DGB-Chef: ArbeitszeitverlÀngerung bei der Telekom ist "Lohnraub"
Gegen die SparplÀne der Telekom und den geplanten Konzernumbau hat sich am Wochenende der Widerstand verschÀrft.
DGB [1]-Chef Michael Sommer hat die geplante ArbeitszeitverlĂ€ngerung bei der Telekom [2] als "Lohnraub" kritisiert. Die Arbeitszeitverringerung auf 34 Stunden sei von den Arbeitnehmern durch Lohnverzicht von acht Prozent bezahlt worden, sagte Sommer am Montag im ARD-Morgenmagazin [3]. "Das heiĂt, man will jetzt die ArbeitszeitverkĂŒrzung rĂŒckgĂ€ngig machen (...) und gleichzeitig diese acht Prozent einkassieren." Das sei schlicht und ergreifend Lohnraub, sagte Sommer.
Gegen die SparplĂ€ne der Telekom und den geplanten Konzernumbau hat sich am Wochenende der Widerstand verschĂ€rft. 300 KonzernbetriebsrĂ€te wandten sich in einer Resolution gegen Stellenabbau, den Verkauf von Beteiligungen und StandortschlieĂungen. Vorstandschef RenĂ© Obermann verteidigte den eingeschlagenen Kurs: Zu den Kosteneinsparungen gebe es keine Alternative, sagte er Bild am Sonntag [4]. Mit dem Plan zur Ausgliederung von 50.000 BeschĂ€ftigten, lĂ€ngeren Arbeitszeiten und einer schlechteren Bezahlung steuere der Konzern auf Armutslöhne zu, so Ver.di-Chef Frank Bsirske.
Die Telekom will die rund 50.000 Mitarbeiter in eine Tochterfirma mit dem Namen T-Service ausgliedern und dadurch bis zu einer Milliarde Euro Kosten sparen. Einen Bericht der Wirtschaftswoche [5] ĂŒber eine bevorstehende Zerschlagung der gesamten Festnetzsparte T-Com wies Konzernsprecher Philipp Schindera zurĂŒck. Solche PlĂ€ne gebe es nicht, sagte er der dpa. Dem Wirtschaftsmagazin zufolge bereitet Obermann angeblich die vollstĂ€ndige Auflösung der T-Com [6] vor. Angesichts der zunehmenden VerhĂ€rtung der Fronten muss sich der Vorstand bei den anstehenden Verhandlungen mit der Gewerkschaft auf eine harte Auseinandersetzung einstellen.
Die KonzernbetriebsrĂ€te der Telekom forderten den Vorstand auf, die BeschĂ€ftigten nicht weiter in ihrer Existenz zu bedrohen und "endlich die Voraussetzungen zu schaffen, dass diese ihre ProduktivitĂ€t entfalten können". Die Ziele des Managements hinsichtlich der ErschlieĂung neuer und bestehender MĂ€rkte wurden unterdessen ausdrĂŒcklich begrĂŒĂt. Vor allem mĂŒsse der Service und der Vertrieb den Kundenanforderungen gerecht werden, hieĂ es weiter.
Wenn die neue Konzernstrategie aufgehe, wĂŒrden ArbeitsplĂ€tze sicherer und in einigen Bereichen sogar neue Jobs geschaffen, sagte Obermann der Bild am Sonntag weiter. FĂŒr FĂŒhrungskrĂ€fte werde es in diesem Jahr bei den GehĂ€ltern eine Null-Runde geben, kĂŒndigte er an. Auch er wolle einen finanziellen Beitrag leisten. Mit dem eingesparten Geld könnten zum Beispiel zusĂ€tzliche AusbildungsplĂ€tze bezahlt werden.
Siehe dazu auch:
- ver.di geht auf Konfrontationskurs mit der Telekom [7]
- DGB-Chef warnt vor Zerschlagung der Telekom [8]
- Telekom-Chef sucht GlĂŒck im Ausland und Streit mit ver.di [9]
- Telekom wird kĂŒnftig mit 2-Marken-Strategie auftreten
- T-Mobile Austria samt tele.ring mit verbessertem Ergebnis [10]
- T-Mobile Deutschland bĂŒĂt bei Umsatz, Gewinn und ARPU ein [11]
- Anschlussverluste im Festnetz drĂŒcken Telekom-Gewinn [12]
- Telekom-Aufsichtsrat stimmt Obermanns neuer Strategie zu [13]
(dpa) / (jk [14])
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[7] https://www.heise.de/news/ver-di-geht-auf-Konfrontationskurs-mit-der-Telekom-152512.html
[8] https://www.heise.de/news/DGB-Chef-warnt-vor-Zerschlagung-der-Telekom-152283.html
[9] https://www.heise.de/news/Telekom-Chef-sucht-Glueck-im-Ausland-und-Streit-mit-ver-di-151832.html
[10] https://www.heise.de/news/T-Mobile-Austria-samt-tele-ring-mit-verbessertem-Ergebnis-151982.html
[11] https://www.heise.de/news/T-Mobile-Deutschland-buesst-bei-Umsatz-Gewinn-und-ARPU-ein-151823.html
[12] https://www.heise.de/news/Anschlussverluste-im-Festnetz-druecken-Telekom-Gewinn-151424.html
[13] https://www.heise.de/news/Telekom-Aufsichtsrat-stimmt-Obermanns-neuer-Strategie-zu-151414.html
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