen Hand-Controller; es fühlt sich realistischer an, Dinge in VR zu greifen, wenn man nicht schon etwas anderes in der Hand hat. Allerdings wirkte die Software-Demo am Manus-Stand etwas mit heißer Nadel gestrickt, so dass das gegenüber Hand-Controllern präzisere Tracking nicht adäquat zur Geltung kam.
Nur der Daumen wird auch seitwärts getrackt
Manus VR kann Spreizung und Krümmung von Zeige-, Mittel-, Ring- und kleinem Finger registrieren, die Schalter im Stoff erkennen (anders als Konkurrent Noitom Hi5 [4]) keine Seitwärtsbewegungen. Nur der Daumen wird dank zusätzlicher Lagesensoren vollständig getrackt. Die Position der Hände im Raum ermittelt während unserer Demo HTCs noch nicht offiziell erhältlicher Tracking-Puck. Der Vive-Tracker war über eine spezielle Manschette am Handgelenk fixiert.
Statt Privatanwender hat Manus die Profi-Zielgruppe im Visier – der Datenhandschuh soll für präzises Hand-Tracking bei professionellen Industrie-Anwendungen und Trainings-Simulationen sorgen. Außerdem kann man Manus VR auch für Hand-Motion-Capturing einsetzen, die Handschuhe sind kompatibel mit den MoCap-Systemen OptiTrack, PhaseSpace, Vicon und Xsens.
Manus VR: 1000 Euro pro Paar
Dass man sich eher auf Profis konzentriert, hat auch mit dem Verkaufspreis zu tun: Manus VR ruft 1000 Euro für ein Paar Handschuhe auf – die Produktionskosten seien extrem hoch, erklärte ManusVR-Mitgründer Bov Vlemmix gegenüber heise online. Zum Beispiel würden die Sensoren aufwendig per Hand in den Stoff eingebracht. Die Manschetten für die (nicht mitgelieferten) Vive-Tracker kosten 200 Euro pro Paar. (jkj [5])
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[1] https://manus-vr.com/#product-anchor
[2] https://en.wikipedia.org/wiki/Power_Glove
[3] https://www.heise.de/thema/CeBIT
[4] https://www.heise.de/news/HTC-Vive-mit-Noitom-Hi5-Handschuh-ausprobiert-Ohne-Controller-in-die-VR-greifen-3589783.html
[5] mailto:jkj@ct.de
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