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Daten von hunderttausenden Patienten sind in Großbritannien verloren gegangen

Florian Rötzer

Bei britischen Behörden hÀufen sich die Datenverluste, jetzt wurde das Verschwinden von DatentrÀgern beim Nationalen Gesundheitssystem bekannt.

Erneut ist in Großbritannien der Verlust von persönlichen Daten von hunderttausenden Menschen bekannt [1] geworden. Dieses Mal geht es um Patientendaten von Erwachsenen und Kindern, die neun Verwaltungszentren des britischen Nationalen Gesundheitssystems (NHS [2]) abhanden gekommen sind. Wie immer heißt es jetzt auch vom britischen Gesundheitsministerium [3], es gebe keinen Hinweis darauf, dass sie in falsche HĂ€nde geraten seien. Geschehen seien sie alle bis auf einen erst kĂŒrzlich.

Der sorglose Umgang mit gespeicherten Daten bei britischen Behörden hĂ€uft [4] sich. Mitte November waren bereits Millionen von DatensĂ€tzen von britischen von KindergeldempfĂ€ngern verloren gegangen. Mitte Dezember wurde bekannt, dass dem Verkehrsministeriums durch Outsourcing der Datenspeicherung an eine US-Firma eine Festplatte mit DatensĂ€tzen von 3 Millionen FahrschĂŒlern abhanden gekommen ist.

Im neuen Fall ist beispielsweise ein DatentrĂ€ger mit Namen und Adressen von 160.000 Kindern verschwunden, der an ein Krankenhaus geliefert werden sollte. In einem anderen Fall sind archivierte Daten von Krebspatienten verloren gegangen, die vor 40 Jahren behandelt wurden. Andere Einzelheiten ĂŒber die verschwundenen Daten gibt es bislang nicht. Da die VorfĂ€lle auf lokaler Ebene behandelt wĂŒrden, wisse [5] das Gesundheitsministerium nicht, wie viele Personen davon betroffen sind.

Herausgekommen sind die Datenverluste offenbar im Rahmen einer SicherheitsĂŒberprĂŒfung aller Behörden. Die Konservativen kritisieren, dass die Regierung zu wenig fĂŒr die Sicherheit sorgt, aber stĂ€ndig neue Daten erhebt und speichert. Der Sprecher der Liberalen erklĂ€rte, "die ganze Kultur der Datenverwaltung muss sich bei den Behörden verĂ€ndern". In Großbritannien wird eine zentrale Datenbank [6] mit allen Patientenakten aufgebaut, die fĂŒr KrankenhĂ€user und Arztpraxen zugĂ€nglich sind. Der sorglose Umgang mit Daten dĂŒrfte die Bedenken stĂ€rken. (fr [7])


URL dieses Artikels:
https://www.heise.de/-173494

Links in diesem Artikel:
[1] http://www.sundaymirror.co.uk/news/sunday/2007/12/23/9-trusts-lose-files-98487-20264126/
[2] http://www.nhs.uk/Pages/homepage.aspx
[3] http://www.dh.gov.uk/en/index.htm
[4] https://www.heise.de/news/Britischen-Behoerden-gehen-erneut-Millionen-Daten-verloren-171585.html
[5] http://news.bbc.co.uk/2/hi/uk_news/7158019.stm
[6] http://www.heise.de/tp/r4/artikel/23/23944/1.html
[7] mailto:fr@heise.de