Deutsche Bank nach T-Aktien-Verkäufen am Pranger
Die Deutsche Bank muss sich wegen ihres Vorgehens beim Handel mit Telekom-Aktien scharfe Kritik gefallen lassen.
Die Deutsche Bank muss sich wegen ihres Vorgehens beim Handel mit Telekom-Aktien scharfe Kritik gefallen lassen. Politiker der Regierungskoalition drohten der Großbank mit einer Prüfung durch die Börsenaufsicht. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Werner Schulz, bezeichnete die Transaktion als einen "Schlag ins Gesicht der Kleinaktionäre". Der finanzpolitische Sprecher der SPD, Joachim Poß, sagte der Bild-Zeitung, der Gesetzgeber müsse überlegen, wie er Anleger besser vor solchen Aktionen schützt.
Die Deutsche Bank hatte am Dienstag dieser Woche im Auftrag 44 Millionen T-Aktien verkauft [1] und nur einen Tag zuvor dasselbe Papier Anlegern zum Kauf empfohlen [2]. Als Kurziel bis zum Jahresende wurde dabei die Marke von 31 Euro genannt. Gestern kam es erneut zu Verkäufen in großen Stückzahlen [3]. Nach Vermutungen von Insidern steht auch hinter dieser Transaktion die Deutsche Bank. Der Kurs der T-Aktie war bereits am Dienstag unter Druck geraten und ist gestern auf den tiefsten Stand seit Oktober 1998 gesunken.
Mittlerweile schießen auch die Analysten und Fonds-Mangager mit scharfer Munition auf das Bankhaus. Der Deutschen Bank fehle "offensichtlich die Sensibilität für die politische Bedeutung dieser Angelegenheit", rügte Adig-Fonds-Manager Klaus Breil in der Welt. "Das Vertrauen in die T-Aktie ist jetzt endgültig hin", zitiert dieselbe Zeitung einen weiteren Manager. (em)
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[1] https://www.heise.de/news/Telekom-Aktie-faellt-auf-Langzeit-Tief-45019.html
[2] http://informer2.comdirect.de/de/detail/_pages/news/article.html?sNewsId=997091315&sid=&sSymbol=DTE.ETR&iOffset=20
[3] https://www.heise.de/news/Kurs-der-T-Aktie-faellt-weiter-45260.html
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