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COP26: Deutschland und vier EU-LĂ€nder gegen "nachhaltige" Atomkraft

Andreas Wilkens

Der französische Atomstandort Flamanville. Am dritten Reaktor, einem EPR, wird seit 2007 gebaut.

(Bild: EDF)

FĂŒnf EU-LĂ€nder haben auf der Weltklimakonferenz an die EU-Kommission appelliert, die Atomkraft nicht als nachhaltige Investition einzustufen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hat sich nun auch auf internationaler Ebene dagegen ausgesprochen, dass die EU-Kommission die Atomkraft als nachhaltig einstuft. Zusammen mit den Vertretern DĂ€nemarks, Luxemburgs, Österreichs und Portugals hat sie auf der 26. Weltklimakonferenz in Glasgow (COP26) eine ErklĂ€rung fĂŒr eine atomfreie EU-Taxonomie abgegeben.

"Wir erkennen das souverĂ€ne Recht der Mitgliedstaaten an, als Teil ihrer nationalen Energiesysteme fĂŒr oder gegen Kernenergie zu entscheiden", heißt es in der ErklĂ€rung [1]. "Wir sind jedoch besorgt, dass die Einbeziehung der Kernenergie in die Taxonomie ihrer IntegritĂ€t, GlaubwĂŒrdigkeit und damit ihrem Nutzen dauerhaft schaden wĂŒrde."

Die Atomkraft sei mit dem Grundsatz der EU-Taxonomieverordnung, "keinen erheblichen Schaden anzurichten", nicht vereinbar, heißt es weiter in der ErklĂ€rung. Die fĂŒnf LĂ€nder fordern die EuropĂ€ische Kommission daher auf, nicht von dem Weg abzuweichen, den sie eingeschlagen habe, um die EU zum globalen Leitmarkt fĂŒr nachhaltige Finanzen zu machen.

Viele Sparer und Investoren wĂŒrden das Vertrauen in Finanzprodukte verlieren, die als "nachhaltig" vermarktet werden, wenn sie befĂŒrchten mĂŒssten, dass sie durch den Kauf dieser Produkte Atomkraft finanzieren wĂŒrden. Mehrere renommierte institutionelle Investoren hĂ€tte sich gegen die Einbeziehung der Atomkraft ausgesprochen. Diese Stimmen sollten gehört werden, meinen die fĂŒnf LĂ€nder.

Die EU-Kommission arbeitet zurzeit an einem Entwurf fĂŒr eine Verordnung darĂŒber, welche Investitionen als nachhaltig gelten sollen. Ende Oktober gab KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen bekannt, dabei wĂŒrden Atomkraft und fĂŒr eine Übergangszeit auch Erdgas berĂŒcksichtigt [2]. Damit dĂŒrfte die Kommission dem Ansinnen Frankreichs entsprechen, das sich im MĂ€rz zusammen mit anderen LĂ€ndern an die Kommission gewandt hatte [3]. Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron hatte diese Woche in einer Fernsehansprache neue Atomkraftwerke angekĂŒndigt [4], die britische Regierung unterstĂŒtzt PlĂ€ne der Rolls-Royce Group, Mini-AKW zu entwickeln [5].

Die österreichische Regierung hatte dieses Jahr eine Studie veröffentlicht, laut der Atomkraft nicht nachhaltig sei und auch nicht dem Klimawandel bekommen könne [6]. Die Gemeinsame Forschungsstelle der EU-Kommission kam im MÀrz zu dem Schluss, Atomkraft sei nicht schÀdlicher als andere Stromerzeugung [7].

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(anw [9])


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[1] https://www.bmu.de/meldung/joint-declaration-for-a-nuclear-free-eu-taxonomy-de
[2] https://www.heise.de/news/EU-Taxonomie-EU-Kommission-will-Atomkraft-und-Erdgas-als-nachhaltig-einstufen-6233210.html
[3] https://www.heise.de/news/Orban-und-Macron-wollen-von-der-EU-Foerderung-fuer-Atomkraft-5999778.html
[4] https://www.heise.de/news/Atomkraft-Macron-kuendigt-neue-AKW-an-scharfe-Kritik-von-Greenpeace-6263832.html
[5] https://www.heise.de/news/Atomkraft-Rolls-Royce-will-Mini-AKW-bauen-6262726.html
[6] https://www.heise.de/news/Studie-Atomkraft-ist-nicht-nachhaltig-und-hilft-nicht-im-Klimawandel-5046080.html
[7] https://www.heise.de/news/EU-Experten-Atomkraft-nicht-schaedlicher-als-andere-Stromerzeugung-6000642.html
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