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Datenschutz und "Verwirrung" behindern US-Cloud-Firmen

Christian Kirsch

In einer Anhörung vor einem Unterausschuss des US-Kongresses haben Vertreter der US-IT-Industrie Markthindernisse durch Datenschutzbestimmungen anderer LÀnder beklagt. Auch eine falsche Wahrnehmung des Patriot Act erschwere das GeschÀft.

US-Politiker und -Industrievertreter befĂŒrchten unfaire Bedingungen fĂŒr amerikanische Cloud-Anbieter durch Vorschriften anderer LĂ€nder. Das ergab eine Anhörung [1] vor dem Unterausschuss fĂŒr Internet des Kongress-Justizausschusses. Die vier Zeugen verwiesen unter anderem auf die unterschiedlichen Datenschutzregeln in den EU-LĂ€ndern, die ihnen das GeschĂ€ft schwer machten.

So sagte Robert Holleyman, Chef der Business Software Alliance (BSA), viele Vorschriften zum Schutz der PrivatsphĂ€re seien nur ein Vorwand, um nationale Cloud-Anbieter zu bevorzugen. Dazu gehöre etwa das Verbot, Daten außerhalb eines Landes zu verarbeiten. Solche EinschrĂ€nkungen "behindern die Wachstumschancen der IT-Industrie", erklĂ€rte [2] (PDF-Datei) Holleymann im Ausschuss.

Auch werde von auslĂ€ndischen Regierungen und Konkurrenten hĂ€ufig der Patriot Act [3] angefĂŒhrt, um Angst und Verwirrung zu erzeugen. Seine Auswirkungen wĂŒrden ĂŒbertrieben und der US-Regierung Zugriffsmöglichkeiten auf Cloud-Daten zugeschrieben, die weit ĂŒber die anderer Regierungen hinausgingen. "Das ist einfach nicht wahr", meinte Holleyman.

In dieselbe Kerbe hieb Daniel Chenok von IBM in seinen AusfĂŒhrungen [4] (PDF-Datei). Er verwies auf eine Studie [5] der Anwaltskanzlei Hogan Lovells, derzufolge anderswo mit dem Patriot Act vergleichbare oder sogar weitergehende Gesetze existieren. Er plĂ€dierte fĂŒr internationale Abkommen, die einerseits die PrivatsphĂ€re schĂŒtzen und andererseits den grenzĂŒberschreitenden Datenverkehr erleichtern. Eine vollstĂ€ndige Angleichung der nationalen Regeln sei weder sinnvoll noch wĂŒnschenswert, doch könnten die Staaten wechselweise ihre Vorschriften durch VertrĂ€ge anerkennen.

Als einziger Cloud-Anbieter war Rackspace [6] auf der Anhörung vertreten. Dessen Syndikus Justin Freeman berichtete [7] (PDF-Datei) , das Unternehmen werde in der EU regelmĂ€ĂŸig von möglichen Kunden darauf angesprochen, ob nicht sogar schon die Nutzung von Servern innerhalb Europas gegen EU-Richtlinien verstoße. Ähnlich sĂ€he es inzwischen in Indien aus.

Die BSA wĂŒnschen jedoch auch Änderungen in den Vereinigten Staaten. Der Kongress mĂŒsse endlich das Datenschutzgesetz ECPA (Electronic Communications Privacy Act) von 1986 aktualisieren. Dem pflichtete der Analyst Daniel Castro vom "Thinktank" Information Technology and Innovation Foundation (ITIF [8]) bei [9] (PDF-Datei). Zurzeit wĂŒrden Daten in den USA je nach Aufbewahrungsort unterschiedlich geschĂŒtzt. So mĂŒssten Justizbehörden etwa fĂŒr den Zugriff auf einen PC einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss erwirken, bei Cloud-Daten reiche schon eine Vorladung. (ck [10])


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https://www.heise.de/-1652766

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[1] http://judiciary.house.gov/hearings/Hearings%202012/hear_07252012_2.html
[2] http://judiciary.house.gov/hearings/Hearings%202012/Holleyman%2007252012.pdf
[3] http://en.wikipedia.org/wiki/Patriot_act
[4] http://judiciary.house.gov/hearings/Hearings%202012/Chenok%2007252012.pdf
[5] http://www.hoganlovells.com/newsmedia/newspubs/detail.aspx?news=2268
[6] http://www.rackspace.com
[7] http://judiciary.house.gov/hearings/Hearings%202012/Freeman%2007252012.pdf
[8] http://www.itif.org/
[9] http://judiciary.house.gov/hearings/Hearings%202012/Castro%2007252012.pdf
[10] mailto:ck@ix.de