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Deutsche Telekom setzt zum Sprung nach Frankreich und Spanien an

Nach der Expansion in Frankreich steht Spanien auf der Agenda der Telekom -- mit dem Vorpreschen von T-Online in Frankreich und Spanien stÀrkt die Telekom ihre Festnetzsparte T-Com.

Die Deutsche Telekom [1] setzt ĂŒber ihre Internet-Tochter T-Online [2] zum Sprung nach Frankreich und Spanien an. Mit dem Aufbau eines eigenen Breitbandnetzes [3] will das Unternehmen flĂ€chendeckend Internet-Dienste in Frankreich anbieten und damit dem Platzhirschen France Telecom [4] Konkurrenz machen. "Bis zum Jahresende wollen wir eine moderne Netzinfrastruktur aufbauen, mit der wir die HĂ€lfte der französischen Bevölkerung abdecken", sagte Vorstandschef Rainer Beaujean am Dienstag in Darmstadt der Finanz- Nachrichtenagentur dpa-AFX.

Mit einem weiteren Ausbau im kommenden Jahr und ĂŒber VertrĂ€ge mit Netzbetreibern will die Gesellschaft eine komplette Versorgung Frankreichs erreichen. Beaujean hatte den Ausbau der Töchter in Frankreich und Spanien im November vergangenen Jahres angekĂŒndigt und dafĂŒr bis zu eine Milliarde Euro reserviert.

Nach der Expansion in Frankreich steht Spanien auf der Agenda. Dort will Beaujean kein eigenes Netz ausbauen, da T-Online eine gĂŒnstige Liefervereinbarung mit einem Netzanbieter hat.

T-Online kommt im Nachbarland Frankreich die Rolle des kleinen Angreifers zu. "Wir wollen uns unter den fĂŒhrenden Playern in Frankreich positionieren", sagte Beaujean. Über T-Online kehrt die Telekom nach Mittel- und SĂŒdeuropa zurĂŒck: Nach der 1999 geplanten [5], aber gescheiterten [6] Fusion mit Telecom Italia zerbrach [7] auch die Mitte der neunziger Jahre vereinbarte Allianz mit France Telecom. Erst 2004 nĂ€herten sich [8] der Bonner Konzern und France Telecom allmĂ€hlich wieder an, als sie eine Zusammenarbeit fĂŒr Forschung und Entwicklung vereinbarten. Die Telekom ist nun vor allem in Osteuropa sowie den Vereinigten Staaten vertreten.

Mit dem Vorpreschen von T-Online in Frankreich und Spanien stĂ€rkt die Telekom ihre Festnetzsparte T-Com [9], mit der T-Online bis Ende September gegen den Widerstand [10] vor allem von AktionĂ€rsschĂŒtzern verschmolzen [11] werden soll. Der Zusammenschluss ist wesentlicher Teil der neuen Strategie von Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke, seinen Konzern auf die GeschĂ€ftsfelder Festnetz/Breitband, Mobilfunk und GeschĂ€ftskunden zu fokussieren. Mit den stark steigenden UmsĂ€tzen von T-Online will Ricke die RĂŒckgĂ€nge bei T-Com abfedern. (Martin Murphy, dpa-AFX) / (jk [12])


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[3] https://www.heise.de/news/T-Online-baut-eigenes-DSL-Netz-in-Frankreich-107961.html
[4] http://www.francetelecom.fr/fr/
[5] https://www.heise.de/news/Neuer-Telekomriese-will-weltweite-Fuehrungsrolle-14181.html
[6] https://www.heise.de/news/Telekom-Fusion-geplatzt-Olivetti-war-schneller-15701.html
[7] https://www.heise.de/news/Deutsch-franzoesische-Telekom-Scheidung-22595.html
[8] https://www.heise.de/news/Neue-Kooperation-zwischen-Deutscher-Telekom-und-France-Telecom-99773.html
[9] http://www.t-com.de
[10] https://www.heise.de/news/SdK-klagt-gegen-Fusion-von-T-Online-mit-Telekom-106509.html
[11] https://www.heise.de/news/Trotz-Anlegerprotesten-Telekom-schluckt-T-Online-157731.html
[12] mailto:jk@heise.de