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Dell will in den USA die Preisstruktur vereinfachen

Christof Windeck

Um mehr Kleingewerbe- und Privatkäufer anzulocken, will Dell ausufernde Aufpreislisten beschneiden und besser ausgestattete Produkte bewerben.

Der weltweit umsatzstärkste PC-Anbieter Dell kämpft mit vielen Maßnahmen gegen sinkende Erträge [1]; nun soll die unübersichtliche Preisstruktur gestrafft und entrümpelt werden, um mehr Käufer anzulocken. Möglicherweise reagiert Dell damit aber auch auf Änderungen der Prozessor-Preisgestaltung seines wichtigen Zulieferers Intel: Nach Aussagen von Branchenkennern will Intel nämlich die Rabattstaffeln für Distributionskunden und große OEM [2]-Kunden aneinander angleichen; ab Ende Juli müssen PC-Marktriesen wie Dell, HP, Lenovo, Acer oder Fujitsu Siemens [3] nach diesen Aussagen ungefähr dieselben (und dann für alle deutlich niedrigeren [4]) Prozessorpreise zahlen wie kleinere Hersteller.

Dell will seinen Absatz deutlich stärken, denn der zweitgrößte PC-Hersteller HP konnte mit deutlich höherem Umsatzwachtum als Dell im ersten Quartal 2006 nahe heranrücken. Analysten führen das unter anderem auf niedrigere durchschnittliche PC-Preise bei HP zurück, die wiederum auch durch den Einsatz von billigeren AMD-Prozessoren [5] möglich sind.

Dell wurde häufig für seine unübersichtliche Preisstruktur kritisiert: Der Hersteller bietet zwar auch sehr billige Rechner an, die aber sehr mager ausgestattet sind. Wählt man zu diesen Dell-Angeboten eine bessere Ausstattung, dann liegen die Preise oft höher als bei der Konkurrenz – berüchtigt ist auch die hohe Versandpauschale. HP etwa offeriert häufiger auch ordentlich ausgestattete, aber weniger flexibel konfigurierbare Systeme zu Sonderkonditionen, ähnlich wie es reine Privat-PC-Spezialisten wie Medion hauptsächlich tun. Dell will auch den Ladenvertrieb testen [6].

Dell möchte zudem die Zahl der Sonderpreis-Aktionen und der "Mail-in"-Rabatte in den USA deutlich senken. Zudem hatte Dell bereits angekündigt, rund 100 Millionen US-Dollar in die Verbesserung der Kundenbetreuung zu investieren – immer wieder machen Meldungen über schlechten Support und unverständliche Telefonberatung bei Dell die Runde. Dell will deshalb mehr Service-Personal [7] einstellen, sein Call-Center-Netz ausweiten, ein Service-Tool namens Dell Connect herausbringen, die Webseite vereinfachen und besser strukturieren sowie seine Produkte wartungsfreundlicher machen. (ciw [8])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-141752

Links in diesem Artikel:
[1] https://www.heise.de/news/Dell-kuendigt-Server-mit-AMDs-Opteron-CPUs-an-126022.html
[2] http://www.heise.de/glossar/entry/Original-Equipment-Manufacturer-397457.html
[3] https://www.heise.de/news/Studie-Wachstum-des-weltweiten-PC-Markts-bleibt-zweistellig-118570.html
[4] https://www.heise.de/news/Aktienmaerkte-befuerchten-Preiskampf-zwischen-AMD-und-Intel-130885.html
[5] https://www.heise.de/news/AMD-erhofft-weiteren-Zuwachs-bei-Dell-137118.html
[6] https://www.heise.de/news/Dell-testet-Ladenvertrieb-127129.html
[7] https://www.heise.de/news/Dell-sieht-starkes-Wachstum-in-Deutschland-128945.html
[8] mailto:ciw@ct.de