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Dell präsentiert die nächste Business-PC-Generation

Christof Windeck

Nach Fujitsu-Siemens und Hewlett-Packard stellt jetzt Branchen-Primus Dell seine neuen Firmen-Bürorechner mit Intels i945G-Chipsatz vor.

Nach Fujitsu-Siemens und Hewlett-Packard stellt jetzt Branchen-Primus Dell seine neuen Firmen-Bürorechner mit Intels i945G-Chipsatz vor. Den Dell OptiPlex GX620 [1] und seine etwas abgespeckte Variante GX520 [2] gibt es in vier Gehäusevarianten, wobei Dell auf den BTX-Formfaktor setzt (Produktübersicht als PDF-Datei [3]). In allen Systemen setzt Dell den Stable-Platform [4]-Chipsatz i945G ein, weshalb diese Rechner nicht nur alle mit dem gleichen Betriebssystem-Image laufen können, sondern sogar mit dem gleichen BIOS arbeiten. Die Computer sollen auch der neuen RoHS-Richtlinie [5] entsprechen.

Alle für die beiden neuen Produktlinienen angebotenen Prozessoren Pentium D (nur GX620), Pentium 4 und Celeron D sind x64-kompatibel (EM64T) und unterstützen die Execute-Disable-Funktion (xD/NX). Dell verwendet offenbar Intels ICH7 ohne "R", denn auch beim Einsatz einer zweiten Festplatte sind keine RAID-Optionen wählbar. Der Gigabit-LAN-Chip kommt nicht von Intel, sondern von Broadcom (BCM5751), deshalb steht auch Intels Active Management Technology (AMT [6]) nicht zur Verfügung -- Dell bietet das eigene OpenManage-System [7] an.

Die GX620-Modelle enthalten ein Trusted Platform Module [8] (TPM nach TCG 1.2) -- TPMs hatte Dell bisher nur in die Business-Notebook-Reihe Latitude [9] und die "mobilen Workstations" der Precision-Serie eingebaut.

Als Audio-Schnittstelle steht lediglich ein AC97-Codec zur Verfügung, auch in Bezug auf HD Audio verschmäht Dell die neuesten Entwicklungen von Intel und Microsoft. Als Grafikadapter dient vorzugsweise die im i945G integrierte GMA-950-Lösung, optional sind ein DVI-Adapter für den PEG-Slot zu haben (in den USA: 25 US-Dollar Aufpreis) oder eine nicht näher bezeichnete PCIe-Grafikkarte mit VGA-, DVI- und TV-Anschlüssen.

Eher unscheinbare Office-Rechner wie Dells OptiPlex-Baureihe, die HP-Compaq-7000-Serie [10], die ThinkCentre [11]-Desktops von IBM/Lenovo, die Scenic [12]- beziehungsweise Esprimo [13]-Reihen von Fujitsu-Siemens oder auch die Veriton [14]-Typen von Acer, die Equiums [15] von Toshiba und die Mate [16]-Geräte von NEC sind Intels Machtbasis [17] im Desktop-PC-Bereich, die jährlich Millionenstückzahlen erreichen und im Projektgeschäft gleich in Tausender-Stückzahlen verkauft werden. In diesem Markt kommen AMD-Prozessoren nur langsam in Fahrt [18], zumal Intel mit billigen 64-Bit-Celerons [19] und günstigen Doppelkern-Prozessoren [20] den Konkurrenten systematisch unterbietet und mit den integrierten Chipsätzen eine akzeptable Grafiklösung liefert.

Als einer der wenigen großen PC-Markenhersteller [21] bietet HP auch Business-Desktop-Rechner mit AMD-Prozessoren an, aber nur in der zweitbesten Ausstattungsklasse HP Compaq 5000 [22]. Im dx 5150 [23] (auch als Small-Form-Factor-Version [24] zu haben) steckt der grafikfähige Chipsatz ATI Radeon Xpress 200. Diese Systemfamilie gibt es aber nicht mit einem über mehrere Produkttypen lauffähigen Betriebssystem-Image, sie entsprechen noch nicht der RoHS-Richtlinie und es fehlen auch die erweiterten Administrations-Tools sowie ein TPM. (ciw [25])


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[1] http://www1.us.dell.com/content/products/productdetails.aspx/optix_gx620?c=us&cs=555&l=en&s=biz
[2] http://www1.us.dell.com/content/products/productdetails.aspx/optix_gx520?c=us&cs=555&l=en&s=biz
[3] http://www.dell.com/downloads/global/products/optix/en/spec_optix_gx620-520.pdf
[4] http://www.intel.com/business/bss/products/client/stableplatform/index.htm
[5] https://www.heise.de/news/Bundesrat-verabschiedet-Gesetz-zum-Recycling-von-Elektronikschrott-136409.html
[6] https://www.heise.de/news/Intels-Active-Management-steckt-im-Netzwerk-Chip-106461.html
[7] http://www1.us.dell.com/content/topics/global.aspx/solutions/en/openmanage
[8] https://www.heise.de/news/Neue-Trusted-Platform-Modules-schon-im-Einsatz-106406.html
[9] http://www1.us.dell.com/content/topics/global.aspx/solutions/en/latitude_highlight?c=us&l=en&s=gen
[10] http://h10010.www1.hp.com/wwpc/us/en/sm/WF04a/12454-64287-89301-321860-f56.html
[11] http://www.lenovo.com/think/us/en/
[12] http://www.fujitsu-siemens.com/products/deskbound/personal_computers/index.html
[13] http://www.fujitsu-siemens.com/esprimo/
[14] http://www.acer.de/acereuro/page3.do?inu23.current=102&dau7.oid=102&UserCtxParam=0&GroupCtxParam=0&dctx1=9&ctx1=DE&crc=1108974267
[15] http://www.dynabook.com/pc/catalog/corporat.htm
[16] http://www.express.nec.co.jp/products/mate/index.html
[17] https://www.heise.de/news/Intels-Marktanteil-steigt-der-von-AMD-auch-131325.html
[18] https://www.heise.de/news/Marktforscher-AMD-gewinnt-Marktanteile-118819.html
[19] https://www.heise.de/news/Computex-Intels-Celerons-ab-sofort-auch-64-Bit-tauglich-106583.html
[20] https://www.heise.de/news/Intel-laesst-Pentium-D-und-neue-Mainstream-Chipsaetze-vom-Stapel-163524.html
[21] https://www.heise.de/news/Studie-Auch-IDC-sieht-Absatzplus-auf-dem-weltweiten-PC-Markt-109987.html
[22] http://h10010.www1.hp.com/wwpc/us/en/sm/WF04a/12454-64287-89301-321860-f49.html
[23] http://h10010.www1.hp.com/wwpc/us/en/sm/WF05a/12454-64287-89301-321860-f49-457124.html
[24] http://h10010.www1.hp.com/wwpc/us/en/sm/WF05a/12454-64287-89301-321860-f49-447468.html
[25] mailto:ciw@ct.de